Low Cost Monitor

Billigflieger: Rekordangebot und fallende Preise

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Billigflieger. Foto: Mark Harklin

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Auf dem Billigfliegermarkt in Deutschland verschärft sich der Wettbewerb, zunehmend rücken die großen Flughäfen ins Visier der Günstig-Airlines, und das Rekordangebot günstiger Verbindungen drückt die Ticketpreise. Eurowings dominiert die Branche, Ryanair und Easyjet wachsen stark. Über 23 Prozent aller Flüge ab Deutschland sind mittlerweile Low-Cost-Verbindungen. Europaweit sind es beinahe ein Drittel. Dies sind die zentralen Ergebnisse des ,,Low Cost Monitor 1/2017" des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).


Das Streckennetz der Low Cost Carrier erreicht laut Studie mit 518 unterschiedlichen Strecken ab Deutschland in einem Winterhalbjahr einen neuen Höchstwert. Am stärksten erweitert Ryanair das Streckennetz mit zusätzlichen 35 Verbindungen, einem Plus von 25 Prozent. Auch Easyjet legt zu und fliegt sieben neue Ziele an. Dominierend, wenn auch ohne Wachstum zum Vorjahr, bleibt Eurowings/Germanwings, die im Winter 2017 über das größte Angebot an Low Cost-Flügen in und ab Deutschland mit mehr als 50 Prozent Marktanteil verfügte. Dahinter folgt Ryanair mit einem Anteil von 21,5 Prozent und Easyjet mit elf Prozent. Allein Ryanair steigerte das Angebot um ein Fünftel und bietet rund 150 Flüge mehr an als noch im Vorjahr. Gesellschaften wie Transavia und Norwegian verdoppeln ihr Angebot sogar.

Ein weiter niedriger Ölpreis und der sich verschärfende Wettbewerb mit zunehmender Konkurrenz auf gleichen Strecken lässt die durchschnittlichen Bruttopreise der Billiganbieter für einen einfachen Flug auf einen Bereich von 44 bis 105 Euro sinken. Im Vorjahr lag diese Spannweite noch bei 64 bis 107 Euro. Ryanair und Wizz haben trotz verstärkter Präsenz an Großflughäfen die Preise gegenüber dem letzten Jahr gesenkt und den Trend fallender Ticketpreise gestärkt.

Mit knapp 30 Prozent sind innerdeutsche Low-Cost-Flüge am beliebtesten, obwohl es hier nur knapp ein Zehntel aller Strecken gibt. Dagegen entfallen 16 Prozent und damit 85 Strecken ab Deutschland auf das immer beliebtere Reiseziel Spanien. Das ist ein Zuwachs von einem Fünftel gegenüber dem Winter 2016. Daneben werden osteuropäische Länder wie Rumänien, Ungarn oder Bulgarien zunehmend häufiger angeflogen. Durch die Langstreckenangebote von Eurowings haben auch die USA, Thailand oder Mittelamerika weiter an Bedeutung gewonnen.

Die meisten Low-Cost-Fluggesellschaften nutzten im Winter 2017 die Flughäfen in Berlin-Schönefeld, Düsseldorf, Hamburg und Köln/Bonn. Berlin-Schönefeld verzeichnet dabei mit über 30 Prozent die höchste Steigerung, was hauptsächlich auf Ryanair und Easyjet zurückzuführen ist. Um 23 Prozent steigt der Anteil in Hamburg, unter anderem aufgrund der Expansion von Ryanair. Aber auch Germanwings, Easyjet und Norwegian bauen ihre Marktpräsenz dort aus, und Wizz kommt neu hinzu. Auch an Deutschlands größtem Flughafen Frankfurt gewinnt der Low-Cost-Verkehr langsam an Bedeutung, allerdings mit einem Anteil von einem Prozent am Frankfurter Gesamtflugaufkommen auf noch sehr geringem Niveau. Dies dürfte sich weiter ändern, denn Ryanair plant, Frankfurt ab Herbst 2017 mit über 20 Flugzielen zu bedienen. Aktuell hat Ryanair einen Anteil von fünf Prozent am gesamtdeutschen Flugverkehr, der sich damit weiter steigern dürfte. Auch Eurowings hat große Pläne mit einer eigenen Basis in Frankfurt ab 2018, nachdem in diesem Jahr München ins Visier genommen worden ist.

Größte europäische Billig-Fluggesellschaft ist weiterhin Ryanair mit mehr als 11 000 Starts im Januar 2017. Die irische Fluglinie konnte ihr Angebot gegenüber dem Vorjahr europaweit noch einmal um mehr als zehn Prozent steigern, wobei das Streckennetz sogar um mehr als 18 Prozent gewachsen ist. Daran hat der Ausbau in Deutschland einen großen Anteil. Das Land mit dem größten Billigflugangebot bleibt Großbritannien mit über 9000 Starts pro Woche.

Billigflüge gewinnen auch auf der Langstrecke deutlich an Bedeutung. Während seit 2013 bereits Norwegian Flüge in die USA und nach Asien mit der modernen Boeing 787 ab Kopenhagen, Oslo oder Stockholm anbietet, gibt es diese mittlerweile auch ab London, Paris oder Barcelona. Zudem bietet Eurowings seit Ende 2015 Flüge nach Asien und Amerika ab Köln/Bonn an. Insgesamt gibt es bereits 92 interkontinentale Low-Cost-Flüge pro Woche ab Europa gegenüber 55 im Vorjahr.

Die genannten Ergebnisse der Studie basieren auf Daten einer Referenzwoche im Januar 2017. Airberlin, bis vor einem Jahr im halbjährlichen Low-Cost-Monitor berücksichtigt, wird aufgrund der strukturellen Veränderungen nicht mehr betrachtet. (ampnet/jri)

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