Motorsport

Tourenwagen-Kino: Große Gefühle bei Honda

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mid Barcelona - Licht aus, Spot an: Die Tourenwagen-Rennfahrer für die Weltcup-Saison 2019 präsentieren sich in Barcelona. Ralf Loweg / mid

Vorhang auf zur großen Tourenwagen-Show: Mit einer rauschenden Gala, vielen Emotionen und ein paar Tränen haben Hersteller, Rennfahrer und Sponsoren die zweite Saison des Tourenwagen-Weltcups in Barcelona eingeläutet. Der Motor-Informations-Dienst (mid) war mit dabei.

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Vorhang auf zur großen Tourenwagen-Show: Mit einer rauschenden Gala, vielen Emotionen und ein paar Tränen haben Hersteller, Rennfahrer und Sponsoren die zweite Saison des Tourenwagen-Weltcups (WTCR) eingeläutet. Bei der Veranstaltung im Kultur-Zentrum "I Memoria" im Herzen Barcelonas gab es für die Rennserie sogar den "Segen von oben".

Denn Jean Todt, der Präsident des Automobil-Weltverbandes FIA, schickte via Leinwand eine wohlwollende Gruß-Botschaft und wünschte viel Glück für die neue Saison. Der kleine Franzose ist in Deutschland vielen Fans vor allem als langjähriger Ferrari-Teamchef bekannt. Zusammen mit Michael Schumacher feierte Jean Todt den Gewinn von gleich fünf Fahrer-Weltmeisterschaften für die Scuderia.

Der Tourenwagen-Weltcup ist eine noch ganz junge Rennserie und wurde erst 2018 ins Leben gerufen. Die zweite Saison startet am 6./7. April in Marrakesch in Marokko. Titelverteidiger ist Gabriele Tarquini, der es im stolzen Rennfahrer-Alter von 57 Jahren noch mal wissen will. Der Italiener will den jungen Kollegen in seinem Hyundai i30 N TCR zeigen, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Es ist so etwas wie ein "Rolling Stone" auf Rädern. So wie man die weltberühmten Musiker wohl irgendwann einmal von der Bühne tragen muss, so dürfte auch Tarquini seinen Platz im Rennauto nicht freiwillig räumen wollen.

Insgesamt kämpfen 32 Rennfahrer und sieben verschiedene Marken um Siege und Titel. Audi, Alfa Romeo, Honda, Hyundai, Seat, Volkswagen sowie die Chinesen von Lynk & Co bieten ein Starterfeld, von dem beispielsweise die Verantwortlichen der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) vermutlich nur träumen. Alle Rennen werden vom Fernsehsender Eurosport, der auch für die Promotion der Serie verantwortlich ist, live gezeigt.

Der Weltcup-Champion wird bei zehn Veranstaltungen gekürt. Auch in Deutschland macht die WTCR Station: Schauplatz ist der Nürburgring (21./22. Juni 2019). Das große Saisonfinale steigt am 14./15. Dezember 2019 in Sepang vor den Toren von Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur. Diese Rennstrecke hat einst der Aachener Architekt Hermann Tilke für die Formel 1 entworfen und gebaut. Doch die Königsklasse des Motorsport hat Malaysia inzwischen den Rücken gekehrt. Nun wollen die Tourenwagen dort die Herzen der Fans erobern.

Die Augen werden 2019 vor allem auf einen Rennfahrer gerichtet sein: Denn mehr als 18 Monate nach einem schweren Testunfall kehrt Tiago Monteiro in den Motorsport zurück. Der Portugiese wird die komplette Saison des Tourenwagen-Weltcups in einem Honda Civic Type R bestreiten. Sein Teamkollege wird der junge Ungar Attila Tassi sein.

Tiago Monteiro hatte sich im September 2017 bei einem Testunfall auf dem Circuit de Catalunya in Barcelona schwere Kopf- und Nackenverletzungen zugezogen. Seine Karriere schien damals bereits beendet. Doch der Portugiese kämpfte sich zurück und will zeigen, dass er nichts von seiner fahrerischen Klasse verlernt hat. "Ich fühle mich absolut fit. Ich fahre in einem tollen Team, habe ein schnelles Rennauto und freue mich auf die Herausforderung", sagte Tiago Monteiro in Barcelona im Gespräch mit dem Motor-Informations-Dienst (mid). Bei seiner Vorstellung in der katalanischen Hauptstadt im Kultur-Zentrum gab es Standing Ovations. Alle im Saal standen auf und spendeten minutenlang Beifall für den Rückkehrer - und nicht wenige hatten dabei feuchte Augen.

Hinter ihm liegt eine lange Leidenszeit. Aber Aufgeben war für Tiago Monteiro nie ein Thema. Zumal auch die Unterstützung von Honda, der WTCR und der gesamten Motorsport-Familie unglaublich gewesen sei, so der Portugiese. Und vielleicht gibt es ja auch im Motorsport ein Happyend wie in der Traumfabrik Hollywood: In diesem Fall würde der Honda-Pilot wenige Tage vor Weihnachten in Malaysia den riesigen Pokal für den Weltcup-Sieger geschenkt bekommen. Das wäre in der Tat ganz großes Kino.

Ralf Loweg / mid

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