Technik & Wissen

Autonomes Fahren in der Zukunft selbstverständlich?

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Autonom fahrende Autos werden auch in den nächsten Jahren noch deutlich in der Minderheit sein. Daimler

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Schon jetzt vereinfachen immer mehr technische Komponenten das Autofahren. Angefangen hat alles ganz harmlos mit der Automatik-Schaltung. Das ist lange her. Heute parken Autos ohne Zutun des Fahrers ein, erkennen Gefahrensituationen frühzeitig und springen nicht an, wenn der Fahrzeugführer den Alkoholtest nicht besteht.

Teilautonome Features in Punkto Sicherheit beliebt | Voll-Autonomie stößt auf Skepsis

Die Website autonomes-fahren.de macht die Differenz zwischen Skepsis und Kundenwünschen deutlich. Die wenigsten Fahrer möchten vollständig auf ihren Einsatz verzichten und sich ohne jegliches Zutun von einem Computer auf vier Rädern chauffieren lassen. Während die vollständige Autonomie eher abschreckt als begeistert, äußern sich Autofahrer im Bezug auf Sicherheitssysteme durchaus positiv. Vor allem die vorausschauende Navigation, das autonome Einparken und die Unfallwarnung sowie autonome Bremsvorgänge bei Unfallgefahr stehen im Fokus. Verzichten möchten Kfz-Besitzer auf Wohlfühlkomponenten durch Licht und Sound, ohne dass der Aufpreis für diese Komponenten bekannt ist. Beim Spurhalteassistenten verhält es sich ähnlich, wobei die Begeisterung erst nach der Preisnennung sinkt. Wie sinnvoll ist die Autonomie von Fahrzeugen wirklich und stimmt es, dass Unfälle vermieden und weniger Bußgelder verhängt werden? Die voll ausgereifte moderne Technik begünstigt wirklich eine Senkung der Unfallquote und auch Bußgelder fallen weniger an, da der Tempomat automatisch begrenzt und in Verbindung mit einer vorausschauenden Navigation zur Erkennung von Geschwindigkeitsangaben führen würde. Die Generation Z steht der Fahrzeugautonomie am positivsten gegenüber. Hier sind rund 40% von Keyless-Systemen überzeugt und haben keine Sorge, dass es zum Hacking kommt.

Eine Orientierung mit vielen Pro- und Contra Aspekten

Die primäre Frage lautet: Wie weit vertrauen wir der Technik? Niemand ist vor Computerabstürzen oder der Infektion von Systemen mit Schadware geschützt. Wie verhält sich dieser Denkansatz im Bereich Autos, die voll technisiert fahren und keinerlei menschliches Eingreifen mehr benötigen - und ermöglichen? Wenn es bei autonomen Autos zu einem technischen Defekt kommt, versagt ein System. Gerade im Sicherheitsbereich und im vorausschauenden Fahren per Automation besteht dementsprechend noch Nachholbedarf. Am aufgeschlossensten sind die Amerikaner, während deutsche Autofahrer das Lenkrad selbst in den Händen halten möchten. Zum Einen ist dies sicherlich die Macht der Gewohnheit, zum Anderen aber auch in das Misstrauen, das sich durch die umfassende Hilflosigkeit ergibt. Während sich das Smart Home längst etabliert hat, lehnen 70% aller deutschen Autofahrer das Smart Car ab. Rund zwei Drittel der Bevölkerung befürchten den Datenmissbrauch und wollen aus diesem Grund auf ein autonomes Auto verzichten. Hingegen hat sich die Teilautonomie durchgesetzt und auch dann genutzt, wenn die Aufrüstung mit einem Mehrpreis einhergeht. Das Ergebnis aus Umfragen ist erstaunlich. 70% sind nicht überzeugt und dennoch können sich 60% aller Autofahrer vorstellen, die Möglichkeit auf langen Strecken in Erwägung zu ziehen.

Klar zeigt sich auf, dass die Skepsis zum größten Teil auf Unschlüssigkeit basiert und Autofahrer sowohl die Vorteile, aber auch die Nachteile sehen. Hier können Modelle mit Autonomie als Zusatzfunktion überzeugen, die zum Beispiel bei Mercedes Benz für die Zukunft geplant sind. Fakt ist, dass sich vor allem deutsche Autofahrer das Steuer nicht vollständig aus der Hand nehmen lassen möchten. Ein wenig Unterstützung ist aber gefragt.

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