Motorrad

Messeübersicht zur Intermot Teil 2 - Triumph bringt die Klassiker auf Touren

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Die Triumph Street Twin und Stree Scrambler Foto: Triumph

Die Neuheiten der Intermot sind nicht so zahlreich wie in anderen Jahren. Trotzdem finden Motorradfahrer auf der Messe in Köln diverse Neuheiten.

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Seit Mittwoch drängen die Motorrad-Fans nach Köln: Noch bis Sonntag läuft die Motorradmesse Intermot. Alle namhaften Hersteller sind mit Ständen vertreten, doch die Zahl der Neuvorstellungen hält sich in engeren Grenzen als in den vergangenen Jahren. Der geringe zeitliche Abstand der Messen in Köln und Mailand hat viele Marken dazu veranlasst, den Schwerpunkt ihrer Präsentationen auf Mailand zu legen. Hier der zweite Teil des Neuheiten-Überblicks.
Der englische Hersteller Triumph modifiziert seine Einstiegsmodelle in die Modern Classic Line, die Street Twin und die Street Scrambler. Wichtigste Neuerung ist die Leistungssteigerung des 900-Kubik-Zweizylindermotors. Statt bislang 40 kW/55 PS leistet das etwas höher verdichtete Triebwerk in der 2019er Konfiguration 48 kW/65 PS. Das Drehmoment liegt weiterhin bei 80 Newtonmetern, aber bei etwas höherer Drehzahl (3.800/min. statt 3.230/min.) an. Zudem baut Triumph am Vorderrad einen neuen Vierkolben-Bremssattel von Brembo statt des Nissin-Doppelkolbensattels ein und die Gabel weist eine höherwertige Cartridge-Technologie auf. Außerdem hat der Hersteller zugunsten eines optimierten Fahrkomforts die Sitzbank verbessert und die Fahrerergonomie überarbeitet. Neue Aluminiumgussräder sowie eine leichtgängigere Kupplung und ein paar kleine optische Retuschen runden das Update ab. Dieselben Änderungen hat die Street Scrambler erfahren.
Die italienische Marke F.B. Mondial verlässt mit dem neuen Modell HPS 300i erstmals das Segment der Leichtkrafträder. Optisch entspricht die mit einem 250 Kubikzentimeter großen Einzylinder-Viertaktmotor ausgerüstete Dreihunderter der Hipster 125, doch liegt die Leistung mit 17 kW/23 PS deutlich höher. Fahrwerk, Bremsen und Ausstattung der im Scrambler-Stil gehaltenen HPS 300i mit 149 Kilogramm Leergewicht entsprechen dem kleineren Schwestermodell.  4.490 Euro reichen zum Kauf der in Italien entwickelten und in China gebauten Mondial HPS 300i.
Die Schweizer Marke Quadro Vehicles arbeitet weiter an der Optimierung ihrer drei- und vierrädrigen Roller. Das Dreirad-Gefährt heißt jetzt QV3 und soll mit 220 Kilogramm Leergewicht das leichteste Gefährt seiner Klasse sein. Der Einzylinder-Viertaktmotor mit 350 Kubikzentimetern Hubraum leistet 21 kW/29 PS. Komplett neu gestaltet wurde das Cockpit mit Tacho, LCD-Display und Drehzahlmesser sowie einem Multifunktions-Computer. Zudem gibt es nun einstellbare Bremshebel und einen günstiger geformten Lenker. 50 Kubikzentimeter mehr Hubraum und eine geringfügig höhere Leistung von nun 24 kW/32,5 PS zeichnen den Einzylindermotor des vierrädrigen Quadro-Modells aus, im Zuge der Veränderungen wurde es von Quadro 4 auf Quooder umbenannt. Unverändert hoch ist die Schräglagenfreiheit des Vierradrollers von 45 Grad. Beide Fahrzeuge dürfen mit dem Pkw-Führerschein gefahren werden.
Zweiradhersteller Kymco aus Taiwan setzt voll auf die Elektro-Schiene. In Köln sind zwei neue E-Roller zu sehen, wobei sich der kleinere und leichtere Nice 100 EV aufgrund seiner sehr einfachen Machart kaum für die mitteleuropäischen Märkte eigenen dürfte. Absolut ernst zu nehmen ist jedoch der New Like 110 EV mit den leicht aus ihrem Staufach entnehmbaren Akkus. Die zwei Batterien sind  unter dem Trittbrett untergebracht und wiegen pro Stück weniger als fünf Kilogramm. Auf diese Weise haben die Entwickler unter dem Sitz Stauraum für Einkäufe oder Platz für zusätzliche Akkus geschaffen. Weil der New Like 110 EV eine fest eingebaute Kernbatterie hat, kann das Fahrzeug auch mit leeren oder aus dem Fahrzeug entnommenen Akkus weiterfahren. Die Basis-Reichweite gibt der Hersteller mit etwa 100 Kilometern an. Das Fahrzeug wiegt 110 Kilogramm, der Motor leistet 3 kW/4 PS, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 45 km/h begrenzt. Der New Like 110 EV ist mit dem Connectivity System Noodoe ausgerüstet. Es bietet Smartphone-Integration und ein einfach zu bedienendes Navigationssystem.
Energica, italienische Manufaktur von stark motorisierten Elektromotorrädern, erscheint erstmals in Köln und kleidet sein 107 kW/145 PS starkes Superbike Ego neu ein. Die neueste Version heißt Ego Sport Black und weist zudem die technischen Optimierungen auf, die auch in den beiden anderen Modelle Eva und Eva EsseEsse 9 zu finden sind: Es gibt künftig eine Traktionskontrolle, einen neuen, besonders empfindlichen ,,Gasgriff" sowie heizbare Lenkergriffe. Zudem sollen verschiedene Software-Änderungen die Handhabung verbessern. Unter anderem sollen die Ladezeiten um bis zu 15 Prozent kürzer sein.
Mit zwei 250er Modellen weitet die chinesische Marke Brixton ihr Angebot aus, das bisher ausschließlich aus Leichtkrafträdern bestand. Die Glanville 250 X stellt die zeitgemäße Interpretation einer Viertelliter-Maschine dar, die Saxby 250 die klassische. Beim Antrieb handelt es sich um den Nachbau eines ursprünglich in Japan entwickelten, luftgekühlten Einzylindermotors. Seine Leistung wird mit 13 kW/18 PS bei 7.000 U/min. angegeben. Scheibenbremsen vorne und hinten sowie ein ABS gehören zum Serienstand. Der Preis der 250er Modelle soll nach Angaben des Importeurs unter 4.000 Euro liegen.
Aufhorchen lässt in Köln der indische Traditionshersteller Royal Enfield, der seine Produktion im Lauf der vergangenen acht Jahre von jährlich 50.000 Einheiten (2010) auf zuletzt 820.000 Fahrzeuge (2017) steigern konnte. Wichtiger als das Sondermodell Himalayan Sleet, das sich vom Basismodell nur durch die Farbe Sleet (,,Schneetarn") unterscheidet, sind die beiden Neumodelle Continental GT 650 und Interceptor INT 650. Sie erhalten als erste Enfields der Jetztzeit einen Zweizylinder-Twin-Motor. Das Vierventil-Triebwerk ist luft- und ölgekühlt und weist einen Hubraum von 648 Kubikzentimetern auf. Die Leistung liegt bei 35 kW/48 PS, sie liegt bei 7.250/min. an. Das maximale Drehmoment des Twins erreicht 52 Nm bei 5.250/min. Beide Modelle verfügen über das erste Sechsganggetriebe der Firmengeschichte. Der Doppelschleifenrahmen besteht aus Stahl, das Vorderrad wird von einer konventionellen, nicht einstellbaren 41-mm-Telegabel geführt, hinten gibt es in der Vorspannung einstellbare, doppelte Federbeine. Das Gewicht liegt (ohne Benzin) bei 198 Kilogramm. Vorne und hinten arbeitet jeweils eine Scheibenbremse; ein Bosch-Zweikanal-ABS ist Serie. Die Interceptor INT 650 ist als Roadster ausgelegt, während die Continental GT 650 mit ihrem Heckbürzel als Café Racer gilt. Beide Versionen sollen im kommenden Frühjahr verfügbar sein.

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