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5x Etwas andere SUV - Schräge Typen

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Im SUV-Segment eine Ausnahmeerscheinung: Das Model X von Tesla Foto: Tesla

Einst war das SUV eine echte Alternative zum Standard-Kompakten. Doch als Ausdruck der individuellen Persönlichkeit taugen die allseits gefragten Hochbeiner kaum mehr. Es gibt jedoch ein paar Ausnahmen.

Es ist noch gar nicht lange her, da bot das SUV die Möglichkeit, sich vom Auto-Einerlei abzuheben. Doch heute braucht es mehr als hoch bauende Karosserie, Machobeulen und Robustheit suggerierenden Plastikschmuck. Es gibt aber noch immer ein paar besonders eigenwillige Spielarten des Boom-Segments, mit denen man sich optisch und technisch etwas abseits bereits eingetretener Pfade bewegt.

Wie etwa mit Teslas Model X, der gar nicht wie ein SUV aussieht. Ja, zugegeben: Die Karosserie baut hoch, der Innenraum ist geräumig und optional sogar siebensitzig. Und es gibt Allradantrieb. In Summe wohl genug Gründe für den E-Auto-Spezialisten, diese Baureihe als SUV zu vermarkten. Doch ansonsten ist das Model X ein SUV wie kein anderes. Das fängt schon mit nach oben öffnenden Flügeltüren oder dem futuristischen Innenraum mit Riesendisplay in der Mittelkonsole an. Noch spektakulärer jedoch ist der Antrieb - bei Tesla eben batterieelektrisch. Und der ist nicht einfach nur emissionsfrei, sieht man von den CO2-Zertifikaten ab, die Fiat für Jeep erworben hat, sondern außerdem noch irrsinnig schnell. Tesla bietet für die bereits sehr flotte Performance-Version noch den Ludicrous-Modus, der den über fünf Meter langen und rund 2,5 Tonnen schweren Trumm in 2,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und auf maximal 250 km/h treibt. Die Reichweite soll bei rund 500 Kilometer liegen. Hoch ist allerdings auch der Preis, denn die Performance-Variante kostet mit Ludicrous-Modus über 110.000 Euro. Selbst die Basis-Variante mit Standard-Reichweite (375 km) ist mit 83.000 Euro alles andere als ein Schnäppchen.

Deutlich günstiger ist der auf Wunsch teilelektrisch fahrende C-HR von Toyota. Anders als bei vielen oft brav gezeichneten Modellen des japanischen Autobauers hat Toyota bei dem fast 4,40 Meter langen Fünftürer mit Dreitürer-Aura viel Mut bewiesen. Mit seinem fast comichaft überzeichneten Sickenspiel fällt er jedenfalls auf. Vor allem Kinder machen große Augen, wenn ein C-HR vorfährt. Vermutlich auch, weil sie erwarten, dass hinterm Steuer dieses Mobils ein Pokemon sitzen muss. Doch neben der Außenhaut ist auch die Technik des C-HR ein wenig exzentrisch, jedenfalls wenn man die Version mit Hybridantrieb bestellt. Dieser bietet mit 90 kW/122 PS ein ordentliches Leistungspotenzial, bescheidet sich laut Normverbrauch allerdings mit weniger als vier Liter Benzin auf 100 Kilometer. Hier bietet der auf den ersten Blick sehr emotionale Crossover ein äußerst rationales Für-Argument. Der deutliche Verbrauchsvorteil relativiert dann auch den gehobenen Preis, denn für die Hybridversion werden bereits in der Basisausstattung fast 26.000 Euro fällig.

Ähnlich wie der C-HR ist auch der Mitsubishi Eclipse Cross ein optisch schräger Typ, was vor allem seiner nach hinten coupéhaft abfallenden Dachlinie geschuldet ist. Damit reiht er sich in den wachsenden Reigen der SUV-Coupés ein. Die Karosserieform ist nicht unbedingt von Vorteil, doch sie macht das Auto bereits im Stand etwas schneller. Das ist nicht die einzige Besonderheit, denn die Version mit 1,5-Turbobenziner gibt es in Kombination mit einem stufenlosen CVT-Getriebe, welches einer entspannten Fahrweise förderlich ist, aber auch stürmischen Vortrieb zulässt: Mit dem 120 kW/163 PS starken Benziner kann man auf Wunsch in knapp über 10 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 stürmen. In der Basisversion gibt es den Eclipse mit diesem Motor bereits ab 22.000 Euro. Doch es lohnt sich, rund 13.000 weitere Euro in die Topausstattung zu investieren, die kaum Wünsche offenlässt. Hier nur ein paar Highlights: Ledersitzbezüge, elektrische Parkbremse, Rückfahrkamera, 18-Zoll-Räder, Abstandtempomat, Bi-LED-Scheinwerfer, beheizbares Lenkrad und Frontscheibe, schlüsselloses Zugangs- und Startsystem, Zwei-Zonen-Klimaautomatik oder ein Head-up-Display sind serienmäßig an Bord. Der Kunde kann lediglich noch zwei Metallic-Lacke, ein Panorama-Glasschiebedach und ein Navi ordern. Ein Navi braucht es allerdings nicht, denn der Eclipse Cross hat ein Touchscreen an Bord, über den sich die Navigation von Smartphones per Apple Carplay oder Adroid Auto nutzen lässt.

Wenn es um verführerische Ausstattungspakete geht, ist auch der exotische Subaru XV ganz groß. Zudem geht der Japaner nicht nur optisch, sondern auch technisch in mehrfacher Weise eigene Wege. Da wäre zum einen sein Boxermotor, der flach baut, kernig klingt und mittlerweile auch halbwegs manierliche Trinksitten an den Tag legt. Kombiniert wird dieser serienmäßig mit Allradantrieb, der anders als bei den meisten Wettbewerbern permanent arbeitet und im Verbund mit elektronisch sperrbarem Mittendifferential, 22 Zentimeter Bodenfreiheit und Offroad-Fahrprogramm für hohe Geländekompetenz sorgt. Dabei sieht der XV gar nicht nach Kraxel-Künstler aus. Und wie beim Mitsubishi Eclipse Cross gibt es für den Subaru eine CVT-Automatik, die nicht jedermanns Geschmack treffen dürfte, da sie zu einer entspannten Fahrweise erzieht, wenngleich auch wie beim Eclipse Cross ein herzhafter Vortrieb möglich ist. Bei rund 23.000 Euro startet die Preisliste für die schwächere 1.6er-Version, rund 30.000 Euro verlangt Subaru für die stärkere Zweiliter-Variante in der gehobenen Ausstattung Exclusive.

Wer weniger auf den Preis als vor allem auf die schiere Leistung achtet, sollte seinen Blick Richtung Italien richten. Genauer gesagt nach Sant'Agata Bolognese. Dort baut Lamborghini seit neuestem den Urus, der so ziemlich jedes andere SUV-Modell zum Statisten degradiert. Wie nur wenige Vertreter seines Segments kann der wuchtige Italiener - einem 478 kW/650 PS starkem V8-Biturbo sei Dank - mit sportlichen Fahrleistungen beeindrucken. 3,6 Sekunden für den Sprint, 305 km/h Topspeed sind eigentlich Werte eines rassigen Sportwagens. Emotionaler kann ein SUV kaum sein. Doch anders als die Flachmänner aus dem Hause Lamborghini ist der Urus außerdem noch geräumig und familientauglich. Wenig familienfreundlich ist jedoch der Preis: Die Basis kostet bereits 204.000 Euro.

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