Rennstrecke

Oldtimer Grand Prix und Sachsen Classic: Skoda präsentiert große Geschichte

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mid Groß-Gerau - Ost-Spektakel: Bei der Sachsen Classic schickt Skoda die Rallye-Flotte auf bekanntes Terrain. Die Wagen galten einst als Mercedes des Ostens. Skoda

Der Oldtimer Grand Prix auf dem Nürburgring und die mittlerweile legendäre Oldtimer-Rallye Sachsen Classic sind bei den Freunden historischer Automobile als Pflichttermine rot im Kalender markiert. Skoda ist mit einem eindrucksvollen Fuhrpark aus der langen Geschichte der Marke dabei.

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Der Oldtimer Grand Prix auf dem Nürburgring und die mittlerweile legendäre Oldtimer-Rallye Sachsen Classic sind bei den Freunden historischer Automobile als Pflichttermine rot im Kalender markiert. Skoda ist mit einem eindrucksvollen Fuhrpark aus der langen Geschichte der Marke dabei.

Sage und schreibe 46 historische Automobile mit dem Skoda-Logo treten den Weg aus den Garagen privater Sammler und dem Werks-Museum in Mlada Boleslav, dem angestammten Unternehmenssitz der Traditionsmarke, in die Eifel an. Vom 11. bis 13. August 2017 trifft sich die Fangemeinde historischer Automobile am Nürburgring zum Stelldichein beim 45. Oldtimer Grand Prix. Für Skoda ist das ein Pflichttermin, schließlich gehört die tschechische Marke zu den ältesten Automobilherstellern überhaupt.

War die Geschichte des Unternehmens in der Vergangenheit über lange Zeit mehr als wechselhaft, so feiern die Werker in Mlada Boleslav seit den 1990er Jahren einen Verkaufserfolg nach dem anderen. Immer jedoch war es der sportliche Wettkampf, in denen die Unternehmensgründer Laurin und Klement die Tauglichkeit und das Leitungspotenzial ihrer Produkte unter Beweis stellen wollten. Und daran hat sich bis in die heutige Zeit nichts geändert. Skoda fährt erfolgreich in nationalen und internationalen Rallye-Wettbewerben mit, die Urkunden und Pokale für gewonnene Rennen und Meisterschaften füllen einen nicht unerheblichen Teil des Museums.

Schon 1895 begannen Laurin und Klement in Mlada Boleslav mit der Produktion von Fahrrädern, kurz darauf fuhren die ersten Sportler auf ihren Fahrrädern der Marke Slavia die ersten Siege ein. Schon 1898 gesellen sich Motorräder dazu, die sich auf teils abenteuerlichen Strecken, die durchaus über die Terrasse eines Ausflugslokals führen konnten, sportliche Lorbeeren holten. Und 1905 wurden aus zwei Rädern vier, die Voiturette A war das erste Automobil der beiden Tüftler.

Schnell stiegen Hubraum und Leistung der Motoren, auf Fernfahrten und Rennveranstaltungen zeigten die L&K-Automobile, was in ihnen steckt. Dabei finden sich in den Aufzeichnungen der Chronisten teils wundersame Anekdoten. So etwa die über den erfolgreichen, aber mit 120 Kilogramm eher schwergewichtigen Rennfahrer Sascha Graf Kolowrat. Eines Mankos war er sich durchaus bewusst, wählte daher für die Rennen, bei denen damals immer zwei Recken der Rennbahn im Wagen saßen, einen möglichst schmalbrüstigen Beifahrer. Mehr noch: Um das Gewichtslimit für Fahrer und Fahrzeug einzuhalten, demontierte er die schwere Sitzbank des Rennautos und ersetzte sie durch zwei leichte Terrassenstühle aus Bambus, die er hinter dem Lenkrad befestigte.

Diese Möglichkeiten bieten sich heute freilich nicht mehr, die technische Abnahme beim Oldtimer Grand Prix und bei der Zuverlässigkeitsfahrt Sachsen Classic (16. bis 19. August 2017) ist zwar weit weniger streng als bei der deutschen oder der internationalen Rallyemeisterschaft, Spielraum für derartige Tricks geben sie jedoch nicht. Auch die sieben Skoda-Fahrzeuge der Teilnehmer an der traditionellen Classic Rallye durch Sachsen entsprechen vollständig den technischen Vorgaben und sind in hervorragendem, originalgetreuem Zustand. Zu ihnen gehören heute rare Exemplare, die bereits siegreich an der Rallye Monte Carlo teilgenommen und den dort üblicherweise dominierenden Alfa Romeos die Rückleuchten gezeigt haben - oder auf der Rundstrecke dem Rivalen BMW.

Bei beiden Oldtimer-Veranstaltungen wird automobile Historie wieder lebendig. Sie zeigt, wie Autos früher ohne Assistenzsysteme und Abgasreinigung ganz unbeschwert und sehr viel leichter als heute über die Runden kamen. Der zarte Duft nach Benzin und heißem Reifengummi gehört daher zu den von den Fans so geschätzten Begleiterscheinungen der Oldie-Wettfahrten. Für Enthusiasten gilt Besuchspflicht.

Michael Kirchberger / mid

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