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Gebrauchtwagen: Günstige Cabriolets - Fünf für unter fünf

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Erste Exemplare der dritten MX-5-Generation bewegen sich preislich unterhalb der 5.000-Euro-Marke Foto: Mazda

Wer angesichts des schönen Wetters Lust auf ein Cabriolet verspürt, kann sich diesen Wunsch auf dem Gebrauchtmarkt schon für kleines Geld erfüllen. Hier fünf Frischlüfter für unter fünf.

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Mit den ersten wärmeren Sonnenstrahlen keimt er bei vielen Autofahrern wieder auf: der Wunsch nach einem Cabriolet. Wer sich diesen für kleines Geld erfüllen will, hat auf dem Gebrauchtmarkt eine erfreulich große Auswahl. Die Frischluftofferten Mini Cabrio, Mercedes SLK, Peugeot 207 CC, Mitsubishi Colt CZC und Mazda MX-5 bekommt man aus zweiter Hand schon für unter 5.000 Euro.
 
Als besonders lifestyliger Vertreter der Oben-ohne-Szene gilt das Mini Cabriolet. Der Stoffdach-Flitzer bietet neben cooler Mini-Optik im Vergleich zu vielen Klappdach-Konstruktionen außerdem noch stimmige Proportionen. Und obwohl nur etwas über 3,60 Meter kurz, stehen in dem seit 2004 produzierten offenen Mini vier Sitzplätze zur Verfügung. Wenngleich der Fond, sieht man einmal von der Kopffreiheit ab, noch weniger Entfaltungsspielraum als im bereits recht engen Standard-Mini bietet. Mittlerweile ist das Mini Cabrio der ersten Generation auf dem Gebrauchtmarkt mit reichlich Kilometer auf dem Tacho für 2.000 bis 3.000 Euro zu haben. Für knapp unter 5.000 Euro finden sich auch Exemplare mit moderater Laufleistung. Allerdings: Die Mängelliste der ersten Mini-Generation ist lang. So attestiert der TÜV-Report allen Varianten der Baureihe eine im Vergleich zum Segmentdurchschnitt deutlich höhere Anfälligkeit für Defekte. Neben Problemen beim Antrieb sind gehäuft schadhafte Lenkungen und Bremsen anzutreffen. Eine typische Mini-Krankheit sind zudem rostige Bremsleitungen. Mit Ausnahme der Heckklappen bereitet Korrosion ansonsten aber keine größeren Probleme. Im fortgeschrittenen Alter muss man außerdem gehäufter mit gebrochenen Sitzgestellen, klappernden Teilen oder defekten Benzinpumpen rechnen. Bei den Motoren hat man ausschließlich die Wahl zwischen durstigen 1,6-Liter-Maschinen von Chrysler. Vor allem die Kompressor-Varianten Cooper S und JCW mit einem Leistungsspektrum von 120 kW/163 PS bis 160 kW/218 PS sind echte Säufer. Genügsamer aber auch recht zugeschnürt ist die Basisversion One mit 66 kW/90 PS. Mit Abstand am häufigsten findet sich auf dem Gebrauchtmarkt die Version Cooper, die mit 85 KW/116 PS den besten Kompromiss aus Vernunft und Fahrspaß bietet. In puncto Qualität genießen die Ottomotoren keinen sonderlich guten Ruf. Probleme bereiten unter anderem Ölundichtigkeiten und Auspuffrost.
 
Eine günstige und komfortable Alternative zum Mini Cabriolet ist der ab 2007 gebaute Peugeot 207 CC, der als Besonderheit ein sich elektrisch öffnendes und schließendes Metallklappdach bietet. Vor allem in Hinblick auf die Geräuschentwicklung und den Kälteschutz ist dieses Konstruktionsprinzip dem Stoffdach klar im Vorteil. Wer sich für den ganzjahrestauglichen Frischluft-Löwen entscheidet, sollte beim Verdeck darauf achten, dass es sich sauber öffnen und schließen lässt. Wie bei allen Cabriolets empfiehlt sich auch hier eine Dichtigkeitsprüfung in der Waschstraße. Während einer Probefahrt sollte man außerdem auf mögliche Klappergeräusche des Dachs achten. Insgesamt zeigt der Peugeot 207 in allen Jahrgängen eine überm Durchschnitt seiner Klasse liegende Fehleranfälligkeit. Schon beim ersten TÜV fallen die Franzosen deutlich öfter mit erheblichen Mängeln durch die HU. Unter anderem machen sich die Bremsen unter hohen Verschleiß bereits in der ersten Hauptuntersuchung negativ bemerkbar. Bei den Motoren bietet der CC hingegen gehobenes Leistungsniveau. Bereits der völlig ausreichende Basisbenziner, ein mit BMW entwickelter 1,6-Liter-Vierzylinder, mobilisiert 88 kW/120 PS. In der THP-Variante sind alternativ 110 kW/150 PS beziehungsweise ab 2009 115 kW/156 PS möglich. Wer besonders großen Wert auf kleine Verbräuche legt, kann auch einen Diesel bekommen. Die 1,6-Liter-Aggregate gab es über den Produktzyklus in vier Leistungsstufen von 66 kW/90 PS bis 82 kW/112 PS. Auf dem Gebrauchtmarkt findet sich 207 CC in erfreulich großer Zahl. Preislich kann man Exemplare mit mäßiger Laufleistung schon ab rund 3.000 Euro bekommen.
 
Im Vergleich dazu sehr selten anzutreffen ist der Mitsubishi Colt in der nur zwischen 2006 und 2009 produzierten Blechdach-Variante CZC. Wie bei allen Faltdach-Flitzern sollte der Interessent auch hier Funktionalität und Dichtigkeit des Daches prüfen. Arbeitet der Mechanismus tadellos, sollte sich das Verdeck nach 22 Sekunden vollständig öffnen. Wie der 207 CC bietet der CZC ansonsten den Vorteil, besser vor Kälte und Windgeräuschen zu schützen. Ist das Dach geschlossen, wirkt der Mitsubishi mit seinem großen Heckplateau allerdings vergleichsweise plump. Offiziell ist der CZC ein 2+2-Sitzer, dessen Rückbank allerdings praktisch nur als Gepäckablage taugt. Für einen älteren Kleinwagen kommt der Colt dafür im TÜV-Report überraschend gut weg. Kleinere Probleme sind schnell verschleißende Starter-Batterien und Scheinwerfer-Birnen. Insgesamt bemängelt der TÜV aber weder einen hohen Ölverlust noch undichte Auspuffanlagen und verteilt sogar ein Lob für die meist durchweg positiv absolvierten Abgasuntersuchungen. Rost ist kein Problem, allerdings wird häufiger ein hoher Verschleiß bei den Bremsscheiben festgestellt, die im Gegensatz zu den Bremsleitungen öfter getauscht werden müssen. Besonders positiv: Selbst bei älteren Exemplaren bleibt es bei den erwähnten Mängel-Bereichen. Auch die Wahl der Motoren ist überschaubar. Neben dem 80 kW/109 PS starken 1,5-Liter-Saugbenziner gibt es noch eine 110 kW/150 PS leistende Turboversion. Letztere bereitet längsdynamisch deutlich mehr Spaß, ist allerdings auch sehr selten. Selbst die Topversion ist mit Preisen zwischen drei- bis sechstausend Euro günstig zu haben, das schwächer motorisierte Colt-Cabriolet liegt preislich sogar darunter.
 
Einen ebenfalls guten Ruf in Hinblick auf seine Langzeitqualitäten genießt der reinrassige Roadster MX-5. Dieser ist weniger auf Komfort und Alltagsnutzen denn auf  Fahrspaß ausgelegt. Unter anderem zeichnet er sich durch niedriges Gewicht und Heckantrieb aus. Angesichts seiner fast 30-jährigen Modellgeschichte tummeln sich viele Exemplare auch zu niedrigen Preisen auf dem Gebrauchtmarkt. Bei der ab 2006 produzierten dritten Generation sind Angebote unterhalb der 5.000-Euro-Marke allerdings noch selten. Doch auch vor der Vorgänger-Generation muss man nicht zurückschrecken, denn die Cabrio-Legende gilt selbst im fortgeschrittenen Alter als zuverlässig. Die Mängelanfälligkeit bei Hauptuntersuchungen liegt laut TÜV-Report auch bei der dritten Generation unterm Durchschnitt. Erhöhte Mängelwerte weist die Statistik allerdings für Dämpfer und Federung aus. Außerdem bemängelt werden öfter mal verschlissene Bremsscheiben - kein Wunder, wird doch der Roadster meist sportlich bewegt. Obwohl ein Sommerauto, zählt außerdem Rost zu seinen Schwachstellen, insbesondere an Schwellern, Türfalzen, Kofferraumdeckel. Beim Gebrauchtwagenkauf natürlich überprüfen sollte man den Zustand und die Beweglichkeit des Verdecks. Bei den Motoren kann man zwischen zwei Leistungsstufen wählen: Bereits gute Laune kann der 1,8-Liter-Benziner mit 93 kW/126 PS bereiten, spaßiger ist allerdings das Zweiliter-Pendant mit 118 kW/160 PS.

Eine gediegene Alternative zum Mazda-Roadster ist der Mercedes SLK der ersten Generation. Wer die zweite Generation will (2004 -11), muss noch mit Preisen in gehobenen vierstelligen Regionen rechnen. Der zwischen 1996 und 2004 produzierte Klappdach-Roadster gilt ebenfalls als solider Dauerläufer. Ältere Exemplare mit gehobener Laufleistung sind bereits für niedrige vierstellige Summen zu haben. Sein solides Naturell zeigt sich unter anderem an der für damalige Verhältnisse bereits außerordentlich hohen Karosseriesteifigkeit. Da knirscht und knackt nichts. Auch Verarbeitung und Rostschutz liegen auf hohem Niveau. Einige Probleme gibt es aber doch. So tritt im Alter häufig Ölverlust an Automatikgetriebe und Differenzial auf; es lohnt sich also ein Blick unter das Auto zu werfen. Ebenso sind beim TÜV durchgebrannte Katalysatoren und korrodierte Auspufftöpfe bekannt. Ein häufig auftretendes Problem ist auch Verschleiß an den Querlenkern - sie müssen nach rund 100.000 Kilometern ersetzt werden. Dafür sollten ein paar hundert Euro auf die Seite gelegt oder vom Kaufpreis runtergehandelt werden. Ganz allgemein zeigt sich der SLK, selbst welche aus den ersten Baujahren, bei der HU aber von seiner besten Seite. Wie es sich für einen Roadster gehört, gibt es den ersten SLK ausschließlich mit Ottomotoren, wobei bereits der 100 kW/136 PS starke 2,0-Liter-Vierzylinder (SLK 200) ordentliche Fahrleistungen erlaubt. Wer etwas mehr Kraft will, wählt die zwischen 2000 und 2004 angebotene aufgeladene Version mit 120 kW/163 PS (SLK 200 Kompressor). Noch zügiger, aber auch deutlich durstiger sind der ebenfalls angebotene 2,3-Liter-Motor im SLK 230 Kompressor mit 142 kW/193 PS (ab 2000: 145 kW/197 PS) sowie die beiden seit dem Facelift im Jahr 2000 angebotenen Sechszylinder mit 160 kW/218 PS (SLK 320) und 260 kW/354 PS (SLK 32 AMG). Auch die Motoren gelten als langlebig; Fahrleistungen jenseits der 200.000 Kilometer sollten in der Regel kein Problem sein.

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