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Mängelstatistiken vom TÜV: Welche Mängel an Gebrauchtwagen häufig sind und wie man ihnen vorbeugt

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@ WolfBlur (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Gebrauchtwagen sind naturgemäß stärker von Verschleiß betroffen als Neuwagen. Wer einen älteren Wagen kaufen möchte oder demnächst zum TÜV muss, sollte den Wagen auf Herz und Nieren überprüfen.

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Doch worauf muss man dabei überhaupt achten? Welche Mängel sind häufig, welche gravierend und welche lassen sich für wenig Geld beheben? Ersten Aufschluss gibt die Mängelliste des TÜV. Doch rein auf Statistiken sollte man sich nicht verlassen.

Wer beim Gebrauchtwagenkauf auf Nummer sicher gehen möchte, sollte zu einem Fahrzeug greifen, das jünger ist als drei Jahre und einen möglichst niedrigen Kilometerstand hat. Der TÜV Süd führt in dieser Alterskategorie als hauptsächlich vorkommende Mängel fahrzeugübergreifend vor allem kleinere Schäden an der Beleuchtung auf: Mit einer Mängelquote von geringen 1,7 Prozent ist das Abblendlicht noch am häufigsten vertreten. Es folgen mit 1,4 Prozent die Beleuchtung hinten und mit einer Quote von 1,2 Prozent die Beleuchtung vorne. Die übrigen Mängelgruppen fallen mit einer Quote von jeweils unter einem Prozent kaum ins Gewicht.

In den weiteren Altersklassen führt stets die Beleuchtung mit der höchsten Mängelquote das Feld an. Doch kostspieligere Mängel der Kategorie "ßlverlust/Motor/Antrieb" werden mit steigendem Alter des Fahrzeugs immer häufiger: In der Klasse "bis neun Jahre" kommt diese Mängelkategorie auf eine Quote von 6,2 Prozent. Bei den bis elf Jahre alten Fahrzeugen kann bereits eine Quote von 8,9 Prozent verzeichnet werden. Wer ältere Gebrauchte kauft, sollte die Kosten für solche Schäden einkalkulieren.

Ergänzend lohnt es sich, bei dem jährlichen TÜV Report auch die Fahrzeuge mit den wenigsten Mängeln näher anzuschauen. Hier schneiden beispielsweise bei den bis zu drei Jahre alten Fahrzeugen der Mercedes SLK, der VW Golf Sportsvan und die Mercedes B-Klasse besonders gut ab. Zwar kann man immer das Pech haben, ein "Montagsmodell" zu erwischen oder ausgerechnet an ein Fahrzeug zu geraten, das besonders schlecht gepflegt und gewartet wurde, doch einen guten Eindruck von der Zuverlässigkeit des Modells liefert der Report allemal.

Dennoch: Solche Statistiken sind immer mit Vorsicht zu genießen. Focus Online konstatiert, dass ein Modell, das in der Statistik nicht gut wegkommt, bei richtiger Pflege und regelmäßigen Inspektionen weniger Mängel entwickeln kann als ein ungepflegtes Modell der bestabschneidenden Fahrzeuge. Gebrauchtwagenkäufer sollten also immer den individuellen Check machen und jedes Fahrzeug für sich bewerten: Kilometerstand, Unterbringung in Garagen oder die Anzahl der Vorbesitzer sind neben rein technischen Kriterien Faktoren, die man in die Bewertung eines Gebrauchtwagens einbeziehen sollte.

Wer bereits einen älteren Wagen fährt und demnächst beim TÜV zur HU aufschlagen muss, sollte den Wagen lieber schon vorab einer fachkundigen Werkstatt vorführen und Mängel im Vorfeld beheben lassen. Den Wagen kein zweites Mal überprüfen lassen zu müssen spart schließlich Kosten. Kleinigkeiten wie die Beleuchtung kann man in der Regel noch selbst kontrollieren und mit etwas Geschick sogar selbst reparieren. Doch bei Anzeichen erheblicher Schäden ist meist fachkundiger Rat gefragt. Beispiel Motorschaden: Mit welchen Kosten für eine Motorinstandsetzung zu rechnen ist, lässt sich über Caroobi ermitteln. Auf dieser Website gibt man einfach die Fahrzeugdaten ein, erhält für den jeweiligen Reparaturservice direkt einen Festpreis und findet Werkstätten in der Nähe. Diese Daten helfen, die Kosten für die Instandhaltung besser einschätzen zu können. Schon vorab inspiziert, senkt man so die Wahrscheinlichkeit für Beanstandungen durch den TÜV erheblich. Denn: Die beste "Medizin", um Mängeln an Gebrauchtwagen vorzubeugen, sind immer eine regelmäßige Pflege und Wartung.

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