Motorsport

90 Jahre Nürburgring auf einem Auto

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mid Groß-Gerau - Initiator Axel Watter, Künstler Martin Höfer, Teameigner Anja und Mirko Lubner (v.l.n.r.) präsentieren den Opel Astra OPC Cup im "Nürburgring-Look". Uwe-Jens Igel

Autos sind an und für sich schon Kunstwerke. Doch manche Hersteller veredeln ihre Modelle gerne und nennen das dann 'Art Car'. BMW treibt es da besonders bunt. Doch das aktuelle Projekt des renommierten Künstlers Martin Höfer zum 90. Geburtstag des Nürburgrings stellt wohl alles in den Schatten. Und dafür hat sich der Leipziger jetzt einen knallroten Opel Astra OPC Cup vorgenommen.

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Autos sind an und für sich schon Kunstwerke. Doch manche Hersteller veredeln ihre Modelle gerne und nennen das dann "Art Car". BMW treibt es da besonders bunt und überrascht die Motorsport-Fans jedes Jahr mit einem neuen "Gemälde" auf vier Rädern. Vor allem bei Sammlern rund um den Globus sind diese einzigartigen Fahrzeuge heiß begeht.

Doch das aktuelle Projekt des renommierten Künstlers Martin Höfer stellt wohl alles in den Schatten. Denn der Leipziger hat sich jetzt den A.T.U Opel Astra OPC Cup vorgenommen, der 2017 schon beim 24-Stunden-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife für Furore gesorgt hat. Auf der Karosse des knallroten Rennautos vom Team Lubner aus Georgenthal in Thüringen spiegelt sich die Geschichte der weltberühmten Rennstecke wider. Was steckt hinter der originellen Aktion? Ganz einfach: Der Nürburgring feiert 2017 seinen 90. Geburtstag, und da müssen natürlich außergewöhnliche Geschenke her.

Auch der ADAC, der die Geschichte des Nürburgrings maßgeblich mitgestaltet und geprägt hat, ist von der Aktion begeistert. "Das erste Rennen auf dieser Strecke war 1927 das ADAC-Eifelrennen", sagt ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk dem mid. Die berühmten ADAC-1.000-Kilometer-Rennen auf dem Nürburgring bis in die 1980er Jahre sind heute legendär. Und bis 2007 war der ADAC gemeinsam mit dem Nürburgring sogar Veranstalter des Formel-1-Grand Prix. Das ADAC Zurich 24-Stunden-Rennen und der ADAC Truck-Grand-Prix zählen heute zu den zuschauerträchtigsten Veranstaltungen in der Eifel. 2007 wurde dort auch die Erfolgsgeschichte des ADAC GT Masters gestartet. Toymczyk: "Wir freuen uns auf noch viele spannende Rennen auf dem Nürburgring und wünschen viel Erfolg für die Zukunft."

Hans-Joachim Stuck, ehemaliger Rennfahrer und heute Präsident des Deutschen Motor Sport Bundes (DMSB), bringt es in seiner typischen Art auf den Punkt: "Frankreich hat den Eifelturm, England den Big Ben und Deutschland den Nürburgring." Das ist nicht übertrieben. Der legendäre Kurs in der Eifel hat unzählige Kapitel Motorsport-Geschichte geschrieben, Tragödien und Triumphe lagen immer dicht beieinander. Auf der ursprünglich rund 28 Kilometer langen Rennstrecke wurden einst die weltberühmten Silberpfeile von Mercedes-Benz geboren, Niki Lauda überlebte einen spektakulären Feuer-Unfall und Michael Schumacher wurde zur Legende - um nur einige Beispiele zu nennen. Und der dreimalige Formel-1-Weltmeister Sir Jackie Stewart taufte die 1927 gebaute Piste aus Respekt "grüne Hölle".

Der A.T.U Opel Astra OPC Cup ist der erste Rennwagen, auf dem das Thema "90 Jahre Nürburgring" künstlerisch umgesetzt wird. Enthüllt wurde dieser außergewöhnliche Geburtstagsgruß jetzt in der thüringischen Stadt Gotha. Der Clou: Am Wochenende startet der 320 PS starke Rennwagen beim 6. Lauf der VLN-Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring. Egal, wie das Team Lubner in diesem Rennen am Ende abschneidet: Der Astra wird ganz sicher das Objekt der Begierde für alle Fotografen sein.

Künstler Martin Höfer ist kein Unbekannter. Unter anderem hat der 34-Jährige das Design der fünf deutschen Bobs für die Olympischen Winterspiele 2018 in Südkorea entworfen. Doch was zeichnet den neu gestalteten Astra alles aus? Für das Art Car hat Martin Höfer geschichtsträchtige Szenen aus 90 Jahren Motorsport auf dem Nürburgring in einem Fotostreifen auf beiden Seiten des Rennwagens festgehalten. Die klassische schwarz-weiß-Darstellung soll dabei die historische Bedeutung unterstreichen, sagt der Künstler.

Eines darf bei dieser exklusiven Zeitreise natürlich nicht fehlen, und das sind die Namen der legendären Streckenabschnitte wie "Schwedenkreuz", "Fuchsröhre", "Adenauer Forst", "Bergwerk", "Karussell" oder "Schwalbenschwanz". Die sind rund um das Auto zu lesen und dokumentieren damit auf sehr anschauliche Weise eine "Ring"-Runde. Im Kontrast dazu glänzt das Nürburgring-Logo in Weiß auf der roten Motorhaube des Renn-Astra. Die bekannte Skizze der Rennstrecke und der zeitlose Namensschriftzug sollen die erfolgreiche Vergangenheit mit einer (hoffentlich) vielversprechenden Zukunft verbinden.

"Mit dem Art Car gratulieren wir dem Nürburgring zum Jubiläum. Seit der Eröffnung hat der Nürburgring als 'Gebirgs-, Renn- und Prüfstrecke die Geschichte des Automobils maßgeblich mitgeprägt", sagt A.T.U-Chef Jörn Werner, einer der treibenden Kräfte der Aktion und bekannt für seine pfiffigen Ideen. So drehten die beiden Opel Astra beim 24-Stunden-Rennen Ende Mai zusammen 243 Runden auf dem "Ring" und sammelten dadurch im Rahmen einer Mitarbeiter-Aktion mehr als 7.500 Euro für die Christiane-Herzog-Stiftung zugunsten von Mukoviszidose-Kranke. Initiator des Art Car "90 Jahre Nürburgring" ist übrigens der bekannte Motorsport-Journalist Axel Watter.

Ralf Loweg / mid

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