Ratgeber & Verkehr

Kaufberatung: Opel Astra - Kompakter mit Klasse

img
Seit Ende 2015 verkauft Opel die aktuelle Astra-Generation Foto: Opel

Gut möglich, dass in den Adern des Opel Astra in wenigen Jahren vor allem französisches Blut fließt. Noch jedenfalls ist er ein echter Opel, der dank seiner vielen Stärken eine attraktive Alternative im Kompaktsegment bleibt.

Anzeige

Beinahe 90 Jahre hielt die von Höhen und Tiefen begleitete Ehe zwischen Opel und dem US-Konzern General Motors. Doch 2017 ging es auf einmal schnell mit dem Verkauf der Blitzmarke an die PSA-Gruppe. Opel mit GM-Technik sind damit dem Aussterben geweiht. Bevor der Astra also mittelfristig zum Technik-Bruder des Peugeot 308 mutiert, sollte man vielleicht noch einmal zuschlagen. Immerhin: Bei der aktuellen Version haben sich die Opel-Entwickler an vielen Stellen sicht- und spürbar viel Mühe gegeben, weshalb sich der Astra vielleicht mehr denn je als interessante Alternative zu VW Golf und Co. empfiehlt.Kurzcharakteristik: Wie schon in früheren Zeiten so ist auch heute ein Astra ein Kompakter der Vernunft. Zu seinen Stärken zählen unter anderem das gute Platzangebot, die große Auswahl an Antrieben und zeitgemäße Sicherheitstechnik. Darüber hinaus bietet er auf Wunsch auch Konnektivitätsfunktionen oder clevere Ausstattungsoptionen wie Matrix-Scheinwerfer, AGR-Sitze oder Abstandstempomat. Hinzu kommt sein moderates Preisniveau, denn für einen vergleichbar motorisierten und ausgestatteten VW Golf muss man in jedem Fall einen Mehrpreis auf vierstelligem Niveau zahlen.Karosserie: Von der einstigen Vielfalt - den Astra gab es früher auch als Stufenheck, Cabrio, Coupé oder Dreitürer - ist nicht mehr viel geblieben. Opel konzentriert sich auf die gängigen Formate: den mit 4,37 Meter noch kompakten Fünftürer und den mit 4,70 Metern ausladenden Kombi namens Sports Tourer. Der zählt mit seinem 540 bis 1.630 Liter großen Stauraum zu den besonders geräumigen seiner Klasse. Dafür muss man sich allerdings im Fall des Astra Kombi mit einem etwas pummeligen Hinterteil anfreunden. Stimmiger ist der Fünftürer mit seinen gelungenen Proportionen, einem feinen Sickenspiel und einer eigenständigen Aura, die, garniert mit einigen schicken Ausstattungsdetails, durchaus Neid bei Nachbarn erzeugen dürfte.Motoren: Wie bei vielen anderen Herstellern sind in Zeiten der WLTP-Umstellung derzeit nicht alle Aggregate verfügbar, von denen der Astra grundsätzlich jedoch viele bietet. Neben den längsdynamisch etwas müden Einstiegsbenzinern mit 66 kW/90 PS sowie 77 kW/105 PS sind noch die flotten 1.4er- und ein 1.6er-Benziner mit 92 kW/125 PS, 110 kW/150 PS sowie 147 kW/200 PS im Angebot. Wer möglichst klimafreundlich unterwegs sein will, kann alternativ einen Erdgas-Astra mit 81 kW/110 PS oder einen der drei 1.6er-Diesel mit 81 kW/110 PS, 100 kW/136 PS sowie 110 kW/150 PS bestellen. Neben Handschaltgetrieben mit fünf oder sechs Stufen gibt es für einige stärkere Aggregate alternativ eine Sechsgang-Automatik.Alle Motoren sind fit für die Abgasnorm Euro 6d-temp und lassen sich zudem mit einer fein regelnden Start-Stopp-Automatik kombinieren. Langstrecken-Fahrern ans Herz gelegt sei der mittlere Diesel mit 100 kW/136 PS, der im Fall des Fünftürers mit einer Sprintzeit von 9,4 Sekunden sowie einer Höchstgeschwindigkeit von 213 km/h schon ordentlich Tempo macht, aber mit einem realitätsnahen WLTP-Verbrauch um fünf Liter beim Spritkonsum recht bescheiden bleibt. Eine vor allem in Hinblick auf die Anschaffungskosten deutlich günstigere Alternative sind die 1.4er-Benziner mit 125 oder 150 PS, die ähnlich gute Fahrleistungen erlauben und sich nach WLTP-Messung mit sechs bis rund sieben Liter auf 100 Kilometer begnügen.Ausstattung: Das Grundgerüst der Ausstattungsvarianten des Astra sind die Linien Selection, Edition, Dynamic, Innovation und Ultimate. Während Selection (ab rund 18.000 Euro) eher die von Kostenzwängen gegängelten Flottenkunden locken soll, zieht die Version Ultimate (ab rund 29.000 Euro) das ganz große Ausstattungsregister der Astra-Familie. Alternativ gibt es vorläufig außerdem die Linie 120 Jahre, die mit vielen begehrenswerten Extras und Preisvorteilen lockt. Außerdem bietet Opel für bestimmte Ausstattungsversionen attraktive Vorteilspakete wie etwa das Innovations-Paket 120 Jahre (2.400 Euro) mit LED-Matrix-Licht, LED-Rückleuchten, Navi 900 Intellilink und DAB-Radio oder das Komfort-Paket (ab 890 Euro) mit Zwei-Zonen-Klimaanlage, Frontkamera, Sitzheizung vorn und beheizbarem Lederlenkrad. Sofern man sie nicht mit der Topausstattung oder im Vorteilspaket ordert, sollten Matrix-Licht (ab 1.250 Euro) sowie Abstandstempomat (ab 800 Euro) als Einzeloptionen bestellt werden. Vielfahrern sei zudem der optional für die Ausstattungen Edition und 120 Jahre zum Preis von 390 Euro verfügbare ergonomische AGR-Sitz als unbedingtes Extra empfohlen. Wer sich für das Transporttalent Sports Tourer interessiert, sollte darüber hinaus noch das 145 Euro teure Gepäckordnungssystem Flexorganizer bestellen.

Empfehlungen:
Für Sparer: Opel Astra Fünftürer mit 77 kW/105 PS, Benziner, Fünfgang-Schaltgetriebe, in der Ausstattung 120 Jahre, die unter anderem Sitzheizung, beheizbares Lederlenkrad, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen und Sicht-Ausstattung bietet. Preis: ab 22.545 Euro.Für Nutzwertliebhaber und Familien: Opel Astra Sports Tourer, 110 kW/125 PS, Benziner, Sechsgang-Schaltgetriebe, Ausstattung Innovation mit Klimaautomatik, Kameras vorn und hinten sowie AGR-Sitz.
Preis: ab 25.235 Euro.Für Vielfahrer: Opel Astra Fünftürer, 100 kW/136 PS, Diesel, Sechsgang-Automatik, Ausstattung Dynamic mit AGR-Sitz und verschiebbarer Mittelarmlehne.
Preis: ab 30.320 Euro.

STARTSEITE