Motorrad

Prototyp auf japanischer Motorrad-Messe - BMW züchtet einen Riesen-Boxer

  • In MOTORRAD
  • 6. Dezember 2018, 11:06 Uhr
  • Ulf Böhringer/SP-X
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Erstmals zu sehen war ein Prototyp des neuen BMW-Motors auf der Customizer-Messe Hot Rod Custom Show im japanischen Yokohama in einem handgefertigten Einzelstück Foto: BMW

Ein Motorrad-Boxermotor mit 1,8 Litern Hubraum - bisher kaum vorstellbar. Hersteller BMW plant aber anscheinend mit einem solchen Aggregat.

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BMW arbeitet offenbar an einem neuen, großen Boxertriebwerk, das insbesondere für künftige Motorräder auf dem US-Markt vorgesehen ist. 2020 könnte ein erstes neues Modell mit dem voraussichtlich etwa 1,8 Liter großen Zweizylinder auf den Markt kommen. Erstmals zu sehen war ein Prototyp auf der Customizer-Messe Hot Rod Custom Show im japanischen Yokohama.

Die für ihre ungewöhnlichen Kreationen bekannte Motorrad-Schmiede Custom Works Zon verwendete das von BMW zur Verfügung gestellte Aggregat für ein handgefertigtes Ausstellungsobjekt namens ,,Departed", das sich den Titel ,,Best of Show" holte. Über den Motor blieb BMW nähere Informationen schuldig. Jedoch deuten Äußerungen der Geschäftsleitung aus den vergangenen Jahren klar darauf hin, dass man für Cruiser-Projekte, die in den USA Erfolg haben sollen, zwingend einen großvolumigen Zweizylindermotor braucht. Ein solches Aggregat sei in der Entwicklung auch schon weit fortgeschritten, heißt es.

Eindeutig am Prototyp-Triebwerk erkennbar war der Verzicht auf eine Flüssigkühlung. Die luft-/ölgekühlte Bauweise kann beim Boxermotor aufgrund der in den Fahrtwind ragenden Zylinder sehr gut angewendet werden und entspricht der Firmentradition. Schon der Boxermotor der 1923 als erste BMW erschienenen R32 wies diese Bauweise auf. Auch die gut sichtbaren Stößelstangen oberhalb der Zylinder erinnern an historische BMW-Motoren. Kurz vor dem 100jährigen Jubiläum von BMW Motorrad würde sich durch Präsentation eines wiederum luft-/ölgekühlten Boxermotors mit dem bisher unvorstellbaren Hubraum von rund 1.800 Kubikzentimetern ein Kreis schließen. Das offenbar mit dem Entwicklungscode R18 versehene Aggregat war für den Einsatz der japanischen Customizer sowohl technisch wie optisch verändert worden: Die Japaner fertigten neue Zylinderkopfhauben an, zudem wurde das Triebwerk von einer Benzineinspritzung auf Vergaserbetrieb umgebaut. Angesichts der weltweiten Umweltgesetzgebung ist bei einem Serienmotor eine Einspritzanlage jedoch unumgänglich.

Nach Meinung von Kennern der BMW-Entwicklungspolitik deutet der Versuchsballon von Yokohama darauf hin, dass das erste Modell der neuen Baureihe Ende 2019 vorgestellt wird und im Laufe des Jahres 2020 auf den Markt kommen könnte. Es gilt als sicher, dass dieses Fahrzeug primär für den nordamerikanischen Markt gedacht ist und deshalb die Markteinführung auch dort beginnt. Über weitere technische Details der Fahrzeuge wie auch über die technische Ausstattung kann derzeit nur spekuliert werden.

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