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Shanghai Motorshow: Volkswagen-Konzern - Elektro triff die ,,alte

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Neue VW-Marke für China: Jetta Foto: SP-X/Maahn

Traditionell nutzt der VW-Konzern den Vorabend großer Messen zu einer Leistungsshow seiner zahlreichen Marken. In Shanghai gibt sich der größte Autohersteller bescheiden. Die großen Auftritte sind Vergangenheit.

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Alles auf elektrisch, alles steht unter Strom. VW-Chef Herbert Diess verkündete auch im fernen China sein Ziel, das rein elektrische Auto in den Mittelpunkt der VW-Zukunft zu rücken. Während auf der China Auto Show in Shanghai trotz vieler E-Premieren immer noch das klassische Verbrennungsauto die Mehrheit stellt, präsentiert der Konzernchef in einem alten Industriegebäude am Ufer des Hiangpu lediglich drei Modelle von drei Marken, die in die beschworene neue, abgasfreie Zeit passen. Die beiden anderen vertreten noch die ,,alte" Welt des Autos.

Eine Weltpremiere ist das Audi Konzeptauto AiMe, das speziell für die großen Städte dieser Welt gedacht ist und eher gemietet als gekauft werden soll. Das nur 4,30 Meter lange Auto ist Teil einer Audi-Vision, den Kunden bedarfsgerechte Fahrzeuge je nach Einsatzzweck zur zeitweiligen Nutzung zu Verfügung zu stellen. Während die Idee eines Reisemobils und ein Auto für längere Strecken schon vorgestellt wurden, komplettiert das rein elektrische und auch autonom fahrende Shanghaier Schaustück für Kurzstrecken jetzt das visionäre Trio.

Keine Überraschung auch bei Skoda. Das SUV-Coupé Vision IV feierte vor sechs Wochen bereits auf dem Genfer Automobilsalon Premiere. Der fast serienreife Stromer, kommt im Frühjahr nächsten Jahres mit einer Reichweite von rund 500 Kilometern auf den Markt und ist der erste Skoda der die VW-eigene Elektroplattform MEB (modularer Elektrobaukasten) nutzen wird.

Das Zukunftstrio wird komplettiert von der die Weltpremiere eines fast fünf langen SUV, das unter dem Namen Roomzz die ID Familie von Volkswagen erweitert. Der Serienstart des geräumigen Allradlers mit zwei Elektromotoren ist in China für 2021 vorgesehen, andere Länder werden folgen.

Am linken Rand der Premierenbühne dann Überraschendes, passt doch das Porsche 911 Cabrio nun gar nicht in das Diess-Thema des Traditionstreffens vor der wichtigsten Messe des Jahres. Der Frischluft-Sportler ist wie eh und je mit Benzinmotor unterwegs. Für die Porsche-Fans aus China allerdings ist er eine heiß erwartete Premiere.

Nachdem Bentley, Seat und Bugatti gar nicht erst zum Familienevent erschienen waren, sorgte eine bislang unbekannte Marke mit vertrautem Namen dann doch noch für den Gesprächsstoff des Abends. Ähnlich wie Renault mit Dacia etabliert jetzt auch Volkswagen eine Discount-Marke, die vor allem für die Millionen von Chinesen bestimmt ist, die vom Autoboom der letzten Jahre bisher abgekoppelt waren. In den westlichen Regionen des Riesenreichs, abseits der Mega-Millionenstädte, sind oft sogar noch urzeitliche Mobile aus Maos Zeiten unterwegs. Genau diese Menschen, die sich kein europäisches Premiumauto leisten können, hat Jetta-Chef Harald Müller im Visier. Deshalb wurde für die neue Marke auch der bekannte Name der Stufenheck-Version des VW Golf gewählt, der in China einen guten Klang hat. Müller: ,,Hier geht es immerhin um ein Drittel der chinesischen Autokäufer, die wir mit unseren beiden SUV und der Limousine VS 5 ansprechen wollen. Wir gehen bewusst nicht in die Metropolen, sondern kommen dorthin, wo unsere potenziellen Kunden leben". Über Preise spricht der deutsche Chef der neuen VW-Tochter nicht. Ein Export nach Deutschland ist nicht geplant. 

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