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Jubiläum: 50 Jahre Porsche 917 - Die Geschichte geht weiter

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In diesem Jahr feiert der Porsche 917 sein 50stes Jubiläum Foto: Porsche

Das 50-jährige Jubiläum des legendären Porsche Rennsportwagens 917 feiern die Zuffenhausener mit einem Gedankenspiel.

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Porsche 917: Der längst zur Legende gereifte Rennwagen, der den Stuttgartern 1970 zum Le Mans-Gesamtsieg verhalf, war ein Mammutprojekt für die in den späten Sechzigerjahren noch recht kleine Firma Porsche. Zum 50. Geburtstag des Boliden erinnert das Unternehmen an die Umstände der Entstehung. Unter Materialmangel und Zeitdruck gelang es dem Konstruktionsteam um Motorenexperte Hans Mezger, Aerodynamik-Spezialist Hermann Burst und Triebwerk-Tüftler Gerhard Küchle unter Leitung von Ferdinand Piëch, den Homologationstermin am 21. April 1969 einzuhalten. 25 Autos mussten auf die Räder gestellt werden, um das FIA-Reglement einzuhalten. Gearbeitet wurde bis zu 16 Stunden am Tag, jeder musste alles machen, wie sich der 78-jährige Hermann Burst erinnert. So bewegte er den 917 - geschleppt von einem Bulli - kurzerhand selbst zum Rollenprüfstand, denn Personal war Mangelware.

Immerhin brauchten die Autos zum Homologationstermin nicht vollständig fahrbereit sein; der FIA-Prüfer warf den lautstark trompetenden 4,5-Liter-Zwölfzylinder mit Luftkühlung an und drehte lediglich eine kurze Runde auf dem Hof, wie Burst selbst nach 50 Jahren noch mit leuchtenden Augen erzählt. Es habe sogar einen Prospekt gegeben für das Fahrzeug, von dem das eine oder andere Exemplar in Privathand ging. Für damals sündhaft teure 140.000 Mark bot Porsche den 917 zum Kauf an. In den USA sowie im baden-württembergischen Calw gelang es Besitzern sogar, eine Straßenzulassung für den Boliden zu erlangen, der als frühe Saugversion bereits mit 382 kW/520 PS angegeben wurde. Leicht vorstellbar, was dieser kraftstrotzende Zwölfender mit einem weniger als eine Tonne wiegenden Fahrzeug anstellt. Spätere Weiterentwicklungen mit Turbolader machten gar tausend Pferdchen locker.

Gerade restauriert ein Profi-Team aus dem Porsche-Museum mit Unterstützung der zeitgenössischen Entwickler den 917 mit der Nummer Eins, um die Erinnerung wachzuhalten. Die Fachleute stellen dessen Originalzustand wieder her, nachdem die Karosserien der Rennboliden im Zuge verschiedenster Renneinsätze teils stark verändert wurden. In einer bald startenden Sonderausstellung des Porsche-Museums wird das restaurierte Objekt vier Monate lang zu sehen sein.

Szenenwechsel. Fünfzig Jahre, nachdem der 917 sozusagen Überraschungspremiere auf dem Genfer Automobilsalon feierte, kommt Porsche mit einem Nachfolger um die Ecke. Wenn Techniker Thomas Wiegand über die Designstudie 917 referiert und durch die verschiedenen Charts wischt, könnte man meinen, der Bolide starte bald in den Serienanlauf. In fotorealistischen Abbildungen kann man sich beispielsweise von der Schönheit des Innenraums überzeugen und von der Präzision, mit der die Ingenieure den fünf Liter großen Doppelturbo-V8 in das Chassis gehievt zu haben scheinen. Schade, es handelt sich dabei um nichts anderes als ein Gedankenspiel. Zwar existiert die Designstudie oberflächlich betrachtet und ist auch perfekt gearbeitet, allerdings handelt es sich um ein Clay-Modell. So virtuos das umfangreiche Spoilerwerk der eleganten Studie auf dem Bildschirm in die verschiedenen Modi fährt - mal ist maximaler Abtrieb erforderlich, mal soll die Längsbeschleunigung optimal sein, einen Serienanlauf wird es nicht geben, erklärt Wiegand. Schade eigentlich, Abnehmer würden die Zuffenhausener sicherlich finden - an reichen Autoenthusiasten mangelt es bekanntermaßen nicht.

Immerhin, führt der Aerodynamik-Experte aus, werde das eine oder andere Element der Studie in die Serie künftiger Porsche-Modelle einfließen, ob sie nun 992 Turbo oder Taycan heißen.

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