Motorsport

Formel E: Auf den Spuren von "Speedy Gonzales"

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mid Groß-Gerau - Auf dem Weg zum Sieg: Der Brasilianer Lucas di Grassi führt in seinem Audi e-tron FE05 das Formel-E-Rennen in Mexiko-Stadt an. Audi

In der Formel E macht das deutsche Team Audi Sport Abt Schaeffler den 'Speedy Gonzales'. Denn Rennfahrer Lucas di Grassi bescherte der Mannschaft mit den vier Ringen den dritten Sieg in Folge beim E-Grand-Prix in Mexiko-Stadt. Das hätte ganz sicher auch der berühmten Zeichentrick-Maus gefallen. Arriba, Arriba!

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Arriba, Arriba: Wer in Mexiko an Geschwindigkeit denkt, der kommt an "Speedy Gonzales" nicht vorbei. Die berühmte Zeichentrick-Maus hat Generationen von Fans rund um den Globus begeistert. Fast lautlos schlägt "Speedy Gonzales" den bösen Gegenspielern in rasantem Tempo ein Schnippchen. Parallelen zur legendären Maus gibt es aktuell in der Formel E.

In der Rennserie mit rein elektrisch angetriebenen Boliden macht das deutsche Team Audi Sport Abt Schaeffler jetzt den "Speedy Gonzales". Denn Rennfahrer Lucas di Grassi blüht in der mexikanischen Höhenluft förmlich auf. Der Brasilianer bescherte der Mannschaft mit den vier Ringen den dritten Sieg in Folge beim E-Grand-Prix in Mexiko-Stadt. In einem packenden Finale feierte Lucas di Grassi im Autodromo Hermanos Rodriguez seinen insgesamt neuen Erfolg in der Formel E.

Eine wichtige Rolle spielte laut Audi die Effizienz des rein elektrischen e-tron FE05. Als alle Rivalen in den letzten Runden wegen des Energie-Haushalts ihrer Rennwagen nur eine kontrollierte Offensive fahren durften, konnte Lucas di Grassi voll attackieren und so den vom Start weg führenden Pascal Wehrlein im Mahindra unmittelbar vor der Ziellinie doch noch abfangen. Zuvor hatte der Brasilianer bereits Nissan-Pilot Oliver Rowland von Platz zwei verdrängt.

"Das war wahrscheinlich das beste Rennen meiner Formel-E-Karriere", sagte Lucas di Grassi außer sich vor Freude. Am Anfang sei es darum gegangen, cool zu bleiben und Energie zu sparen. Am Ende darum, die Überholmanöver richtig zu setzen, erläuterte der Brasilianer die Erfolgs-Strategie. Denn das Überholen sei in Mexiko-Stadt extrem schwierig. "Mein Adrenalinspiegel war extrem hoch und ich konnte es kaum fassen, dass es noch geklappt hat. Danke an alle bei Audi Sport, die hart dafür gearbeitet haben, ein derart gutes Auto zu bauen", so di Grassi.

Mit seinem ersten Saisonsieg verbesserte sich Lucas di Grassi in der Gesamtwertung auf die vierte Position. Er hat einen Rückstand von 19 Punkten auf Spitzenreiter Jerome d'Ambrosio vom Mahindra-Rennstall. Di Grassis deutscher Teamkollege Daniel Abt kämpfte sich von der 21. Startposition auf Platz zehn nach vorn und fuhr damit auch im vierten Saisonrennen in die Punkteränge. Audi Sport Abt Schaeffler belegt mit 56 Zählern Platz fünf in der Teamwertung. Es führt Mahindra-Racing mit 83 Punkten.

"Drei Siege in Folge für Audi in Mexiko-Stadt sind eine großartige Leistung", sagte Teamchef Allan McNish, für den es ein nervenaufreibendes Rennen war: "Wir wussten bis zur letzten Sekunde nicht, wie es ausgeht." Der Audi e-tron FE05 sei fantastisch - effizienter als jedes andere Auto, so der Teamchef weiter. Das habe es Lucas di Grassi ermöglicht, noch zu gewinnen. "Derart knappe Entscheidungen sind nicht gut für mein Herz. Audi Sport Abt Schaeffler ist zurück."

Ob die Kampfansage des Teamchefs umgesetzt werden kann, muss das nächste Rennen zeigen. Und das findet am 10. März 2019 vor der traumhaften Kulisse der Metropole Hongkong statt.

Ralf Loweg / mid

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