Ratgeber & Verkehr

Studie: Diesel-Fahrverbote unwirksam - Zu viel Stickoxid durch Schifffahrt

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In Städten entlang des Rheins hat die Schifffahrt einen erheblichen Anteil an hohen Stickoxid-Belastungen Foto: SP-X

In der öffentlichen Diskussion um zu hohe Stickoxid-Belastungen in deutschen Städten stehen vor allem Diesel-Fahrzeuge im Zentrum der Kritik. Eine Masterarbeit richtet jetzt den Fokus auf die Schifffahrt.

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Wenn Dieselfahrverbote für Pkw kommen, könnten diese, so die Hoffnung, in vielen Städten in Deutschland zu einer deutlichen Senkung der Stickoxid-Belastung führen. Doch eine Masterarbeit der Uni Duisburg-Essen kommt zu dem Schluss, dass diese Belastung zumindest in Städten am Rhein trotz möglicher Fahrverbote noch bis ins Jahr 2030 über den Grenzwerten liegen werden. Schuld daran ist die Schifffahrt.

Wie die Rheinische Post berichtete, hat sich der Physik-Student Lennart Korsten in den Hochrechnungen seiner 130-seitigen Masterarbeit auf Daten des Gas- und Wärmeinstituts Essen gestützt. Das zentrale Ergebnis: Selbst wenn alle Dieselfahrzeuge an Ruhr und Rhein durch Benziner ersetzt würden, wäre das Stickoxid-Problem nur entlang der Ruhr gelöst. In Städten entlang des Rheins wären hingegen weiterhin Überschreitungen der Grenzwerte aufgrund der Schifffahrt zu erwarten. Neben Düsseldorf, Köln und Bonn würde dies auch Wesseling oder Xanten betreffen.

Nach Ansicht von Michael Schreckenberg, Hochschullehrer der Uni Essen, werfen die Erkenntnisse der Masterarbeit zwei zentrale Fragen auf: Erstens: Ob Schiffe umgerüstet werden sollten? Und zweitens: Ob Fahrverbote für Diesel-Pkw überhaupt sinnvoll sind?

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