Reise & Caravaning

VW-Konzeptstudie California XXL - Drei Zimmer, Küche, Bad auf Rädern

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Der VW-Eigenausbau des neuen Crafter ist das Highlight des Düsseldorfer Caravan-Salons Foto: VW

Der VW-Eigenausbau des neuen Crafter ist das Highlight des Düsseldorfer Caravan-Salons. Der Reisemobil-Studie California XXL ist vollgestopft mit innovativen Ideen, von denen man sich nur erhoffen kann, dass sie in der Mehrheit auch den Weg in die Serie finden werden.

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Donnerwetter, da hat die Nutzfahrzeug-Sparte des VW-Konzerns wirklich nicht zu viel versprochen. Für die Reisemobil-Studie California XXL, die auf dem Düsseldorfer Caravan-Salon ihre Weltpremiere feiert, haben sich Designchef Albert Kirzinger und seine kreative Mannschaft mächtig ins Zeug gelegt. Mit einem neuartigen Innenraumkonzept und vielen innovativen Ideen weist der Crafter-Ausbau den Weg in die Zukunft und widerlegt jene Zeitgenossen, die innenarchitektonische Variationen bei den Kastenwagen für ausgelutscht halten.

Mit einem Höchstmaß an Raumoptimierung und Flexibilität verwandeln die VW-Stylisten den nur sechs Meter langen, auf dem mittleren Radstand (3,64 Meter) ba-sierenden Crafter in ein rollendes Drei-Zimmer-Appartement mit Küche und Bad. Ei-ne Fünf-Raum-Wohnung, in der jeder einzelne Bereich mit viel Bewegungsfreiheit ausgestattet und über ein großzügiges Raumgefühl verfügt.

Der Wohn-/Essbereich mit der Zweierbank, großem, auf der Fahrerseite eingehäng-tem Tisch und den gedrehten Frontsesseln wirkt von den gängigen Grundrissen her vertraut. Allerdings fällt schon einmal eine Stehhöhe von 2,20 Meter auf. Vier große Dach-Panoramafenster sorgen für ein lichtes Ambiente und in Verbindung mit den weißen Möbeln und den gelbgrauen Stoffbezügen für einen erfrischenden Auftritt. Sie fluten den Innenraum aber nicht nur tagsüber mit Licht. Sie sind nämlich mit Lichtstreifen ausgestattet, die bei schlechtem Wetter oder am Abend als zusätzliche Ambiente-Beleuchtung für Helligkeit sorgen.

In den seitlichen Oberschrank ist die Espresso-Maschine integriert. Ein iPad Plus hinter der Sitzbank übernimmt die Aufgaben eines Kontrollpaneels, über das fast sämtliche Funktionen im Wohnbereich bedient werden können. Die Füllstände von Wasser-, Abwasser- und Gastank können abgelesen werden, die Fußbodenheizung kann reguliert werden und natürlich auch für das passende Infotainment gesorgt werden.

Ein Kinderschlafzimmer befindet sich über dem Fahrerhaus. Hier kann mit einem einfachen und leicht bedienbaren Auszug ein 1,70x1,20 Meter großes Bett für zwei Sprösslinge gebaut werden, die sich vor dem Einschlafen durch das vordere, aus-stellbare Panoramafenster noch den Sternenhimmel ansehen können.

Der Küchenblock steht zwar an gewohnter Stelle auf der Beifahrerseite halb im Be-reich der Schiebetür. Durch einen vorderen Auszug und die umklappbare Abtren-nung zum Heckbereich ergibt sich aber eine Küchenzeile von maximal zwei Metern Länge, die einen Arbeitsbereich bietet wie in keinem anderen Kastenwagen des Wettbewerbs. Eine clevere Detaillösung: Wird nicht gekocht, können die Gasbrenner per Knopfdruck in die Aluminiumoberfläche des Herdes eingefahren werden, was dann neben dem Spülbecken eine ebene Fläche ergibt, auf der sich ein zusätzliches Schneidebrett hin- und herschieben lässt. Kühlschränke sind gleich zwei an der Zahl montiert. Einer unter dem Gasbrenner mit einem seitlichen Auszug, und der zweite samt Gefrierfach im Oberschrank über Herd und Spüle. Insgesamt über 100 Liter Fassungsvermögen.

Der Clou ist freilich das wandelbare Badezimmer. Ist es nicht in Benutzung, wirkt es wie eine Schrankfläche, bei der lediglich ein in die Oberfläche eingearbeitetes Herz einen Hinweis auf das gibt, was sich hinter der Schrankfläche befindet. Vor dem Betreten des Bades wird die gesamte Vorderfront im Stile einer ,,Apothekertür" einfach Richtung Küchenzeile aufgezogen. Der wie in einem Schiff gestreifte Korkboden schiebt sich unter die Küchenzeile und macht Platz für die in den Badboden integrierte Duschwanne. Die Nasszelle verdoppelt damit ihren Raum auf 1,20x0,60 Meter Grundfläche, und es ist reichlich Platz zum Duschen vorhanden. Über dem fest installierten WC lässt sich das Waschbecken herunterklappen. Ein großer schwenkbarer Spiegel verschließt auf der linken Seite einen Schrank für Seife, Shampoo und sonstige Toilettenartikel. Mehr Raumoptimierung geht nicht.

Das herausgefahrene Bad kann auch als Trennwand zum hinteren Schlafbereich genutzt werden. Das ist allerdings ungünstig, wenn dort ein nächtlicher Toilettengang notwendig wird. Womit wir im letzten Zimmer angekommen wären: dem Schlafbereich. Hier sind zwei Einzelbetten eingebaut, die tagsüber ohne verbindendes Mittelteil mehr Bewegungsfreiheit bei Küchenaktivitäten erlauben und nachts mit dem von der Fahrerseite aus herausgeklappten Zwischenstück zu einer großen durchgängigen Liegefläche (2,00x1,70 Meter) ergänzt werden können.

Auch hier finden sich pfiffige Detaillösungen wie eine nach eigenem Gusto in ver-schiedenen Zonen heiz- und kühlbare Bettfläche oder ein Beamer in der Heckrück-wand, der auf Wunsch Filme und Videos auf die Außenwand des Bades projiziert. Rundherum offerieren Oberschränke, die sich mit Klappen wie im Flugzeug öffnen lassen, jede Menge Stauraum. Eine Stange für hängende Kleider fehlt allerdings.

Von außen präsentiert sich die rollende Fünf-Raum-Wohnung mit der Zweifarb-Lackierung ganz im Geiste des erfolgreichen T6-Californias. Das aufgepflanzte Su-perhochdach mag funktional ein wesentliches Element sein, optisch wirkt die XXL-Variante damit aber nicht wie aus einem Guss. Die kleine Nase über der Wind-schutzscheibe könnte man als Mini-Alkoven noch verkraften, aber das am Heck oberhalb der Türgrifflinie angebrachte Verlängerungsstück stört die Harmonie doch deutlich, ist wegen der zwei Meter langen Betten im Heck aber zwingend notwendig. Nur beim längeren Radstand könnte man darauf verzichten.

Soweit sind die VW-Verantwortlichen aber noch lange nicht. Vorstandschef Eckhard Scholz machte am Vorabend des Caravan-Salons zwar keinen Hehl daraus, dass VW einen großen Bruder des Californias auf Crafter-Basis in Eigenregie bauen wird. Welche der revolutionären Ideen aus der Studie den Weg in die Serienproduktion finden wird, sei allerdings noch offen. Auch zu Preisspekulationen ließ er sich nicht hinreißen. Denn eins ist klar: Wer die vielen Vorzüge des aktuell besten Nutzfahrzeugs in seiner Klasse nutzen will, wie in der Studie auf Allradantrieb und Luftfederung setzt und mit einem Großteil der innovativen Lösungen den Preis noch weiter in die Höhe schrauben dürfte, der bewegt sich wahrscheinlich schon in Regionen nahe der 100.000-Euro-Grenze.

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