Oldtimer

Warum ein Wertgutachten für Oldtimer wichtig ist

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@ ileukers (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Ein gut gepflegter Oldtimer bringt bei einem Verkauf logischerweise deutlich mehr Geld ein als eine alte und heruntergekommene Version des gleichen Autos.

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Für Versicherungen sieht die Sache allerdings deutlich anders aus, denn diese Zahlen bei Unfällen oder einem Diebstahl nur dann den vollen Wert eines Oldtimers aus, wenn dieser mittels eines vorher angefertigten Gutachtens belegt werden kann. Liegt kein Gutachten vor, schauen die Versicherungen schlicht, welche Preise auf dem Gebrauchtwagenmarkt für ein bestimmtes Modell gezahlt werden. Die jahrelange Pflege und der möglicherweise erhebliche Restaurationsaufwand spielen dabei dann keine Rolle mehr. Es ist daher zu empfehlen, regelmäßig ein Wertgutachten für Oldtimer in Auftrag zu geben.

Wo kann ein Oldtimer-Wertgutachten in Auftrag gegeben werden?

Der ADAC empfiehlt seinen Mitgliedern grundsätzlich ein entsprechendes Gutachten anfertigen zu lassen und arbeitet dafür mit Oldtimer-Experten zusammen. Mit Classic Data und Classic Analytics gibt es zudem zwei Netzwerke an Sachverständigen, die ebenfalls bundesweit Wertgutachten erstellen. Aber auch zahlreiche Einzelwerkstätten bieten einen solchen Service an. Dabei sollte allerdings darauf geachtet werden, dass die Werkstatt über die notwendige technische Infrastruktur verfügt. So ist bei Oldtimern eine Viersäulen-Hebebühne Pflicht. Andernfalls können Schaden am Auto entstehen, die anschließend den Wert erheblich mindern. Falls ein Gutachten benötigt wird, findet bei der Classic Analytics für jede Region in Deutschland den passenden Oldtimer-Experten, darunter z.B. kfzsachverstand.de oder dg-kfz-gutachten.de.

Kann ein Wertgutachten auch nach einem Unfall noch angefertigt werden?

Viele Besitzer von liebevoll gepflegten und restaurierten Autos denken erst über ein Wertgutachten nach, wenn es bereits zu einem Unfall gekommen ist. Dann allerdings ist es zu spät. Denn die Versicherungen akzeptieren nur Wertgutachten, die bereits im Vorfeld angefertigt wurden. Dies macht auch durchaus Sinn. Denn selbst für Experten ist es schwierig festzustellen, welche Schäden durch den Unfall verursacht wurden und welche bereits vorher vorhanden waren. Nur wer seine Restaurationsarbeiten regelmäßig dokumentiert und von fachlicher Seite bestätigen lässt, kann bei der Versicherung einen höheren Wagenwert durchsetzen. Ist der Unfall erst einmal passiert, ist es dafür zu spät.

Was wird bei einem Wertgutachten erfasst?

Der Sachverständige geht bei einem Wertgutachten zweigleisig vor. Zum einen überprüft er die Historie des Fahrzeugs. Also: Welche Besitzer fuhren ihn? Gab es bereits Unfallschäden? Und: Welche Umbauten wurden durchgeführt? Ist dies nicht dokumentiert, muss er beispielsweise anhand der aufgedruckten Nummern herausfinden, ob es sich um Originalteile handelt. Nicht alle Umbauten wirken dabei wertmindernd: Sinnvolle Restaurationen beispielsweise steigern auch den Wert eines Autos. Selbiges gilt oftmals für historische Felgen und Reifen.

Zusätzlich schaut sich der Oldtimer-Experte aber auch die Funktionsfähigkeit des Wagens an. Dies verläuft nicht viel anders als bei gewöhnlichen Fahrzeugen auch: So wird der Zustand des Motors und der Zylinder ebenso überprüft wie die Funktionsfähigkeit der Bremsen, der Achsen und des Getriebes. In einem letzten Schritt wird das Auto dann auf Gebrauchsspuren überprüft: Dazu gehören Kratzer im Lack, verbogene Chromteile oder klassischer Rost. All dies senkt den Wert des Oldtimers.

Am Ende ergibt sich dann eine Note auf einer Skala von 1 bis 5. Die eins steht dabei für einen „makellosen“ Zustand, die fünf für „Restaurierungsbedürftig“. Anhand dieser Einordnung berechnet sich dann der Wert des Fahrzeugs. Jeder der einzelnen Schritte wird zudem durch den Sachverständigen mit einer Digitalkamera dokumentiert, sodass sich seine Beurteilung im Zweifelsfall auch später noch nachvollziehen lässt.

Mit Wertgutachten: Welche Kosten erstattet die Versicherung?

Auch mit einem Wertgutachten erstattet die Versicherung allerdings nur den Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs. Also die Summe, die auf dem Markt für ein vergleichbar gepflegtes und restauriertes Fahrzeug gezahlt wird. Diese liegt deutlich höher als der ansonsten angenommene Schätzwert. Es ist allerdings auch mit Wertgutachten nicht möglich, sämtliche Kosten, die in der Vergangenheit durch Wartung, Pflege und Restauration entstanden sind, erstattet zu bekommen.

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