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Gebrauchtwagen-Check: Ford Kuga - Brave Optik, solide Technik

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Der Ford Kuga im Gebrauchtwagen-Check Foto: Ford

Mit dem Kuga bediente Ford schon früh das Segment der Kompakt-SUV. Heute ist der Kölner ein gern gesehener Gast beim TÜV und ein gutes Langstreckenauto für kleines Geld.

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Heutzutage sind Kompakt-SUV zum allgemeinen Trend geworden, doch vor zehn Jahren war die Landschaft der kleineren Stadt-Geländewagen noch deutlich dünner besiedelt. Der Ford Kuga ist seit 2008 mit dabei und bietet noch heute einen hohen Kosten-Nutzen-Faktor. Trotzdem gibt es beim Kauf eines Gebrauchten ein paar Dinge zu beachten.

Karosserie und Innenraum: Der Kuga basiert auf der gleichen Plattform wie die Markenbrüder C-Max und Focus. Er ist 4,44 Meter lang und wiegt rund 1.600 Kilogramm, was für ein Kompakt-SUV nicht außerordentlich schwer ist. Optisch wirkt die erste Generation mittlerweile im Meer der modern gestalteten Konkurrenten etwas altbacken, ganz aus der Zeit gefallen ist der Kuga äußerlich aber noch nicht. Das sieht im Innenraum etwas anders aus. Zwar punktet der Kuga hier mit bequemen Sitzen, die auch bei hohen Laufleistungen noch komfortabel sind, jedoch wirkt der Rest des Interieurs schon recht alt. Viel Hartplastik und eine Horde Knöpfe stehen im harten Kontrast zur jungen Konkurrenz mit edlen Oberflächen und großen Navi-Displays. Der Kofferraum fasst mindestens 410 und maximal 1.405 Liter Gepäck.

Motor: Die Motorenpalette des ersten Kuga ist sehr übersichtlich gestaltet. Los ging es mit einem Zweiliter-Diesel, der erst 100 kW/136 PS und später 103 kW/140 PS leistete. 2010 kam außerdem eine Variante mit 120 kW/163 PS dazu, die stets über Allradantrieb verfügt. Dieser kostete beim kleineren Diesel 2.000 Euro Aufpreis. Dem Selbstzünder stand außerdem ein 2,5 Liter großer Fünfzylinder-Benziner von Volvo zur Seite, der auf 147 kW/200 PS kommt. Auch hier werden stets alle vier Räder angetrieben. Allerdings gab es den Benziner neben dem manuellen Sechsganggetriebe nur mit einer Fünfgang-Automatik. Den Dieselmotoren spendierte Ford einen Wandler mit einer Fahrstufe mehr. Den niedrigsten Verbrauch (5,9 Liter) erreicht der schwächere Diesel, der Benziner hat mit einem Mittel von rund zehn Litern einen ordentlichen Durst. Vorsicht ist zudem bei den Abgasnormen geboten. Der Vorfacelift-Diesel mit 100 kW/136 PS erfüllt lediglich die Euro-4-Norm, alle anderen Motoren Euro 5, der Benziner auch erst seit 2011.

Fahrwerk: Testberichte loben das Fahrverhalten des Kuga besonders in Bezug auf den ausgewogenen Mix aus Komfort und Sportlichkeit. Die Lenkung gilt als äußerst präzise und dank seiner sanften Dämpfung taugt der Kuga vor allem auch als Langstreckenauto.

Ausstattung und Sicherheit: 2008 erreichte der Kuga, der in jeder Ausstattung mit serienmäßigem ESP kommt, volle fünf Sterne beim Euro-NCAP-Crashtest. Vergleichbar mit heutigen Wertungen ist dies allerdings nicht, da die Crashtest-Organisation ihre Punktzahl vom Vorliegen moderner Assistenzsysteme abhängig macht. Anfangs gab es den Kuga in den Ausstattungen ,,Trend" und ,,Titanium". Immer an Bord waren unter anderem eine zweigeteilte Heckklappe und vier elektrische Fensterheber. ,,Titanium" umfasste außerdem Tempomat, Klimaautomatik und Regensensor. Optional konnten Kunden außerdem Panoramadach, beheizbare Frontscheibe, Standheizung sowie Navigationssystem mit sieben Zoll großem Bildschirm erstehen. 2011 wurde darüber hinaus die ,,Individual"-Ausstattung eingeführt, die zusätzlich zum ,,Titanium"-Umfang noch eine Einparkhilfe sowie eine Lederausstattung beinhaltet. Letztere war nicht einmal optional für ,,Trend" oder ,,Titanium" zu bekommen.  

Qualität: Der Kuga ist beim TÜV ein gern gesehener Gast, der oft unauffällig durch die Hauptuntersuchung flutscht. Auch beim Dauertest der Zeitschrift ,,Auto Bild" hinterließen 100.000 Kilometer kaum Spuren an Sitzen, Motor, Elektronik oder Karosserie. Lediglich die Radlager sowie die Dieselmotoren sind anfällig. Die Selbstzünder leiden gerne unter unrundem Lauf dank defekter Luftmassenmesser oder verstopften Partikelfiltern. Im Schnitt fällt der Kuga aber weniger stark mit Mängeln auf als die Konkurrenz wie BMW X3 oder VW Tiguan.

Fazit: Wer über die altbackene Optik des Kuga hinwegsehen kann und auch mit dem etwas robusten Bediensystem im Innenraum keine Probleme hat, der findet im Kompakt-SUV von Ford einen treuen Begleiter für viele Alltagssituationen vom Großeinkauf über den Berufsverkehr bis hin zum Wochenendausflug mit der Familie. Da auch höhere Kilometerstände für den Kuga meist kein Problem darstellen, kann man gute Exemplare auf den einschlägigen Internetbörsen schon ab 8.500 Euro finden.

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