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Ratgeber: Batterie-Pflege beim Pedelec - So bleiben Akkus länger fit

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Das Herz des Pedelecs ist der Akku. Wird die Batterie pfleglich behandelt, wird sie länger Freude machen Foto: SP-X/Wolfgang Schäffer

Der Akku ist das teure Herz eines Pedelecs. Wer dieses sorgsam und pfleglich behandelt, kann die Lebensdauer des Stromspeichers optimieren.

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In früheren Zeiten wurden Akkus mit relativ kurzer Lebensdauer und Memory-Effekten schnell zum Spielverderber. In modernen Pedelecs kommen fast nur noch Lithium-Ionen-Batterien mit integriertem Batterie Management System (BMS) zum Einsatz, die neben einer deutlich höheren Lebensdauer auch deutlich länger eine stabile Performance bieten. Die Haltbarkeit der Batterien wird von den meisten Pedelec-Herstellern mit 500 bis 1.000 Ladezyklen angegeben. Angesichts von 50 bis 100 Kilometer Reichweite pro Ladung sind also stattliche Laufleistungen garantiert. Bei einem Test des ADAC im Jahr 2015 wurde eine Bosch-Batterie erst nach 1.515 Ladezyklen als endgültig unbrauchbar deklariert, was einer Fahrleistung von 57.000 Kilometern entspricht. Eigentlich ist die Technik also ausgereift. Doch wer im Umgang mit der Batterie auf ein paar Dinge achtet, kann ihre Lebensdauer zusätzlich positiv beeinflussen.
 
Obwohl Ladezyklen die Verschleißgrenze der Akkus definieren, ist häufiges Laden nicht gleichzusetzen mit schnellem Akku-Tod. Im Gegenteil. Die Hersteller empfehlen häufige Teilladungen, die sich sogar positiv auf die Lebensdauer von Lithium-Ionen-Batterien auswirken sollen. Gegen den vor allem bei Nickel-Metallhydrid-Batterien bekannten Memory-Effekt ist die Lithium-Ionen-Technik jedenfalls immun. Wenn Lithium-Batterien allerdings komplett leer gefahren, kann sich das negativ auf die Lebensdauer auswirken. Wobei das Batterie Management System in der Regel eine besonders schädliche Tiefenentleerung verhindert. Wird eine halbleere Batterie geladen, zählt das auch nur als halber Ladezyklus. Insofern darf man ruhig nach jeder Fahrt das Ladegerät anklemmen.
 
Beim Laden selbst sollte man das vom Hersteller empfohlene Ladegerät verwenden. Idealerweise lädt man bei Raumtemperatur, der Akku sollte dabei aber keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein. In den vergangenen Jahren sind in einigen wenigen Fällen Lithium-Ionen-Akkus beim Laden explodiert. Will man auf Nummer sicher gehen, lässt man die Stromspeicher nicht über längere Zeiträume unbeaufsichtigt am Ladegerät. Außerdem sollte man nicht neben leicht brennbaren Materialien laden.
 
Wer, zum Beispiel in der Winterpause, das Pedelec längere Zeit nicht nutzt, sollte ideale Rahmenbedingungen zum Lagern der Batterie schaffen. Fahrrad-Akkus lagert man am besten in trockenen Räumen bei Temperaturen um 15 Grad und setzt diese möglichst nicht Sonne oder Kälte aus. Auch sollte die Batterie bei einer längeren Pause nicht vollständig entladen sein. Idealerweise ist sie etwa halbvoll. Im Abstand von zwei Monaten empfiehlt sich eine Überprüfung des Ladezustands.
 
Wer sein Pedelec pflegen will, darf auch die Batterie säubern. Diese wischt man am besten mit einem leicht feuchten Tuch ab. Gelegentlich kann man auch die Steckpole mit einem trockenen Tuch oder einer Bürste reinigen und anschließend leicht einfetten.
 
Wer ein Pedelec auf einem Fahrradträger mit dem Auto transportiert, lagert den Stromspeicher besser im Fahrzeuginneren. Sollte sich während des Transports der Akku aus der Halterung lösen und herunterfallen, ist mit einem Totalschaden zu rechnen. Weist eine Lithium-Ionen-Batterie eine äußere Beschädigung auf, besteht Brandgefahr. Dann sollte man diese vom Fachmann checken lassen und idealerweise dort auch entsorgen. Keinesfalls darf die Batterie im Hausmüll landen.
 
Wer deutliche Kapazitätsverluste bei der Batterie feststellt, sollte ebenfalls beim einen Check vom Fachhändler durchführen lassen. Keinesfalls sollte man versuchen, den Akku selber zu reparieren und dabei möglicherweise sogar öffnen.

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