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Test: Kymco Xciting S 400i - Taiwan-Tiger

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Der zum Xciting S 400i beförderte Scooter von Kymco glänzt mit serienmäßiger Konnektivität samt Navigation Foto: Kymco

Der zum Xciting S 400i beförderte Scooter von Kymco glänzt mit serienmäßiger Konnektivität samt Navigation, überzeugt aber auch durch einen starken Motor, ein agiles und stabiles Fahrwerk sowie viel Ausstattung.

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Schon bisher war - und ist, denn es gibt ihn weiterhin - der Kymco Xciting 400i ein guter Kraftroller der Gattung Sporttouring. Doch nun gibt es für 6.480 Euro die weiterentwickelte Neuauflage namens Xciting S 400i. Das S in der Modellbezeichnung verspricht nicht mehr Leistung, sondern signalisiert ein Plus an Ausstattung und Fahrkomfort. Dazu kommt die serienmäßige Installation des Konnektivitätssystems Noodoe, das die Vernetzung von Fahrzeug und Smartphone sowie zusätzlich eine komplett neue Navigationstechnik ermöglicht.

Die Basis des 213 Kilogramm wiegenden Xciting S 400i ist mit der des S-losen Vierhunderters identisch: Sein Motor ist mit 26,5 kW/36 PS Leistung sowie 38 Nm Drehmoment nach wie vor der klassenstärkste Antrieb, das Fahrwerk hat sich aufgrund seiner Stabilität und Agilität ebenfalls bereits Meriten erworben. Auch die Fahrleistungen überzeugen: Es fällt leicht, mit dem Kymco schnell unterwegs zu sein. Mit einem Maximaltempo von 140 km/h bei perfekter Fahrstabilität sowie einer dank guter Abstimmung des stufenlosen CVT-Getriebes überzeugenden Beschleunigung mischt der Xciting S 400i in seiner Klasse ganz vorne mit. Allerdings gehört er nicht gerade zu den Sparsamsten im Lande: Der nagelneu auf dem Markt erschienene BMW X 400 GT, im selben Segment angesiedelt, begnügt sich bei gleicher Fahrweise mit vier Litern pro 100 Kilometer, wo der Kymco 4,5 bis 4,8 Liter benötigt. Auch sind beim Kymco-Einzylinder Vibrationen durchaus spürbar. Wer sich ein wenig zurückhält, kann den Verbrauch auf den Normwert von 4,4 Litern drücken und verfügt dann dank des 12,5 Liter-Tanks über eine Praxisreichweite von gut 250 Kilometern. Die Sprit-Reserve ist mit 2,5 Litern großzügig bemessen.

Gewonnen hat der Xciting S 400i durch seine neue Fahrwerksabstimmung: Die Gewichtsverteilung ist durch eine neue Motor-Aufhängung verbessert worden, an der Gabel kommt eine zweite Gabelbrücke zum Einsatz. Das steigert die Lenkpräzision. Die beiden Federbeine sind guter Standard und in der Vorspannung fünffach einstellbar. Das Fahrverhalten überzeugt auf ganzer Linie: Der Xciting liegt fast wie das sprichwörtliche Brett, umrundet Kurven weitgehend stabil und lässt sich dabei echt agil fahren. Die Grundabstimmung der Federelemente ist allerdings straff, auch sprechen sie nicht besonders geschmeidig auf harte Fugen und Kanten an. Eine Sänfte ist der Xciting S 400i also nicht. Ausgezeichnet wirken die Bremsen: Die beiden Radialbremszangen verbeißen sich in zwei 28 Zentimeter großen Bremsscheiben im Vorderrad, die hintere Bremse hilft wirksam mit.  Das Bosch-ABS regelt fein, wenn man die verstellbaren Handhebel allzu kräftig bedient.

Um zwei Zentimeter konnten die taiwanesischen Techniker die Sitzhöhe gegenüber dem bisherigen Modell reduzieren. Damit fällt es leichter, beim Anhalten mit den Füßen den Boden zu erreichen. Der Sitz selbst konnte uns dennoch nicht voll überzeugen: Das etwas zu geringe Platzangebot lässt nur bei kleineren Personen eine entspannte Sitzhaltung zu. Dafür glänzt der Kymco mit sehr guter Serien-Ausstattung: Es gibt eine einfach zu bedienende Feststellbremse mit Hebel links am Lenker, zwei sich automatisch beim Abziehen des Zündschlüssels versperrende Ablagefächer im Cockpit sowie einen in fünf Stufen in der Höhe verstellbaren Windschild. Der Verstellmechanismus dürfte allerdings leichtgängiger sein. Neben LED-Scheinwerfern samt LED-Blinkern gibt es auch ein LED-Tagfahrlicht, das in der Dämmerung automatisch auf Abblendlicht umschaltet. Dessen Hell-Dunkel-Grenze ist - typisch für LED-Lichtanlagen - ziemlich scharf, was bei Dunkelheit möglichst häufiges Einschalten des Fernlichts nahelegt. Der beleuchtete Untersitzstauraum ist ausreichend geräumig; neben einem Integralhelm findet noch Kleinzeug Platz.

Das Connectivity-System Noodoe, bereits im Kymco-Spitzenmodell AK 550 installiert, ermöglicht die Koppelung von Scooter und Smartphone. Das Prozedere ist relativ einfach; Voraussetzung ist der Download der Noodoe-App. Damit wird auch eine Pfeilnavigation ermöglicht. Auch sie ist gut bedienbar, geht allerdings sparsam mit Informationen wie verbleibende Wegstrecke oder Ankunftszeit um. Kurios ist die Anzeige bis zum nächsten Abbiegevorgang, denn es werden stets ungerade Distanzen eingeblendet, z.B. 371 Meter. Ergänzend signalisiert das System die Zahl der bis dahin noch zu passierenden Querstraßen. Für sämtliche Connectivity-Anzeigen ist das Rundinstrument in Cockpitmitte zuständig; dort kann aber auch eine große Zeituhr oder ein zusätzlicher Tacho eingeblendet werden. Letzterer macht das exakte Ablesen der aktuellen Geschwindigkeit allerdings auch nicht viel leichter als die arg eng skalierte Tachoskala links im Cockpit, weil der Farbkontrast je nach Umgebungslicht dürftig ist. Zudem wäre bei Dunkelheit vorteilhaft, wenn sich das rechte Anzeigeinstrument für Drehzahl, Tankfüllstand und Wegstreckenzähler dimmen ließe und der Wegstreckenzähler nicht um volle zehn Prozent vorgehen würde. 100 echt zurückgelegte Kilometer werden nämlich als 110 angezeigt, was beispielsweise die Wartungskosten um zehn Prozent ansteigen, dafür den Verbrauch aber um 10 Prozent niedriger erscheinen lässt.

Doch sei's drum. Einen Xciting S 400i kauft man nicht zuletzt wegen seiner optisch sehr dynamischen Formgebung, vor allem aber wegen seiner wirklich ausgezeichneten Fahrleistungen und ob seines dynamischen Fahrverhaltens. Mit 6.480 Euro ist er zwar kein Schnäppchen, aber dank sehr guter Ausstattung und seines unterm Strich für sich einnehmenden Wesens ein reelles Angebot. Eben ein sympathisch schnurrender Tiger aus Taiwan.



Technische Daten Kymco Xciting S 400i

Motor: Wassergekühlter Einzylinder-Viertaktmotor, Hubraum 399,6 ccm, Leistung 26,5 kW/36 PS bei 7.500 U/min, max. Drehmoment 38 Nm bei 6.250 U/min, vier Ventile pro Zylinder, OHC, Variomatik, Fliehkraftkupplung.

Fahrwerk: Stahlrohrrahmen, vorn 4,1 Zentimeter-Telegabel, hinten zwei Federbeine (Vorspannung einstellbar), Reifen 120/70-15 (vorne) und 150/70-14 (hinten), 28 Zentimeter-Doppelscheibenbremse vorn, 24 Zentimeter-Scheibenbremse hinten, ABS.

Maße und Gewichte: Radstand 1,57 m, Sitzhöhe 81 cm, Leergewicht (fahrfertig) 213 kg, Tankinhalt 12,5 Liter

Preis: 6.480 Euro

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