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Skoda Euro Trek 2018 - Bis zum Anschlag

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Manchmal federt der Kodiaq bis zum Anschlag ein, und man ist froh, wenigstens eine elektronische Quersperre zu haben Foto: Skoda

Mazedonien gehört zu den letzten Flecken Europas, wo man auch ohne komplizierte Genehmigungen Offroad fahren kann. Dorthin hat Skoda den Kodiaq Scout geschickt - im Rahmen des Euro Trek 2018.

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Mazedonien dürfte in diesen Tagen an Popularität gewonnen haben. Denn der Zweimillionen-Einwohner-Staat in Südosteuropa hat eine wichtige Hürde im Namensstreit mit Griechenland genommen. Damit ist auch die Hoffnung auf einen EU-Beitritt in absehbarer Zeit verbunden. Doch der Reihe nach. Unser Roadtrip startet in Bulgarien, genauer gesagt, in der Hauptstadt Sofia. Um erst einmal mit den potenziellen Vorurteilen aufzuräumen: Nein, hier fahren nicht vorwiegend Dacia oder Fiat aus den Sechzigern oder Siebzigern herum, das erste auffällige Fahrzeug war ein brandneuer Mercedes S 65 AMG.

Von Sofia geht es dann über weitgehend schlaglochfreie Landstraßen und begleitet von westlichen Autos durch Wälder sowie an atemberaubenden Seenlandschaften vorbei zunächst durch die bulgarische Stadt Dupniza (31.000 Einwohner), um von dort aus die Grenze zu Mazedonien anzusteuern. Vor dem Grenzposten steigt die Spannung - immerhin reisen wir von einem EU-Land in ein Nicht-Mitgliedsland mit einer ausgeprägten sozialistisch-kommunistischen Vergangenheit ein. Auch wenn es oft anders bekundet wird, scheinen die Zöllner gedanklich längst im Westen angekommen zu sein. Ein formaler Blick auf den Personalausweis reicht, der Mann in Uniform winkt durch. Die vermutete Kontrolle des Innen- oder gar Kofferraum bleibt aus, binnen weniger Minuten ist man also angekommen in Mazedonien.

Der mit dem 140 kW/190 PS starken Diesel unter der Haube rund 42.000 Euro teure Skoda Kodiaq Scout macht sich gut auf der weiten Reise. Das offenporige Holz strahlt jene Gediegenheit aus, die auch das Fahrwerk unterstützt, wenn der Offroader mit sanftem Nachschwung über die frischen Verwerfungen der bulgarischen Überlandverbindungen rauscht. Ob einem die silbernen Akzentteile außen nun gefallen oder nicht - der Unterfahrschutz jedenfalls ist ziemlich empfehlenswert, wenn man den Asphalt verlässt und über lose Steinpisten kraxelt. Auf den letzten Metern Teer hat man noch die Muße, das geräumige Platzangebot zu genießen und natürlich die kommoden Sitze. Alles andere wäre zumindest bemerkenswert, denn mit knapp 4,70 Metern ist der Kodiaq kein Kleinwagen.

Eine kleine Gnadenfrist bekommt er noch. Bevor es über Schlagloch-Passagen in das 7.000-Seelen-Örtchen Berovo geht, muss sich der Tscheche erst über zwar enge, aber bequem fahrbare Asphaltwege in eine ordentliche Höhenlage schlängeln, wo er seine Zugkraft von 400 Nm ausspielen kann. Und dann wird es ziemlich ernst. Schlammige Strecken mit Löchern, Steinen und großen Querfurchen erlauben oft kaum mehr als Schrittgeschwindigkeit. Manchmal federt der Kodiaq bis zum Anschlag ein, und man ist froh, wenigstens eine elektronische Quersperre zu haben, wenn ein Rad in der Luft hängt. Die regelt zwar lediglich per Bremseingriff, aber doch effektiv. Eine harte Währung im Gelände sind große Böschungs- und Rampenwinkel. Da kann der Kodiaq durchaus mit namhaften, ,,echten" Offroadern mithalten, bietet vorn 22 Grad und in der Mitte (Rampenwinkel) 19,7 Grad - Geländemeister wie Jeep Grand Cherokee oder Mercedes GLE schwimmen in ähnlichem Fahrwasser. Damit keine Missverständnisse entstehen: Um wirklich unwegsames Terrain zu bezwingen, fehlt es dem Kodiaq natürlich an Rüstzeug, aber er schafft Wege, vor denen ein konventioneller Pkw längst kapituliert.

Und Skoda schont den Kodiaq nicht. Es geht von Berovo über abenteuerliche Routen in die 40.000-Einwohner-Stadt Kavadarci. Die für Weinanbau bekannte Stadt ist der perfekte Ort, an dem Mensch und Maschine ein bisschen Rast machen können. In einem Café mit cooler Innenarchitektur und moderner Popmusik, die aus den mächtigen Lautsprecherboxen den Marktplatz beschallt, gibt es Eis und Kaffee zur Stärkung. Viel Zeit ist nicht, dann setzt sich der Konvoi wieder in Bewegung, passiert zunächst erholsame Landstraßen, bevor es allmählich schwergängig wird. Langsam, aber sicher schraubt sich der 190 PS-Brocken wieder in Höhenlage - vorbei an duftenden Lavendel-Feldern mit der Aussicht auf herrliche Seen. Nach über 300 Kilometern erreicht der 4x4 Bitola, eine mit 80.000 Einwohnern propere und lebendige Stadt.

Am nächsten und gleichzeitig letzten Tag muss sich der große Skoda noch einmal beweisen, kraxelt sich durch den seit vielen Jahrzehnten zum UNESCO-Welterbe zählenden Galicica-Nationalpark, der zwischen den großen Gewässern Ohridsee und Prespasee liegt. Nach einer durch Reifenpanne bedingten Zwangspause erreicht der Kodiaq schließlich die mazedonische Hauptstadt Skopje.

Kaum zu glauben übrigens, dass einige der schwergängigen Pisten sogar als kleine Nebenstrecke auf der Navi-Karte auftauchen - ganz so, als könne man sie normal befahren. Kann man ja auch, aber mit einem konventionellen Pkw dürfte es häufig schwierig werden. Um die Nationalparks Galicica und Pelister zu befahren, bedarf es keiner Genehmigung - außer, man ist im Konvoi unterwegs. Wer also etwas Abenteuer-Urlaub braucht, ist hier an der richtigen Stelle.

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