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Transformers auch im Güterverkehr

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mid Groß-Gerau - Auf Europas Straßen werden immer mehr Güter transportiert. Deshalb fordern Politik, Spediteure und Bürger effizientere Lastkraftwagen. Toll Collect

Bisher ist das Wort 'Transformers' vor allem Kino-Gängern ein Begriff. Doch jetzt gibt es nicht nur US-Science-Fiction-Filme mit diesem Namen, sondern auch ein Verkehrsprojekt. Der Hintergrund: Auf Europas Straßen werden immer mehr Güter transportiert. Deshalb fordern Politik, Spediteure und Bürger effizientere Lastkraftwagen.

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Bisher ist das Wort "Transformers" vor allem Kino-Gängern ein Begriff. Doch jetzt gibt es nicht nur US-Science-Fiction-Filme mit diesem Namen, sondern auch ein Verkehrsprojekt. Der Hintergrund: Auf Europas Straßen werden immer mehr Güter transportiert. Deshalb fordern Politik, Spediteure und Bürger effizientere Lastkraftwagen.

Im EU-Forschungsprojekt "Transformers" (Configurable and Adaptable Trucks and Trailers for Optimal Transport) hat sich ein internationales Konsortium dieser Aufgabe angenommen und zwei Lösungen erarbeitet: Die Hybridisierung des Antriebs und die Anpassung der Anhängerarchitektur. Das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF hat im Rahmen der Zusammenarbeit eine Sensorik zur Ladevolumenmessung sowie ein Batteriegehäuse zur Versorgung eines elektrischen Hilfsantriebes im Trailer entwickelt.

Die Transformers-Trailer sollen eine Reduktion des Kraftstoffverbrauchs um bis zu 25 Prozent ermöglichen, vor allem für palettierte Waren. Erreicht werde dies durch die missionsspezifische Anpassung der Struktur, einen im Auflieger verbauten elektrischen Hilfsantrieb, eine anpassbare Beladungskapazität sowie eine optimierte Aerodynamik, heißt es. Für Betreiber verringern sich die Kraftstoffkosten pro Tonnen-Kilometer, der CO2-Ausstoß sinkt und die Staugefahr an Steigungen und im Stadtverkehr nimmt ab, teilen die Wissenschaftler mit. Im August 2018 hat die EU das Projekt Transformers als eine sogenannte "Success Story" (Erfolgsgeschichte) eingestuft.

Lkw werden derzeit in erster Linie für ein maximales Ladegewicht ausgelegt und nur für wenige Missionen optimiert. Das Projekt Transformers setzt dagegen mit dem Load-Optimization-Trailer und dem Hybrid-on-Demand-Trailer auf einen modularen Ansatz, der die Lkw an die aktuelle Mission anpasst. Modulare, hybride Antriebskonzepte einschließlich aerodynamisch und beladungsoptimal angepasster Fahrzeugarchitektur können entscheidende Vorteile für mehr Energie- und Transporteffizienz bringen und die CO2-Emissioen reduzieren, erklären die Experten.

Der Load-Optimization-Trailer von Van Eck beispielsweise verfügt über eine elektrische Dachhöhenverstellung, einen Ladevolumensensor und ein Double-Floor-System. Ist beispielsweise die zulässige Gesamtmasse des Aufliegers erreicht, ohne dass sein Volumen voll ausgenutzt wird, so lässt sich das Dach absenken, um den Luftwiderstand zu reduzieren. Die jeweils aktuelle Ausnutzung des Ladevolumens ermittelt das vom Fraunhofer LBF entwickelte Sensorsystem zur Messung der Ladungshöhe. Ist die zulässige Gesamtmasse hingegen noch nicht erreicht, können mit Hilfe des Double-Floor-Systems Paletten übereinander verladen werden, um die maximale Ladungshöhe voll auszunutzen und damit die Transporteffizienz zu erhöhen.

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