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Sonst noch was? - Allerlei Albernheiten

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  • 14. Januar 2018, 11:16 Uhr
  • Günter Weigel/SP-X
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Snw Foto: sps

Ist dem Esel zu Wohl, geht er bekanntlich aufs Eis. Oder ihm fällt anderer Unfug ein. Die Ideen zweier einheimischer Premiummarken waren zumindest amüsant.

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Zwischen der Zukunftsmesse CES in Las Vegas und der Gegenwartsshow in Detroit ab morgen nutzte die Autoindustrie die Woche für allerlei Albernheiten. Allen voran, wie auch im richtigen Leben auf dem Markt der etwas teureren Produkte, zwei deutsche Premiummarken. Zunächst einmal analysierten BMW und Mercedes die Verkaufszahlen des vergangenen Jahres ganz genau, um dann jeder für sich festzustellen, man sei der Größte in Sachen Premium. Und beide haben Recht. Mercedes hat als Einzelmarke so viele Autos mit Stern verkauft wie nie zuvor und vor allem auch mehr als BMW und Audi. BMW wiederum proklamiert für sich, den höchsten Absatz als Premium-Group, also mit Mini und Rolls Royce. Herzlichen Glückwunsch beiden süddeutschen Marken. Audi war auch Sieger. Von den dreien setzten die Ingolstädter die meisten Fahrzeuge in China, dem größten Automarkt der Welt, ab. So herrschte allerseits Friede, Freude, Eierkuchen.
Wobei wir uns bei Letzterem nicht so sicher sind. Wahrscheinlich wurden in Schwaben und in Oberbayern dem Feiergebäck doch ein paar berauschende Substanzen zu viel beigemischt, jedenfalls kommt man nüchtern wahrscheinlich nicht auf die Ideen, die uns diese Woche am Rande amüsierten.
BMW hat einen neuen Driftrekord aufgestellt. Mit einem Fahrer am Steuer. Ganz altmodisch. Nun ist es relativ leicht, ein Auto mit etwas Leistungsüberschuss an der Hinterachse zum Driften zu bringen. Im Falle des BMW M5 stehen immerhin 600 PS zur Verfügung. Davon braucht man nicht immer alle zum Geradeausfahren. Nein, völlig sinnfreies Querfahren macht auch Spaß. Wenn man das acht Stunden macht und dabei seinen Magen unter Kontrolle hält, kann man sogar ins Guinness-Buch-der-Rekorde kommen. So geschehen anno dunnemals, als jemand in dieser Zeit 144 Kilometer im Drift unterwegs war.
Ein lächerlicher Wert, wie man bei der M-Abteilung von BMW fand. Der M5 kam nun auf 374 Kilometer und 172 Meter. Diese Strecke in acht Stunden zu bewältigen, heißt, eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 46,75 Kilometer zu fahren. Nicht allzu schnell. Aber, der permanent durchdrehenden Reifen wegen, auch nicht all zu effizient. Jedenfalls musste der M5 unterwegs nachgetankt werden und dazu setzte sich während des Drifts ein zweiter M5 neben das künftige Rekordauto, der Beifahrer hielt einen Tankrüssel raus und beide Limousinen dockten zum Zwecke der Betankung aneinander an. Kann man machen. Musste man wohl fünf Mal so handhaben. Und weil das Driften im Paarlauf so viel Spaß machte, kam dabei noch ein Rekord eben dafür heraus. Gut, dass es gerade keine drängenderen Probleme auf der Welt gibt.
Mercedes wiederum gefiel sich als Bewahrer des Guten und Schönen oder zumindest Guten und Praktischen. Da das an und für sich unverwüstliche G-Modell nach vielen Jahrzehnten fast unveränderter Produktion tatsächlich doch noch vor der Erneuerung steht, wollte man das Ur-Modell wohl für die Ewigkeit aufheben und goss es in eine Harzform. Ein künstlicher Bernstein, auf das er nicht nur den Besuchern der Detroit Motor Show gleich am Eingang zeige, welch Wunder der Technik gerade renoviert wird, sondern auch nachfolgenden Generationen offenbare, wie ein echtes unverwüstliches Autos des Jahres 1979 einmal ausgesehen hat.
Wir sind beeindruckt, zumal 44 Tonnen Kunstharz ja auch noch transportiert werden wollen. Auch hier gilt: Kann man so machen. Muss man aber nicht. By the way, es gibt technische Geräte der Gegenwart, die schon viel länger unverändert hergestellt werden und eine Menge Leute bewegt haben, nur eben nicht auf Rädern. Die allererste E-Gitarre beispielsweise, die Fender Telecaster, wird seit 1952 hergestellt, ihre jüngere und erfolgreichere Schwester Stratocaster seit 1954. Ein G-Modell von 1979 ist mindestens 25 Jahre jünger. Sonst noch was? Nächste Woche wieder.
 

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