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Qualitätssicherung im Porsche-Werk in Leipzig - Das geschulte Auge ist nicht zu ersetzen

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Unter taghellem Kunstlicht präsentiert sich ein fertiger Panamera Turbo S E-Hybrid Sport Turismo wie ein Filmstar auf dem roten Teppich Foto: Porsche

Wer ein teures Auto kauft, erwartet Perfektion. Im vergleichsweise jungen Porsche-Werk im Leipzig überprüfen Qualitätsprofis die Produktion - wahlweise mit weißen Handschuhen oder mit der Flex.

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Das riesige Areal am Rande des Leipziger Flughafens ist eine sächsische Erfolgsstory.  Zwei Drittel aller Porsche-Fahrzeuge werden in dem vor 16 Jahren eröffneten und seitdem immer wieder erweiterten Werk gebaut. Was vor allem daran liegt, dass der meistverkaufte Porsche aus Leipzig kommt. Neben dem Bestseller Macan läuft auch das Porsche-Flaggschiff Panamera vom Band. ,,Unsere Kunden geben viel Geld aus und fordern zu Recht 100-prozentige Qualität", sagt Frank Moser, der für dieses Thema bei Porsche verantwortlich und direkt Vorstandschef Oliver Blume unterstellt ist. ,,In Leipzig haben wir viel Geld investiert, um diese Qualität zu garantieren, immer weiter zu verbessern und stets auf den Prüfstand zu stellen".

In einem eigenen Bereich, abseits des Tagesgeschäfts Fließband, arbeiten die Qualitätsprofis zum Beispiel unter grellem LED-Licht rund um die räderlose Rohkarosse eines Panamera, stecken kleine Messgeräte in die Fugen zwischen Motorhaube und Kotflügeln, gleiten mit einem weißen Handschuh übers nackte Blech, um unsichtbare Unebenheiten aufzuspüren. Andere versuchen mit dicken Hämmern und einer Flex, das Werk ihrer Kollegen aus der Produktion zu zerstören. Die Überreste kommen dann unters Mikroskop. ,,Hier geht es um die Kontrolle der Festigkeit wichtiger Teile der Karosserie", erläutert Dirk Kolar. Der Produktionschef in Leipzig kam von Opel aus dem inzwischen geschlossenen Werk in Bochum nach Sachsen und ist heute dafür verantwortlich, dass täglich rund 600 Neuwagen fehlerfrei das Werk verlassen. ,,Dazu bauen wir immer wieder Prüfungen ein, die manchmal nach dem Zufallsprinzip gleichbleibende Qualität garantieren".

Ebenfalls unter taghellem Kunstlicht präsentiert sich ein fertiger Panamera Turbo S E-Hybrid Sport Turismo wie ein Filmstar auf dem roten Teppich. Ein Fachmann steuert mit einem Tablet aus gut vier Metern Entfernung diverse Funktionen des fast 190.000 Euro teuren Fünftürers. Wie geräuschlos und ruckfrei öffnet und schließt sich das elektrische Schiebedach? Ein Anderer kniet vor dem 500 kW/680 PS-Boliden und untersucht den Lack aus allen Blickwinkeln. ,,Unregelmäßigkeiten, seien sie noch so klein, können so entdeckt werden", erklärt Kolar das aufwendige Prozedere. ,,Natürlich messen wir in der laufenden Produktion auch mit zahlreichen Sensoren, Kameras und Lasern, aber das geschulte Auges eines Fachmanns ist nicht zu ersetzen".

Im nächsten Raum thront ein sogenannter ,,Meisterbock". So wird eine zu 100 Prozent fehlerfreie Rohkarosse genannt, die als Vorbild für die Produktionsautos dient und mit der diese sich immer wieder messen müssen. Hinter dem nackten Panamera steht ein Auto, das so gar nicht nach Porsche aussieht: Die Leipziger bauen auch die Karosserie des neuen Bentley Continental, der in diesem Frühjahr auf den Markt kommt. Der Nobel-Brite steht auf der gleichen Plattform wie der Panamera und wird von den gleichen Menschen und 475 Robotern zusammengeschweißt. Zur Endfertigung werden die Bentley-Karossen dann unlackiert per Zug nach England verschickt.

Chefmanager Frank Moser prophezeit, dass sich die Ansprüche der Kunden in Zukunft noch steigern werden. ,,Darauf müssen wir vorbereitet sein, zum Beispiel durch Vernetzung der Fahrzeuge". So sollen drohende Ausfälle einzelner Systeme rechtzeitig erkannt und vom Auto selbsttätig an den Service übermittelt werden. Auch Daten aus dem normalen Fahrbetrieb der Kunden können erfasst und übermittelt werden. ,,Anonym natürlich" versichert Moser. ,,So lernen wir unsere Kunden besser kennen und können künftige Modelle entsprechend auslegen, was die Qualität weiter steigert."

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