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Sonst noch was - Gut gemeint

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  • 18. Juni 2017, 10:02 Uhr
  • Günter Weigel/SP-X
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Sonst noch was? Foto: SP-X

Man kann nicht immer alles richtig machen und selbst gute Ideen können nach hinten losgehen. Dass muss aber nicht so sein. Manchmal liegt die einfache Lösung so nahe.

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Gut gemeint ist bekanntlich nicht automatisch auch gut gemacht. Das mussten jetzt die Marketingverantwortlichen von Renault feststellen. Ihre originelle Idee, zur Lackfarbe des Twingos gleich den passenden Nagellack für die fahrende- oder beifahrende Dame des Hauses anzubieten, erzielte jedenfalls ein eher zwiespältiges Echo. Die Mademoiselles und Madames im Nachbarland waren nachgerade echauffiert, suggerierte doch der Begleittext zum Nagellack, dass die Damen des Fahrens und unfallfreien Parkens nicht immer mächtig sind.

Dass lässt sich die selbstbewusste Französin natürlich so nicht sagen. Die putzige Idee, mit dem Nagellack gleich auch unauffällig kleine Lackschäden ausbessern zu können und das en passent dem Gatten oder Lebensabschnittsgefährten zu verheimlichen, sorgte jedenfalls im Netz für einen Shitstorm. Der wiederum veranlasste Renault zu der Erklärung, dass man mit dem Werbespot zum Nagellack aber auf keinen Fall jemanden diskriminieren oder gar angreifen wollte. Dabei wissen die Renault-Macher sicherlich aus eigener Erfahrung wie das mit dem Parken speziell in Paris so geht. Citroen packt nicht ohne Grund die Seiten des Cactus mit Plastikplanken zu, auf dass erst gar keine Dellen und Kratzer entstehen. Im richtigen Leben dürften auch die üblichen Twingo-Chauffeusen eher unzickig über Parkkratzer hinwegsehen, solange dabei die eigene Maniküre nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Aber, mon dieu, das Leben ist kompliziert, auch in Frankreich.

Das wiederum mag ein Grund gewesen sein, weshalb KT Neumann ziemlich kurzfristig befand, dass Opel auch ohne ihn zu einer Marke im PSA-Universum werden könne. Nebenbei macht ihn das frei, gelegentlich andere große Aufgaben in der Autowelt zu übernehmen. An dem einen oder anderen Stuhl wird ja immer wieder mal gesägt, da dürfte beizeiten was frei werden.

Aber bleiben wir einen Moment bei Opel. Die Rüsselsheimer haben ihrem scheidenden Chef gleich noch einen neuen Slogan präsentiert: ,,Die Zukunft gehört allen". Ihm also auch ein Stück weit. Das ist doch nett, zumal er ja noch in der Geschäftsführung bleibt, bis alles unter Dach und Fach ist. Zum Slogan gibt es auch ein geliftetes Logo. Der Opel-Blitz bleibt natürlich erhalten, aber er wird inhaltlich gewissermaßen aufgeladen, steht er doch nun für die künftige Elektrizität in der Mobilität von Opel, während der Kreis das klassische Rad verkörpert. Einfach schön. Man hätte früher darauf kommen können. Und weil einfach schön einfach schön ist, hat man das Logo nebenbei stark vereinfacht. Nichts mehr mit Schatten und Dreidimensionalität, schlicht ein Kreis und ein Blitz in Schwarz. So einfach, man könnte es mit einem Nagellackpinsel malen.

Apropos einfach malen -  in schwarz und weiß. Darin ist der amerikanische Präsidentendarsteller Donald Trump bekanntlich nicht unbegabt, in Sachen amerikanische Autos aber mitunter auf dem Holzweg. Da mutet ihm doch tatsächlich seine eigene Highway-Behörde die Erkenntnis zu, dass der Toyota Camry das amerikanischste Auto sei. Gut dass es die American University in Washington D.C. gibt und die noch etwas Geld für Studien hat. Jedenfalls hat man dort studiert, dass der amerikanischste aller amerikanischen Wagen mitnichten ein Japaner ist, sondern dem Chevrolet Traverse diese Ehre gebührt. Mit der Kür des Riesen-Pickups hat Donald nun zumindest alternative Argumente, von Fakten wollen wir bei einer derart diffizilen Frage lieber nicht sprechen. Die würden ihn auch nicht interessieren. Sonst noch was? Nächste Woche wieder.

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