Oldtimer

Porsche 917 aus Le Mans - Filmgeschichte zu verkaufen

img
Der Porsche 917 aus "Le Mans" wird versteigert Foto: Gooding & Company / Mathieu Heurtault

Mit ,,Le Mans'' setzte Steve McQueen dem Motorsport und sich selbst ein Denkmal. Nun ist eine der wichtigsten Requisiten zu verkaufen.

Anzeige

Wir schreiben das Jahr 1970: Porsche gewinnt mit dem 917K (,,K" für ,,Kurzheck") zum ersten Mal die 24 Stunden von Le Mans. Am Steuer: Hans Herrmann und Richard Attwood. Der in der rot-weißen Lackierung des ,,Porsche Team Salzburg" gestaltete Rennwagen steht heute im Porsche Museum in Stuttgart-Zuffenhausen. Ein weiterer 917 kam beim Langstreckenklassiker 1970 zwar nur als Testwagen zum Einsatz, ist heute allerdings mindestens genauso berühmt wie das Siegerfahrzeug. Die Rede ist vom Chassis 917-024, das nun bei der Auktionsfirma Gooding & Company unter den Hammer kommt. Der erwartete Erlös: zwischen 13 und 16 Millionen Euro.
 
Der in den legendären Gulf-Farben (Hellblau und Orange) lackierte 917 spielte zusammen mit Steve McQueen eine der Hauptrollen im ebenfalls 1970 entstandenen Motorsport-Epos ,,Le Mans" und zählt zu den bekanntesten Rennwagen überhaupt. Zwar floppte der Film im Erscheinungsjahr in den Kinos - wohl auch, weil es nahezu keine Dialoge und ,,nur" sehr viel Renn-Eindrücke zu sehen gab - und forderte viele finanzielle und auch körperliche Opfer. Heute gilt ,,Le Mans" allerdings als Meilenstein.
 
Chassis 917-024 kam bei den Dreharbeiten sowohl vor der Kamera als auch als Kamera-Fahrzeug zum Einsatz. Kleiner Wermutstropfen: McQueen saß nie selbst am Steuer des Gulf-917. Für die spektakulären Rennszenen nahm Porsche-Mann Herbert Linge im Mittelmotor-Renner Platz. Wenige Jahre nach seinem Einsatz am Set von ,,Le Mans" verschwand 917-024 und wurde erst Anfang des neuen Jahrtausends wieder entdeckt - in einer Scheune nahe Paris. Es folgten eine aufwendige Restaurierung an der Technischen Hochschule Aachen und ein beinahe-Verkauf von Gooding & Company 2014. Tragische Fußnote zu ,,Le Mans" und 917-024. Rennfahrer Jo Siffert, welcher das Auto für den Film an McQueen vermietete, starb drei Jahre später während eines anderen Autorennens. Der Trauerzug zu seiner Beerdigung wurde von 50.000 Menschen besucht und an der Spitze rollte damals 917-024.

STARTSEITE

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie vor Ihrer Eingabe unbedingt unseren Datenschutzhinweis.