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AUTO Bild Sommerreifentest 2017: Diese Reifen sind empfehlenswert

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Beim Bremstest auf nasser Fahrbahn zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Testkandidaten: Viele Billig-Reifen fallen durch. AUTO BILD

Bald steht der Reifenwechsel an: Fachleute empfehlen, etwa zur Osterzeit Sommerreifen zu montieren - dann ist ausschließlich mit Witterung zu rechnen, mit der die für höhere Temperaturen ausgelegte Bereifung besser zurechtkommt. Cooper Tires

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Bald steht der Reifenwechsel an: Fachleute empfehlen, etwa zur Osterzeit Sommerreifen zu montieren - dann ist ausschließlich mit Witterung zu rechnen, mit der die für höhere Temperaturen ausgelegte Bereifung besser zurechtkommt. Müssen neue Sommerreifen angeschafft werden, hilft der Rat der Fachpresse: Der AUTO Bild Sommerreifentest 2017 verschafft einen umfangreichen Überblick in der für Mittelklassefahrzeuge beliebten Reifengröße 225/50 R 17.

Die Schwierigkeiten der Reifenentwicklung

Bei den Reifen handelt es sich bekanntlich um die einzige Verbindung des Fahrzeugs zur Fahrbahn - entsprechend hoch sind die Anforderungen in ganz verschiedenen Bereichen. Selbstverständlich wird eine ausgezeichnete Haftung sowohl auf nasser wie auch auf trockener Fahrbahn verlangt; gleichzeitig wünschen Reifenkäufer eine hohe Lebensdauer und Verbrauchseffizienz bei gleichzeitig geringer Geräuschentwicklung. Dabei handelt es sich teils um konkurrierende Ziele: Eine hohe Laufleistung wird durch eine tendenziell härtere Gummimischung erreicht, welche insbesondere auf regennasser Fahrbahn den Bremsweg verlängert und das Abrollgeräusch erhöht. Die Reifenhersteller sind entsprechend bestrebt, einen tragfähigen Kompromiss einzugehen. Um sämtliche Anforderungen zu erfüllen, müssen Materialien kombiniert werden.

Stillstand nach 35 Metern

Das erste Ergebnis des umfangreichen Testes der Auto Bild weiß durchaus zu beeindrucken: Die Spitzenreifen der etablierten Hersteller wie Continental oder Hankook brachten den Testwagen auf trockener Fahrbahn aus einer Geschwindigkeit von 100 km/h bereits nach rund 35 Metern zum stehen. Vor wenigen Jahren noch galten sämtliche Werte unterhalb von 40 Metern als ausgezeichnet, die Maßstäbe haben sich offenkundig verschoben. Dass das Fahrzeug heute eine Wagenlänge früher zum Stillstand kommt, ist in weiten Teilen den Fortschritten der Reifentechnologie zu verdanken. Interessant ist dabei auch, dass weniger bekannte Reifen von Maxxis oder Cooper Tires mit dem Spitzenfeld mithalten können - vor einigen Jahren waren solch günstige Reifen noch keine Empfehlung wert. Insbesondere auf nasser Fahrbahn zeigen sich allerdings die Unterschiede: Während die besten Reifen auch hier nach etwa 35 Meter zum Stillstand kommen, benötigte der schlechteste Reifen im Testumfeld von Autogrip beinahe 51 Meter - ein indiskutabeler Wert. Auch beim Vorbeifahrgeräusch konnten deutliche Unterschiede festgestellt werden, auch wenn die Zahlen die deutliche Differenz zunächst nicht auszudrücken vermögen. Als "Leisetreter" erzeugte der Sommerreifen von Michelin etwa 71,5 dB(A), der beim Bremsweg noch überzeugende Maxxis dafür 74,3 dB(A). Eine eine Differenz von 3 dB wird subjektiv als Verdopplung der Lautstärke empfunden. Wer auf hohen Abrollkomfort Wert liegt, sollte sich also gegen den preiswerten China-Reifen entscheiden.

Cooper: Gute Hafteigenschaften bei niedrigem Preis

Der Reifen von Cooper Tires kommt hingegen trotz des geringen Preises ohne erhebliche Schwächen aus. Um den Nassgrip zu testen, wurden die Reifen auf der Kreisbahn eingesetzt. Je kürzer die Rundenzeit ausfiel, desto besser fiel die Haftung offenkundig aus. Der Reifen von Cooper erreichte eine Zeit von 12,02 Sekunden - exakt derselbe Wert, den auch der im Testfeld befindliche Bridgestone-Reifen aufwies. Letzterer kostet pro 1000 km 20,09 Euro; der Cooper schlägt hingegen mit lediglich 15,11 Euro zu Buche. Bei dieser Bewertung wurden Kaufpreis und Laufleistung ins Verhältnis gesetzt.

Erhebliche Unterschiede bei der Laufleistung

Deutliche Unterschiede konnten im Test auch hinsichtlich jener Laufleistung verzeichnet werden. Dabei wurde der Abrieb von 4.000 km auf dem Prüfstand ermittelt und soweit hochgerechnet, bis die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 mm erreicht wird. Das Ergebnis: die Spitzenreifen der etablierten Hersteller erreichten deutlich über 30.000 km, im Falle des Continental gar knapp 40.000 km. Die in dieser Hinsicht weniger empfehlenswerten Pneus müssen hingegen schon nach etwa 23.000 km ausgetauscht werden - was nur etwas mehr als der halben Laufleistung entspricht. Zumindest in finanzieller Hinsicht bedeutet dies allerdings kaum, dass von preiswerten Reifen gänzlich abgeraten werden sollte. Denn beachtet werden muss ebenfalls, dass der Satz Continental-Reifen mit mehr als 500 Euro zu Buche schlägt - während einige Konkurrenten bereits für knapp mehr als 200 Euro erhältlich sind, ohne im Bereich der Haftung große Schwächen zu verzeichnen.

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