Oldtimer

Oldtimer ab Werk - Autoklassiker direkt vom Hersteller

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Mercedes verkauft Young- und Oldtimer aller Preisklassen Foto: Daimler

Wer ein Auto einst gebaut hat, kann es heute am besten restaurieren. Oldtimer lassen sich mittlerweile auch direkt ab Werk kaufen.

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Beim Oldtimerkauf braucht man Vertrauen. Warum also nicht gleich beim Hersteller zuschlagen, bevor man auf einen windigen Internet-Anbieter hereinfällt? Die Autos aus den Museen und Restaurationswertstätten großer Marken sind nahezu perfekt. Und häufig ziemlich teuer.

Rund 333.000 Euro ruft etwa Jaguar für einen von Grund auf restauriertes E-Type Coupé Serie I auf. Viel Geld, selbst für einen Klassiker. Gut restaurierte Exemplare gibt es auf dem Markt für knapp die Hälfte. Gammelige Rostlauben zum selbst Aufbauen für knapp ein Zehntel des Geldes. Doch nicht jeder Autofan hat Zeit und Lust, selbst zu Schraubenschlüssel und Schweißgerät zu greifen. Genau dieser Klientelwill will Jaguar mit seinen selbst restaurierten Sportwagen perfekte Qualität bieten. Jedes Schräubchen wurde aufpoliert, getauscht oder durch Nachbauten nach Originalplänen ersetzt - und zwar jeweils von Experten auf ihrem Gebiet. Im Classic-Programm von Jaguar Land Rover finden sich neben dem E-Type auch noch restaurierte Exemplare des Range Rover Classic und des Land Rover Serie I. Weitere Modelle dürften folgen. Alle wohl im obersten Preisbereich. Alle allerdings sind auch gute Geldanlagen.

Deutlich preiswerter ist das Angebot bei Mercedes. Die Stuttgarter vermarkten ihre Klassiker schon seit Jahren unter dem Namen ,,All Time Stars". Das Angebot reicht von Alltags-Youngtimern in gutem, aber nicht perfektem Zustand, bis zu aufwändig restaurierten Oldtimern, mit denen man sich auf jedem Concours d'Elegance sehen lassen könnte. Für den kleinen Geldbeutel etwa ist zurzeit die Business-Limousine W 124 300 E (20.000 Euro) zu haben, nach oben gibt es kaum Grenzen. Alle Autos haben TÜV und auf Wunsch gibt es eine Garantie. Das Angebot ist insgesamt klein, aber fein, neue Angebot werden frühzeitig angekündigt.

Auf einen derartigen Marktplatz verzichtet die BMW Group ganz bewusst. Im Online Classic-Center der Marke gibt es lediglich ein Kontaktformular für Kaufinteressenten, keine Liste möglicher Angebote. Die Münchner sehen sich generell eher als Vermittler zwischen Verkäufer und Kaufinteressent. Wer ein bestimmtes Auto oder Motorrad sucht, kann sich melden. Taucht es auf, etwa weil es BMW im Rahmen einer Sammlungsauflösung angeboten wird, erwirbt der Konzern es und verkauft es anschließend an Interessenten weiter. Über die Jahrzehnte habe man ein großes Netzwerk aufgebaut, so Christoph Gontard von BMW Group Classic. Auch wer seinen Oldtimer verkaufen möchte, eine Fahrzeugexpertise benötigt, Ersatzteile braucht oder Experten für die Restauration sucht, kann sich an das Classic Center wenden. Noch ein wenig mehr Glück als bei BMW benötigt man bei Porsche. Das Museum des Sportwagenherstellers verkauft eigentlich keine Autos. Lediglich Überbestände werden bei Bedarf abgebaut.

Deutlich weniger Aufwand als die Premiummarken treiben die Volumenhersteller. Bei Volkswagen etwa ist der regelmäßige Verkauf von Klassikern nicht vorgesehen. Sollen Fahrzeuge aus den diversen Sammlungen des Konzerns abgegeben werden, werden sie über eine Internetplattform an gewerbliche Händler verkauft. Ähnlich hält es Ford, die zwar bei Bedarf den Kontakt zu Restauratoren oder Marken-Clubs herstellen können, aber keine Autos für den Verkauf aufarbeiten. Das wäre schlicht zu teuer. Wer einen Ford, VW oder Opel restauriert haben will, tut das aus Liebhaberei, nicht um wie eine Wertanlage zu erhalten. Und das geht mit Eigenleistung am günstigsten.

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