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Leser fragen - Experten antworten - Zerstört Zucker im Tank den Motor?

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  • 12. Oktober 2017, 12:35 Uhr
  • Dirk Schwarz/SP-X
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Hans-Georg Marmit, Kraftfahrzeugexperte der KÜS Foto: KÜS

Zucker im Tank - ein Sabotage-Akt, wie man ihn vor allem aus Trickfilmen und Komödien kennt. Würde er auch in der Realität klappen?

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Frage: Bei einem Gespräch unter Freunden kam das Thema auf Auto-Mythen. Stimmt es, dass Zucker im Tank ein Fahrzeug sofort außer Betrieb setzt?

Antwort von Hans Georg Marmit, Kraftfahrzeugexperte bei der Sachverständigenorganisation KÜS: Irgendwas in den Tank kippen, was kein zugelassener Kraftstoff ist? Das ist nie eine gute Idee. Dass der Motor nach Zuckerzusatz sofort kaputt ginge, ist allerdings trotzdem ein Mythos. Denn anders als man vielleicht vermutet, löst sich Zucker nicht in Benzin oder Diesel auf. Die aus Comic und Co. bekannte Klebemasse entsteht also gar nicht.

Trotzdem rate ich natürlich davon ab, etwa zu ,,Studienzwecken" Zucker in den Tank zu kippen. Denn selbst die ungelösten Kristalle können schwere Schäden anrichten. Etwa am Kraftstofffilter, an den Einspritzdüsen oder an der Kraftstoffpumpe. Dafür reicht es schon, wenn diese nur einzelne Kristalle aus dem Zucker-Bodensatz aufwirbelt und anschließend ansaugt. Die resultierenden Schäden sind unter Umständen gar nicht sofort zu bemerken, können aber teure Folgen haben.

Unterm Strich ist Zucker im Tank aber nicht gefährlicher oder ungefährlicher als andere Feststoffe oder Schwebeteilchen. Unangenehm kann es für den Motor (und den Fahrzeugbesitzer) so oder so werden, denn moderne Aggregate reagieren auf Fremdstoffe extrem empfindlich.

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