Oldtimer

mid-Reportage: Ein ganz spezieller Messe-Spaziergang

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mid Ulm - Tradition verpflichtet: Die Technorama in Ulm geht 2017 bereits in die 39. Auflage. Jutta Bernhard / mid

Die Zeiten des Internets und der Konnektivität machen sich auch bei der Technorama in Ulm bemerkbar. Weniger Angebot seitens der Aussteller ist die Folge.

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Die Leidenschaft für eines der schönsten Hobbies der Welt ist ungetrübt. Trotzdem macht sich das Internet und das damit verbundene riesige Angebot mittlerweile auch auf Oldtimer-Messen bemerkbar. Bereits im 39. Jahr wurde jetzt der Oldtimer-Teile-Technik-Markt Technorama in Ulm veranstaltet. Das gute Wetter lockte laut Veranstalter rund 25.000 Besucher in die Stadt in Baden-Württemberg. Bis zu 850 Aussteller aus ganz Europa können auf dem Gelände ihre Schätzchen feilbieten. Doch 2017 war nicht jeder Platz des Messegeländes belegt, und einige große renommierte Anbieter glänzten mit Abwesenheit. Schade für die Besucher, die nach Teilen stöberten, denn viele wurden nicht fündig.

Ersatzteile, Werkzeuge, Bekleidung und Fachliteratur gibt es heutzutage überall online zu kaufen. Nicht zu ersetzen allerdings ist für den Kaufinteressenten eines kompletten Motorrades - restauriert oder unrestauriert - oder eines Oldtimer-Automobils der persönliche Eindruck. Hier gibt es nach wie vor ein gutes Angebot an der Donau.

Eine einzigartige Traktorenausstellung in Halle 7 war ein Magnet für das Publikum. Neben Hanomag, Schlüter oder Eicher gab es für Groß und Klein viel zu gucken. Ein Traktoren-Besitzer benötigte volle vier Stunden, um auf Achse zur Messe zu gelangen - für 80 Kilometer bei 20 km/h. Das war ein echter Landmaschinen-Freak. Die Atmosphäre einer solchen Veteranenmesse ist eigen, es gibt jedes Jahr einen großen Stand, wo der Champagner in Strömen fließt. Jung und Alt trafen sich zum persönlichen Gespräch, und so manches Ersatzteil fand seinen Weg über die Ladentheke - wenn es denn angeboten wurde. Zwei Hallen des riesigen Messegeländes entwickeln sich leider zwischenzeitlich mehr und mehr zu Flohmärkten.

Dieses Angebot hat mit Oldtimern nichts mehr zu tun, sollte das eventuell die Ausstellerlücken stopfen? Bei Eintrittspreisen von 25 Euro für ein Wochenend-Insider-Ticket sollte dem Sammler etwas mehr geboten werden. Nur von den Clubs, die aus der gesamten DACH-Region anreisen, kann sich eine Messe auf Dauer nicht finanzieren. Bevor die Enttäuschung beim Endverbraucher überhand nimmt, sollte der Veranstalter gegensteuern und die Hallen füllen.

Jutta Bernhard / mid

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