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Die deutsche Autoindustrie nimmt Kurs auf die Zukunft

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@ pgottschalk (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

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Die weltweite Autoindustrie befindet sich in einem grundlegenden Wandel. Neue Fertigungsmethoden durch die Industrie 4.0, Elektromobilität, autonomes Fahren und viele technische Innovationen stellen die deutsche Vorzeigeindustrie vor vielfältige Herausforderungen. Besonders im Blickpunkt steht seit einigen Jahren der Verbrennungsmotor. Dieser wird zwar voraussichtlich so schnell nicht abgelöst werden, doch die Anzeichen mehren sich, dass Verbraucher und politisch Verantwortliche eine Veränderung wollen. Die Diskussionen rund um den Diesel und die folgenden Fahrverbote zeigen, dass die Zeit reif geworden ist für mehr Tempo bei der Neuentwicklung. Die Industrie geht mittlerweile davon aus, dass die Wachstumsraten für Elektroautos in den nächsten Jahren deutlich anziehen werden.

Werden Elektroautos cool?



Autos aus Deutschland gelten weltweit nicht nur als Maßstab für Qualität und Design, sondern sind längst auch Bestandteil der Popkultur geworden. Wo die Hip-Hop-Szene auf ihren Mercedes schwört und den Stern schon vor Jahrzehnten zum Schmuckstück umfunktioniert hat, gilt BMW seit vielen Jahren als Bestandteil des James-Bond-Universums. Pierce Brosnan sorgte damals für den Tabubruch und stieg vom altbekannten Aston Martin auf die deutsche Premiummarke um. Der neue James Bond raste mit seinem BMW durch den Filmklassiker, begeisterte die Damenwelt und fuhr am Abend im Spielcasino vor. Mit diesen Auftritten trug sich der Film „Goldeneye“ in die Liste der denkwürdigen Filme aus der Welt der Casinos in die Geschichtsbücher ein. Die Entwicklung der Elektroautos bereitet in dieser Hinsicht so manchen Bond-Fans Kopfschmerzen. Wer kann sich schon vorstellen, dass James Bond die Dame seiner Wahl am Abend im Elektroauto ins Casino groß ausführt? Doch die Bedenken sind grundlos, denn gerade der Münchner Autobauer hat schon seit Jahren einen entsprechenden Flitzer im Programm. Der BMW i8 Roadster hält locker mit jedem Sportwagen der Spitzenklasse mit und sorgt mit seinem Design auf jeder Straße garantiert für Aufsehen. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit bis das „Elektromonster“ auch verstärkt in Hollywood-Filmen auftritt. Ein guter Kandidat dafür wäre beispielsweise die „Mission Impossible“-Filmserie von Tom Cruise. Der verwendet in diesen Filmen seit Jahren die halbe Produktpalette der Münchner, ein Elektro-Sportwagen würde da gut ins Bild passen.

Die Voraussetzungen für die Wende laufen auf Hochtouren



Das Feld für sauberere Autos wurde in Deutschland durch die Energiewende längst aufbereitet. Mehr Windkraft, mehr Sonnenenergie und der baldige Stopp der Atomenergie weisen den Weg in eine möglichst grüne Mobilität. Welche Entwicklung der Fahrzeugbau in den nächsten zwölf Jahren nehmen wird, zeigt eine Studie, die die Strategieberatung Oliver Wyman gemeinsam mit dem Verband der Automobilindustrie (VDA) erstellt hat.

Offenbar hat sich die Automobilindustrie die Kritik der letzten Monate zu Herzen genommen. Immerhin drohte das Auto Vorzeigeland Deutschland den Anschluss zu verlieren. China, ein gigantischer Hoffnungsmarkt der Zukunft, setzt bereits voll auf schadstoffarme Fahrzeuge und forciert die Entwicklung neuer, besserer Speichermedien für Elektrofahrzeuge. Doch die deutschen Konzerne haben reagiert und längst ehrgeizige Pläne für die Zukunft angekündigt. Die Branche befindet sich in stürmischen Zeiten, schließlich war die Kritik an dem Schadstoffverursacher Auto von Konsumenten und Politikern noch nie so massiv, wie in den letzten Jahren.

Die Autobauer haben die Krise als Herausforderung angenommen und wollen ihren weltweiten Marktanteil nicht so einfach aufgeben. Ganz im Gegenteil. Die Industrie geht laut der Studie davon aus, die Zahl der produzierten und verkauften Autos weiterhin deutlich steigern zu können. So sollen im Jahr 2030 30% mehr Autos verkauft werden. Das kann mit einer noch weiter verbesserten Internationalisierung und einer Ausschöpfung der Möglichkeiten der Industrie 4.0 erreicht werden. Der weltweite Wettlauf bei der Elektromobilität macht den Wettbewerb nicht einfacher, doch schon in der Vergangenheit hat die deutsche Autoindustrie bewiesen, dass sie Herausforderungen annimmt und am Ende des Tages gestärkt daraus hervorgeht.

Bildung ist Trumpf



Dieser Wachstumskurs wird allerdings in Europa nicht ohne Veränderung bleiben. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass sich Teile der Wertschöpfungskette nach Asien verlagern werden. China sticht dabei ganz besonders hervor. Der riesige Markt hat seine eigenen Bedürfnisse, die Lieferketten für die Produktion werden also teilweise in Richtung Asien abwandern. Ein wichtiges Kriterium für den Erfolg werden auch in Zukunft  hoch qualifizierte und motivierte Mitarbeiter sein. Diese können sich im globalen Wettbewerb durchsetzen, die Innovationskraft der deutschen Automobilindustrie sichern und so die Zukunft der Vorzeigeindustrie garantieren.

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