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Ratgeber: Fahrradreifen-Check - Im Zweifel lieber wechseln

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Von Zeit zu Zeit sollte man Fahrradreifen genauer inspizieren Foto: www.pd-f.de / Gregor Bresser

Beim anstehenden Frühjahrscheck von Fahrrad oder Pedelec empfiehlt sich auch ein kritischer Blick auf die Reifen. Mit wenigen Maßnahmen kann man die Nutzungsdauer verlängern und die Pannengefahr verringern.

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Zum Reifencheck gehört zunächst eine Überprüfung des Luftdrucks, der bei längerer Standzeit meist deutlich sinkt. Diesen sollte man unbedingt vor der ersten Fahrt anpassen, denn wer mit wenig Luftdruck fährt, schadet vor allem den Seitenwänden und dem Schlauch. Um den optimalen Luftdruck einzustellen, ist eine Pumpe mit Manometer hilfreich. Angaben zum Minimal- und Maximaldruck finden sich auf den Flanken des Reifens. Während der winterlichen Standzeit lohnt sich ein gelegentliches Nachpumpen, denn ein schlapper Reifen kann bereits im Stehen leiden. Besonders reifenschonend ist es, das Fahrrad hängend sowie in kühler und trockener Umgebung zu lagern. Wer noch mit Seitenläuferdynamo fährt, sollte übrigens über eine Umrüstung auf Nabendynamo oder Batterieleuchten nachdenken, denn die althergebrachten Kraftwerke kosten nicht nur Kraft, sie sorgen oft auch für starken Verschleiß an den Reifenseiten.  

Auch wenn kein Seitenläuferdynamo zum Einsatz kommt, sollten die Flanken auf Abnutzungs- und Walkspuren untersucht werden. Letztere zeigen sich meist in Form kleiner Risse. Diese stellen zwar keine grundlegende Gefahr dar, doch mit ihnen steigt die Pannenanfälligkeit. Im schlimmsten Fall können so verschlissene Reifen sogar platzen. Schließlich werden noch Profiltiefe und Zustand der Lauffläche geprüft. Finden sich dort im Gummi Fremdkörper, werden diese entfernt, um den kleinen Eindringlingen die Chance zu nehmen, sich irgendwann doch einmal vollends durchzugraben. Anders als bei Autoreifen gibt es für Fahrradreifen keine vorgeschriebene Profiltiefe zur Orientierung. Einen rechtlichen Grund zum Reifentausch gibt es also nicht. Die Ausnahme bilden S-Pedelecs, bei denen eine Mindestprofiltiefe von einem Millimeter vorgeschrieben ist. Sind Pannenschutz und Fasern der Karkasse sichtbar, ist ein Wechsel in jedem Fall überfällig.

Wie lange ein Reifen hält, lässt sich nicht eindeutig festlegen. Laut Reifenspezialist Schwalbe wird der Wechsel typenabhängig nach 2.000 bis 12.000 Kilometern Laufleistung fällig. Auch bei gleichen Reifentypen können die Verschleißgrenzen schwanken, da es viele Einflussfaktoren wie Reifendruck, Straßenbelag, Fahrergewicht, Außentemperaturen oder Fahrstil gibt. Hitze oder rauer Asphalt sind ein Verschleißturbo. Der Reifenwechsel kann sich durchaus vor dem Durchschimmern der Karkasse lohnen, denn die Investition in einen neuen Reifen wird mit besseren Laufeigenschaften und Pannenschutz belohnt.

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