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Gebrauchtwagen-Check: Dacia Lodgy - Zu billig für ein Schnäppchen

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Der Dacia Lodgy wendet sich an sparsame Familien Foto: Dacia

Selbst im nicht eben top-modischen Van-Segment ist der Dacia Lodgy eine graue Maus. Das - und seine eher durchschnittliche Langzeitqualität - macht er mit viel Platz wett.

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Platz für jede Menge Gepäck oder bis zu sieben Insassen - für gerade einmal knapp 10.000 Euro. Das Gesamtpaket des Dacia Lodgy (gebaut seit 2012) ist schon beim Neuwagen konkurrenzlos günstig. Da bleibt nicht viel Raum für Wertverlust, wie Gebrauchtwageninteressenten schnell feststellen werden.

Karosserie und Innenraum: Eine Schönheit ist der rund 4,50 Meter lange Kompakt-Van selbst in der aufgehübschten ,,Stepway"-Variante im Offroad-Stil sicher nicht. Dafür punktet er mit inneren Werten: Bis zu 2.617 Liter fasst der Kofferraum, alternativ lassen sich zwei klappbare Einzelsitze für das Gepäckabteil ordern, wodurch bis zu sieben Personen Platz finden. Bei der Bequemlichkeit müssen aber nicht nur die Laderaum-Passagiere Zugeständnisse machen - auch in den vorderen Reihen fällt das Gestühl eher einfach aus. Ebenso die verbauten Materialien, die aber immerhin tadellos zusammengefügt sind. Der Fahr- und Geräuschkomfort ist ebenfalls einfach, aber akzeptabel. Insgesamt bietet der Lodgy also durchaus etwas mehr Pkw-Flair als sein hausinterner Konkurrent Dokker; der Hochdachkombi mit den praktischen Schiebetüren kann seine Nutzfahrzeug-Herkunft nicht verleugnen.

Motoren: Weil der Dacia-Van für Langstrecken nicht erste Wahl ist, dürfte für die meisten Käufer einer der beiden Benziner ausreichen. Als Basismotor fungiert ein betagter 1,6-Liter-Sauger mit 75 kW/102 PS, der trotz mäßiger Fahrleistungen an der Tankstelle kein Kostverächter ist. Wer viel fährt, sollte einen Blick daher auf die ab Werk angebotene Autogas-Variante werfen. Quirliger kommt man mit dem bis Mitte 2018 angebotenen  1,2-Liter-Turomotor voran, dessen vier Zylinder 85 kW/116 PS zur Verfügung stellen. Allerdings ist er an die teureren Ausstattungslinien gekoppelt. Das Diesel-Angebot besteht aus dem bewährten, in zahllosen Renault-Nissan-Konzernmodellen eingesetzten 1,5-Liter-Diesel, den es hier mit 66 kW/90 PS oder 80 kW/109 PS gibt.

Ausstattung und Sicherheit: Wer den Neupreis unter 10.000 Euro halten wollte, musste Verzicht üben. In der Basis ,,Essentiel" ist lediglich das Nötigste an Bord, darunter aber auch Servolenkung und Dachreling. Ein akzeptables Niveau bietet die zweite Ausstattungs-Stufe ,,Ambience", die allerdings serienmäßig ohne Klimaanlage auskommen muss. Diese gibt es erst ab ,,Lauréate". Ein wenig optischen und funktionalen Luxus bieten die Modelle ,,Picknick", ,,Prestige" und ,,Stepway". Neu waren diese dann im Bereich von 13.000 Euro aufwärts eingepreist - nicht mehr billig, aber immer noch günstig. Gespart hat Dacia aber an der Sicherheitsausstattung: vier Airbags müssen reichen, moderne Assistenten sind nicht zu haben.

Qualität: Trotz günstiger Preise sind Dacia-Modelle keine Qualitäts-Katastrophen. Für obere Plätz in der TÜV-Statistik reicht es allerdings auch nicht. Zu den Schwachstellen des Lodgy zählt die Achsaufhängung, die häufig schon bei der ersten Hauptuntersuchung schwächelt. Vielleicht auch, weil viele Halter die üppige erlaubte Zuladung von bis zu 643 Kilogramm zu sehr ausgenutzt haben. Darüber hinaus bemängeln die Prüfer überdurchschnittlich oft die Beleuchtungsanlage, und auch der Abgastest ist gelegentlich eine zu hohe Hürde.

Fazit: Aus der Sicht preisbewusster Familien spricht wenig gegen den Kauf eines gebrauchten Lodgy. Außer ausgerechnet  der Preis. Denn der liegt für Modelle aus Vorbesitz nur unwesentlich unter dem eines Neuwagens - zumindest, solange die Laufleistung nicht sehr deutlich sechsstellig ausfällt. Denn wie alle Dacias leidet auch der Familien-Van kaum unter Wertverlust - einfach, weil der Preis bereits von Anfang an niedrig ist. Interessenten sollten daher durchaus neben der Gebrauchtwagenbörse auch dem Neuwagenhändler einen Besuch abstatten. Der ist nur wenig teurer und bietet sogar noch drei Jahre Garantie.

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