Motorsport

Saubere Sache: Erster Formel-E-Titel für Abt-Schaeffler

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mid Groß-Gerau - Saisonfinale mit Happy End: Vor der malerischen Skyline von Montreal fährt Abt-Schaeffler-Pilot Lucas di Grassi seinem ersten Titelgewinn in der Formel E entgegen. Schaeffler

Im dritten Anlauf hat es endlich geklappt: Mit einer Pole Position, einem Sieg und einem siebten Platz wendete der Brasilianer Lucas di Grassi im Saisonfinale in Montreal das Blatt und bescherte dem deutschen Team Abt Schaffer Audi Sport den ersten Fahrer-Titel in der Formel E.

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Im dritten Anlauf hat es endlich geklappt: Mit einer Pole Position, einem Sieg und einem siebten Platz wendete der Brasilianer Lucas di Grassi im Saisonfinale in Montreal das Blatt und bescherte dem deutschen Team Abt Schaffer Audi Sport den ersten Fahrer-Titel in der Formel E. Lucas di Grassi war mit einem Rückstand von zehn Punkten auf Renault-Pilot Sebastien Buemi in die kanadische Metropole gereist. Umso glücklicher war der Brasilianer nach dem Happy End. "Ich bin überwältigt - jetzt haben wir es wirklich geschafft. Zweimal sind wir schon knapp vorbeigeschrammt. Mehr als drei Jahre haben wir hart für diesen Moment gearbeitet", sagte Lucas di Grassi und dankte dem ganzen Team: "Wir sind wie eine Familie."

Großen Anteil am Erfolg hat auch Automobilzulieferer Schaeffler, der in dieser Saison zusammen mit Abt den Antriebsstrang für die beiden Boliden FE02 entwickelt hat, Schaeffler ist seit der ersten Saison 2014/2015 Partner des einzigen deutschen Rennstalls dieser Serie. Der Weltkonzern aus Herzogenaurach zählt zu den Elektromobilitäts-Pionieren, die an die Vision von elektrisch angetriebenem Motorsport mitten im Zentrum von Metropolen rund um den Globus geglaubt und den Boden für die weltweit wachsende Popularität der Formel E bereitet haben, loben die Verantwortlichen von Abt.

Seit der Öffnung des technischen Reglements in der zweiten Saison ist Schaeffler in die gemeinsame Eigenentwicklung des Antriebsstrangs mit Abt involviert. Dazu zählen Motor, Getriebe, hintere Fahrwerksaufhängung und Steuerungs-Software. Am Ende der dritten Saison gibt es neben dem ersten Fahrer-Titel insgesamt sieben Siege, 24 Podestplatzierungen sowie vier Pole Positions zu feiern. Nur in der Teamwertung musste Abt Schaeffler wie in der Vorsaison abermals dem großen Rivalen Renault den Vortritt lassen.

Die neue Saison beginnt bereits im Dezember 2017 im Herzen von Hong Kong. Dann startet das Team nach der Übernahme durch Autobauer Audi in eine neue Ära. Beim deutschen Heimrennen in Berlin hatten der Autohersteller und Schaeffler eine Kooperation über drei Jahre zur Weiterentwicklung des Antriebsstrangs vereinbart. "An keinem Tag passt der Spruch 'Never change a winning team' wohl besser als heute", erklärt Prof. Dr. Peter Gutzmer, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands und Vorstand Technologie Schaeffler. "Wir werden jetzt diesen Titel feiern, den sich alle bei Abt und Schaeffler in drei Jahren verdient haben."

Das Engagement in der Formel E passe zur Unternehmensstrategie "Mobility for tomorrow", mit der Schaeffler die Zukunft der Mobilität mitgestaltet, so Prof. Dr. Peter Gutzmer. Die Formel E sei für Schaeffler ein ideales Betätigungsfeld, um im immer relevanter werdenden Bereich der Elektromobilität Erkenntnisse und Motivation für die eigenen Ingenieure zu gewinnen. In der jüngeren Vergangenheit wurde das Entwicklerteam von Komponenten für Elektrofahrzeuge verdoppelt und kann bei seiner Arbeit direkt auf das Know-how von der Rennstrecke zurückgreifen. Mittlerweile bietet Schaeffler eine Vielzahl von Produkten für die Elektromobilität und die Elektrifizierung des gesamten Antriebsstrangs an: von Technologien für eine 48-Volt-Hybridisierung und Hochvolt-Hybridmodulen bis hin zu modular aufgebauten E-Achsen, wie sie auch in Kürze in namhaften Oberklasse-E-Fahrzeugen zum Einsatz kommen sollen.

Für Audi-Motorsportchef Dieter Gass war das Finale zugleich beste Werbung für die Formel E. In der Stunde des Triumphs richtete er aber den Blick auch nach vorn, denn in der nächsten Saison kommt es in der Rennserie zum Gipfeltreffen der deutschen Premiumhersteller. "Dass uns nach BMW auch Mercedes und Porsche in diese zukunftsweisende Rennserie folgen, unterstreicht die wachsende Bedeutung des rein elektrischen Motorsports."

Ralf Loweg / mid

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