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E-Scooter sind die Zukunft – aber auch nicht ungefährlich

  • In FAHRRAD
  • 22. Mai 2019
  • Redaktion
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E-Scooter mit 20 km/h Höchstgeschwindigkeit sind künftig im deutschen Straßenverkehr erlaubt Foto: BMW

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Seit Anfang 2018 gehören E-Scooter in den USA, sei es in San Diego, Los Angeles oder Washington mittlerweile schon zum Stadtbild. Seit zirka einem halben Jahr hat der Tred um die neuen Fortbewegungsmittel auch in Europa voll eingeschlagen. In einer aktuellen Studie aus den USA wurden nun Verletzungen, die mit der Verwendung von Leihscootern verbunden waren, genauer untersucht.

Die Studie zeigt, dass E-Scooter Fahren zweifelsohne zu (mitunter auch schweren) Verletzungen führen kann. Die Analyse ergab, dass fast die Hälfte derjenigen, die während der Verwendung eines E-Scooters verletzt wurden, eine Kopfverletzung erlitt. Dazu gehörten leichte Gehirnerschütterungen aber auch innere Blutungen.

Die Mehrheit der Befragten gab an, dass häufig ein Schlagloch oder ein Riss in der Straße zu ihrer Verletzung geführt hatte. Weniger als ein Prozent der Verletzten trug beim Fahren einen Helm.

Unfälle passieren meist durch Unachtsamkeit

Eines ist klar: E-Scooter Fahren ist keineswegs ungefährlich. Elektro-Scooter beschleunigen bis zu 30 km/h und bieten keinerlei Knautschzone. Mehr als ein Drittel der Befragten in den USA sagte dementsprechend auch, dass ihre Verletzung auf eine zu hohe Geschwindigkeit zurückzuführen war. 30 Prozent gaben an, vor dem Fahren Alkohol konsumiert zu haben. Darüber hinaus passieren viele Unfälle durch Telefonieren während der Fahrt oder durch Benutzung des Rollers durch mehrere Personen gleichzeitig.

Diese Ergebnisse zeigen, dass die beim E-Scooter Fahren erlittenen Verletzungen meist nicht etwa auf technische Mängel oder eine besondere Gefährlichkeit der Roller zurückzuführen sind, sondern auf deren sorglose Anwendung. Durch sorgsames und vorausschauendes Fahren kann der Großteil der Unfälle mit hoher Wahrscheinlichkeit verhindert werden.

Bei den bisherigen Unfällen muss zudem auch noch ein weiterer Punkt berücksichtigt werden: Bei mehr als 30% der Verletzten passierte der Unfall während der ersten Fahrt. Die Nutzer waren die neuen Transportmittel einfach noch nicht gewohnt, hatten Probleme die Balance zu halten, unterschätzten die Beschleunigung oder wussten noch nicht richtig, mit der Bremse umzugehen.

Mit einem Helm kann das Verletzungsrisiko drastisch gesenkt werden

Von Untersuchungen zu Radfahrern weiß man, dass das Risiko von Kopf- und Hirnverletzungen durch das Tragen eines Helmes drastisch reduziert werden kann. Die Verwendung eines Helmes kann daher logischerweise auch bei E-Scootern die Gefahr von Kopf- und Hirnverletzungen im Falle eines Sturzes deutlich verringern.

Studien kommen deshalb zum Schluss, dass der Großteil der Kopfverletzungen vermeidbar gewesen wäre. Es wird daher empfohlen, nicht nur einen Helm zu tragen, sondern auch mehr über sichere E-Scooter-Fahrpraktiken zu lernen. Weiters sollen insbesondere die Sharing-Anbieter mehr Aufklärung über potentielle Gefahren beim Fahren zu leisten.

Das passiert mittlerweile auch schon. In Frankreich werden (anders als in Deutschland) voraussichtlich ab Herbst 2019 E-Scooter Fahrer dazu verpflichtet, einen Helm zu tragen. Zudem haben auch die großen Sharing-Anbieter Bird und Lime damit begonnen, auf ihren Websites und Apps Sicherheitsvideos zu veröffentlichen.

Nachfrage nach E-Scootern bleibt ungebrochen

Die Nachfrage nach E-Scootern steigt bundesweit stetig an. Insbesondere seit dem 17. Mai, als auch der Bundesrat der E-Scooter Verordnung zustimmte, verzeichnen die Händler einen enormen Andrang.

E-Scooter werden in Zukunft mit Sicherheit auch einen wichtigen Teil zur Verkehrsentlastung in den Städten beitragen. Der Trend zu den Rollern hat jetzt erst so richtig begonnen und wird in diesem Jahr bestimmt noch mehr an Fahrt aufnehmen.

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