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Diesel-Verbot: Was bedeuten die Fahrverbote für Wohnmobil-Besitzer?

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@ analogicus (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Die Diesel-Fahrverbote rücken immer näher. Während Hamburg bereits die ersten Durchfahrtverbotsschilder aufgestellt hat, wird in anderen Städten wie Stuttgart und Düsseldorf noch heiß diskutiert. Zwar gibt es dort noch keinen Stichtag, fest steht jedoch: Es wird etwas passieren - der Umwelt zuliebe. Doch was bedeuten die Durchfahrtsverbote eigentlich für Wohnmobile?

Von der bisherigen Diskussion um Fahrverbote sind alle Diesel betroffen, die die Euro-6-Norm nicht erfüllen. Damit geht es auch Lastwagen und Wohnmobilen an den Kragen. Campingfans, die in den kommenden Jahren mit ihrem Diesel-Wohnmobil durch Deutschland fahren möchten, haben somit zwangsläufig eine erschwerte Anreise, denn nun muss für jedes Bundesland und jede Kommune einzeln recherchiert werden, ob Fahrverbote bestehen. Ein Trost: Die vom Bundesverwaltungsgericht für zulässig erklärten Straßensperren gelten nur für bestimmte Gebiete oder einzelne Straßen, sodass der Städtetrip mit einem älteren Diesel nicht ausfallen muss.

Um den bevorstehenden Fahrverboten zu entgehen, überlegen derzeit viele PKW-Besitzer, vom Diesel zum Benziner zu wechseln. Für Campingbusse ist dies jedoch nur bedingt eine Alternative, da die Ottomotoren nur für kleinere Wohnwagen in Frage kommen. Eine andere Möglichkeit könnte die derzeit diskutierte PKW-Nachrüsttechnik für Euro-5-Modelle sein, die ebenso bei gängigen Wohnmobilmodellen einsetzbar wäre - wer jedoch die Kosten für die Nachrüstung übernimmt, ist bis dato ungeklärt. Die einzig sichere Möglichkeit, auch in Zukunft ohne Einschränkungen reisen zu können, scheint demnach die Nutzung eines Campingwagens, dass die Euro-6-Norm erfüllt.

Da Wohnmobilreisende jedoch häufig nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa und der Welt unterwegs sind, empfiehlt es sich, für jedes Reiseland die aktuellen Bestimmungen zu überprüfen. Denn was vielen nicht bewusst ist: In mehreren europäischen Städten gehören die Fahrverbote längst zum Alltag. So dürfen zum Beispiel in Barcelona Dieselfahrzeuge mit einer Erstzulassung vor 2006 nur an Tagen in die Stadt fahren, an denen die Grenzwerte für Stickoxide noch nicht überschritten wurden. In Athen wiederum herrscht ein etwas anderes Prinzip: Hier dürfen an Tagen mit geradem Datum nur Autos ins Stadtzentrum fahren, die ein gerades Kennzeichen besitzen. An Tagen mit ungeradem Datum ist es dann andersherum - dann haben PKWs mit ungeradem Kennzeichen Einlass.

Es gibt jedoch auch europäische Länder wie Norwegen, die bislang kein Diesel-Fahrverbot ausgesprochen haben. Hier können Campingfans noch unbeschwert ihre Reise genießen und somit auf entsprechenden Mietportalen ein Gefährt auswählen, ohne auf Abgasinformationen achten zu müssen.

Auch wenn die Reise in ein Land mit Diesel-Fahrverbot gehen soll, heißt es für Diesel-Besitzer erst einmal Ruhe bewahren: Es wird sich ein Weg finden, das Wohnmobil trotz der strikteren Bestimmungen zu nutzen.

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