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Test: Opel Grandland X - Bequemer Reisebegleiter

  • In AUTO
  • 14. April 2019, 06:54 Uhr
  • Elfriede Munsch/SP-X
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Insgesamt erzieht der nur mit Frontantrieb angebotene Grandland X aber zu einer gelassenen Fahrweise Foto: Opel

Opel war bei der Entdeckung des SUV kein Vorreiter. Aber Nachzügler können überzeugen. Wir haben ausprobiert, was der Opel Grandland X als SUV für die Reise zu bieten hat.

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SUV boomen, das hat man mit etwas Verspätung auch bei Opel gemerkt. Lange hatten die Rüsselsheimer nur den Mokka X im Angebot, der zwar durchaus erfolgreich, aber eben nur die Sparte der kleinen SUV bediente. Mittlerweile ist das Portfolio deutlich angewachsen; erst in Kooperation mit PSA, dann als Konzernmitglied, kann Opel noch den kleinen Crossland X sowie das Kompaktmodell Grandland X vorweisen.

Mit dem Kompakten hat Opel seit gut einem Jahr ein veritables Angebot in dieser besonders gefragten Klasse dieses Genres im Programm und die Kunden goutieren das. Mit etwas über 5.000 Einheiten im ersten Vierteljahr liegt der Grandland X in der Opel-Hitparade auf Platz vier hinter Astra, Corsa und Adam, wobei letzterer von seinem Abverkauf profitiert. Und das SUV verkauft sich besser als sein Schwestermodell Peugeot 3008. Als 1.6 Turbo mit 133 kW/180 PS durfte der Grandland X nun seine Alltagstauglichkeit unter Beweis stellen.

Ein Benziner in einem SUV ist nicht automatisch die Wahl der Vernunft, doch die Skepsis der Kunden auch neuen, sauberen Dieseln gegenüber ist schon spürbar. Immerhin entscheiden sich fast 9 von 10 Grandland X-Kunden für einen Benziner. Weil wir mit dem Opel-SUV auch mal längere Strecke unter die Räder nehmen wollten, war der stärkste Benziner die logische Wahl. Der Vierzylinder macht seine Sache gut, zumal er uns die Wahl der richtigen Übersetzung mit dem angeflanschten Achtgang-Automatikgetriebe freundlicherweise abnahm. Das maximale Drehmoment von 250 Nm liegt bei 1.750 Umdrehungen an. Im Vergleich zu dem fast gleich starken 2,0-Liter-Selbstzünder mit 130 kW/177 PS mit 400 Nm ist das zwar wenig, macht sich im Alltag aber wenig bemerkbar, was auch an der souveränen Schaltarbeit der Automatik liegt. Nur auf plötzlichen Lastwechsel um zum Beispiel zu überholen, reagiert sie kurz unentschlossen, um dann mit Nachdruck runter zu schalten.

Insgesamt erzieht der nur mit Frontantrieb angebotene Grandland X aber zu einer gelassenen Fahrweise. Der typische hohe Aufbau eines SUV macht sich aerodynamisch natürlich negativ bemerkbar, was sich nicht zuletzt auf Verbrauch und Windgeräusche auswirkt. Beides steigt oberhalb der Richtgeschwindigkeit spürbar an. Ist man auf der Autobahn gelassen unterwegs, kommt man dem Durchschnittsverbrauch (WLTP) von 7,8 Litern schon sehr nahe. Disziplinieren Geschwindigkeitsbegrenzungen den Gasfuß, sind Werte von 6,8 Liter möglich. Im Schnitt flossen 8,1 Liter durch die Leitungen. Kleinere Unebenheiten im Fahrbelag kompensiert das Fahrwerk gut; es ist eher kommod als sportlich ausgelegt, was zum Charakter des Fahrzeugs als Reise-SUV passt.

Als Reisebegleiter auf längeren Strecken wusste das 4,46 Meter lange Opel-SUV auch sonst zu gefallen. Die Bedienung ist übersichtlich gestaltet, die Anzeigen und das Display gut ablesbar und das Platzangebot ist zumindest für vier Reisende sehr ordentlich. Der Kofferraum (514 Liter) schluckt das Urlaubsgepäck, reist man nur als Paar, können bei umgeklappten Rücklehnen und bis zu 1.652 Litern Fassungsvermögen noch einige Gepäckstücke mehr verstaut werden.

Am guten Komfortempfinden haben auch die guten Sitze einen großen Anteil. Sie sind vielfach verstellbar und schmeicheln den Rückenwirbeln von den Schultern abwärts. Die aufpreispflichtigen AGR-Sitze (ab 390 Euro für den Fahrersitz) sind auf jeden Fall für Vielfahrer eine gute Investition.

Apropos Preis: Mindestens 35.150 Euro müssen Interessenten für den 1.6 Turbo in anlegen, das zweit höchste Komfortniveau ,,Innovation" ist hier inklusive. Das bietet schon allerlei Extras wie Fernlicht-, Spurhalte- oder Müdigkeitsassistenten, beheizbares Lederlenkrad, Zweizonen-Klimaautomatik oder 18-Zöller, lässt aber immer noch Raum für weitere Features. Wer die Assistenten um eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage oder um einen Ein- und Ausparkhelfer erweitern möchte, muss jeweils 800 Euro anlegen. Soll ein Navi dazu gebucht werden, bietet sich an, den Parkservice um den Routenfinder sowie Rückfahrkamera und Totwinkel-Warner für 1.350 Euro zu ordern. Das Navi kostet alleine schon 900 Euro. Wer sich diese Optionen gönnen möchte, greift am besten zur höchsten Ausstattungsvariante Ultimate (ab 40.440 Euro für den 1.6er). Bis auf den adaptiven Geschwindigkeitsregler sind alle Optionen hier Serie, außerdem ist noch das adaptive Fahrlicht an Bord. Ein Head-up-Display gibt es aber auch in der Topversion nicht.



Opel Grandland X - Technische Daten:

Fünftüriger Crossover mit fünf Sitzen, Länge: 4,48 Meter, Breite: 1,91 Meter (mit Spiegel: 2,10 Meter), Höhe: 1,61 Meter. Radstand: 2,68 Meter, Kofferraumvolumen: 514 - 1.652 Liter

1,6-Liter-Vierzylinder-Turbo, 133 kW/180 PS, Achtgang-Automatik, maximales Drehmoment: 250 Nm bei 1.750 U/min, Vmax: 220 km/h, 0-100 km/h: 8,8 s, Normverbrauch nach WLTP: 7,8 l/100 km, CO2-Ausstoß: 177 g/km, Abgasnorm: Euro 6d-temp, Effizienzklasse C, Testverbrauch: 8,1 Liter

 Preis: ab 35.150 Euro [Innovation]



Opel Grandland X - Kurzcharakteristik

Warum: fährt sich flott, viele Komfortfeatures

Warum nicht: kein Allrad

Was sonst: VW Tiguan, Ford Kuga, Nissan Qashqai, Kia Sportage und natürlich Peugeot 3008

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