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Testfahrt im Kia Stinger GT mit Sound by Harman Kardon - Rakete im musikalischen Höhenflug

  • In AUTO
  • 11. Januar 2019, 09:52 Uhr
  • Stefan Schickedanz/SP-X
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Der Kia Stinger GT mit dem 366 PS starken 3,3-Liter-V6 zielt auf Kunden von Audi, BMW und Co. Auch der Sound von Harman Kardon erschließt dem schnittigen Sportcoupé neue Liebhaber Foto: Kia

Der Kia Stinger GT mit dem 366 PS starken 3,3-Liter-V6 zielt auf Kunden von Audi, BMW und Co. Die Koreaner haben ihre Hausaufgaben nicht nur bei Antrieb und Fahrwerk gemacht. Neben ansprechendem Design erschließt auch der Sound von Harman Kardon dem schnittigen Sportcoupé neue Liebhaber.

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Zum Markenkern von Nobelherstellern wie Porsche oder Mercedes gehört inzwischen auch ein besonderes Gespür für Klang. So gibt es gerade bei den Topmarken aus Europa ständig bessere HiFi-Anlagen ab Werk. Dabei stößt man immer wieder auf einen Namen: Harman. Der amerikanische Konzern gehört inzwischen zum Unterhaltungselektronikriesen Samsung und steht hinter den Fahrzeug-Audio-Systemen angesehener Marken wie Harman Kardon, Bowers & Wilkins oder Bang & Olufsen.

Für Autohersteller Kia lag es also nahe mit Harman zu kooperieren beim Versuch, zum Image der einschlägigen europäischen Marken aufzuschließen. So bietet das viertürige Sportcoupé Stinger nicht nur Gran-Turismo-Fahrgefühl, sondern auch lupenreinen Hörspaß - ein äußerst emotionales Erlebnis. Dabei ist nicht allein die schiere Kraft der 269 kW/366 PS aus dem 3,3-Liter-V6 im Topmodell respektive 720 Watt der Anlage ausschlaggebend. Es ist die Authentizität, die sich aus einer gekonnten Abstimmung von Antrieb, Fahrwerk, Bremsen und der 15 Hochleistungslautsprechern ergibt.

Zu diesem Sound-Ensemble zählt ein 10-Zentimeter-Mitteltöner als Center im Armaturenbrett. Dazu kommen jeweils ein 2,5-Zentimeter-Hochtöner, ein 8-Zentimeter-Mitteltöner plus ein 16-Zentimeter-Tieftöner in jeder der vier Türen sowie zwei SVC-Doppel-Schwingspulen-Subwoofer mit 20 Zentimetern Durchmesser. Zusammen mit dem 720 Watt starken 12-Kanal-Verstärker ermöglichen sie einen äußert dynamischen, hochauflösenden Klang und eine 360-Grad-Klangbühne.

Ein Indiz der engen Kooperation zwischen Kia und Harman sind die beiden Subwoofer. Erstmals in einem Kia wurden die Bass-Module unter den Vordersitzen untergebracht. Das Prinzip ist von BMW als Zentral-Bass bekannt. Durch geringe Laufzeitunterschiede gegenüber den übrigen Lautsprecher-Kanälen kommen Impulse ohne übermäßige elektronische Korrekturen immer präzise auf den Punkt getaktet - ein Vorteil gegenüber den sonst üblichen Subwoofern im Kofferraum, darüber hinaus spart es Platz.

Bei der Gestaltung der edel anmutenden, gebürsteten Edelstahl-Grills der Hoch- und Mitteltöner in den Türen half Harmans eigene internationale Designsparte Huemen. Harman steuert zum Kia Stinger außerdem zwei innovative Schlüsseltechnologien bei: Clari-Fi verleiht digital komprimierter Musik wieder Glanz, Kick und Dynamik, indem verlorene Audiodetails in Echtzeit rekonstruiert werden. QuantumLogic erzeugt aus jeder Mono-, Stereo- oder Mehrkanal-Signalquelle einen 7.1-Surround-Sound. Dabei kann der Fahrer noch die Position wählen, ob es wie aus dem Publikum oder wie mitten auf der Bühne klingen soll.

Uns überzeugte gerade die unverfälschte, präzise und sehr direkte Stereo-Wiedergabe. Dazu genügt es, das Smartphone drahtlos über Bluetooth mit dem Sound-System zu vernetzen. Für die vollständige Verschmelzung zwischen Smartphone und Sportwagen stehen außerdem Apple Carplay und Android Auto bereit.

Was der Kia Stinger GT mit seinem Sound-System von Harman Kardon an Natürlichkeit, Dynamik und Bass-Qualität liefert, kennen die meisten noch nicht einmal von ihren HiFi-Anlagen im Wohnzimmer. Dort gibt es häufig Konflikte mit Möbeln und/oder Partnern, die eine optimale Positionierung der Lautsprecher verhindern. Und der Bass wird oftmals geschluckt oder gerade in Neubauten übermäßig verstärkt. Wer dann noch die empfindlichen Nachbarn im Sinn hat, kann sich im Gegenzug umso besser vorstellen, was bei Rock-Klassikern wie ,,Highway Star" von Deep Purple in der 270 km/h schnellen Stinger-Rakete auf freier Strecke passiert. Das wohlige Grummeln, des in hohe Drehzahlen verliebten 3,3-Liter-V6-Biturbo vermischt sich mit den glasklaren und satten Klängen der Harman-Kardon-Anlage zu einem ekstatischen Soundmix, der eingefleischten GT-Fans Gänsehaut bereitet.

Gut zu wissen, dass man sowohl Auto als auch Anlage fordern kann, ohne dass der Spaß aus dem Ruder läuft. Dank guter Balance und gekonnt abgestimmten Allradantrieb folgt der Kia Stinger GT auch bei ausgelassenem Powerplay trotz seines recht hohen Gewichts den Lenkbefehlen so direkt und präzise wie das Sound-System dem Musiksignal.

Die Bilanz des ambitionierten GT fällt für eingefleischte Autonarren und Musikliebhaber durchweg positiv aus. Kia gelingt mit dem Stinger und seinem Audio-System von Harman Kardon ein Coup, der die einheimischen Edelmarken schon allein aus einem Grund piksen sollte: Weil man für die knapp 56.000 Euro, die der Kia Stinger GT 3.3 T-GDI V6 kostet, bei ihnen gerade mal ein einigermaßen komplett ausgestattetes Fahrzeug der Kompaktklasse bekommt. Das Beste zum Schluss: Das exzellente Sound-System aus dem Hause Harman ist in der Top-Motorisierung bereits im Preis enthalten.

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