Rennstrecke

Geballte Frauen-Power am Nürburgring bei VW

img
mid Nürburgring - Bei den Girls Only sind nicht nur die Piloten weiblich, sondern die ganze Crew. Hauptsponsoren der Idee sind der chinesische Reifenhersteller GiTi und Volkswagen. Solveig Grewe / mid

Das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring stand in seiner 47. Auflage im Zeichen von Überraschungen. Nicht nur, dass etwa 2,5 Kilometer der insgesamt 25 Kilometer langen Strecke über den Winter neu asphaltiert und Bodenwellen geglättet wurden oder dass zum ersten Mal seit vielen Jahren T-Shirt Wetter herrschte. Erstmal nahm mit den 'Girls Only' ein Team am größten deutschen Autorennen teil, das ausschließlich aus Frauen besteht.

Anzeige


Das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring stand in seiner 47. Auflage im Zeichen von Überraschungen. Nicht nur, dass etwa 2,5 Kilometer der insgesamt 25 Kilometer langen Strecke über den Winter neu asphaltiert und Bodenwellen geglättet wurden oder dass zum ersten Mal seit vielen Jahren T-Shirt Wetter herrschte. Erstmals nahm mit den "Girls Only" ein Team am größten deutschen Autorennen teil, das ausschließlich aus Frauen besteht.

Nun sind Frauen im Motorsport zwar selten, aber bei weitem keine Ausnahme. Man denke nur an Namen wie de Filippis als erste weibliche Formel-1-Fahrerin oder Michele Mouton, die 1985 am Pikes Peak abräumte. Noch in diesem Jahr soll mit der W-Series sogar eine rein weiblich Rennserie starten.

Doch bei den Girls Only sind nicht nur die Piloten weiblich, sondern die ganze Crew von den Reifenbetreibern über die Ingenieure und Mechatroniker bis hin zur Teamchefin. Hauptsponsoren der Idee, mit denen die jungen Frauen sich Respekt verschaffen wollen, sind der chinesische Reifenhersteller GiTi und Volkswagen.

Noch bei der Aufstellung zum Start waren die Fahrerinnen Ronja Assmann (D), Jasmin Preisig (CH) und Carrie Schreiner (D) zusammen mit ihrem 16- köpfigen Team überzeugt, dass sie mit ihrem schwarz gelben Golf GTI TRC und der Startnummer 89 die grüne Hölle schon rocken würden.

Aber es sollte anders kommen. In der dritten Runde zerschlägt ein Fremdkörper den Wasserkühler und ruiniert den Motor. Fassungslos stehen alle im Fahrerlager 23 um das Auto herum. Doch dann werden die Fäuste gereckt. Wir schaffen das, wir lassen uns nicht unterkriegen. Während draußen der Rennbetrieb weitergeht, wird hier jetzt ein Motor ausgetauscht. Eine Entscheidung, die am Ring nicht alltäglich ist. Meistens gibt man das Rennen einfach auf.

Doch in den Augen der Mädchen leuchtet es. Sorgsam wird das Werkzeug auf dem Boden ausgebreitet, ruhig und bedächtig der Motor aus- und wieder eingebaut. "Nein, geübt hat unser Team das nicht. Aber das notwendige Knowhow haben sie, keine Sorgen", betont Teamchefin Ellen Lehmann. Ständig werden Reifensets durch das Fahrerlager 23 hinaus zum Wechseln gekarrt, um aufmunternde Worte ist dabei keiner verlegen.

Es wird heiß am Ring, wie selten in den vergangenen Jahren. Die Mädchen schwitzen, übergiessen sich gegenseitig aus Wasserflaschen. Bis in den frühen Sonntagmorgen arbeiten sie Hand in Hand, geschlafen wird abwechselnd, aber unruhig und wenig. Dann ist es geschafft, das Turboaggregat und die Steuereinheit sind ausgewechselt. Weitestgehend ohne männliche Unterstützung.

Kurz nach Sonnenaufgang rollt der Golf GTI TCR wieder auf die Strecke. Den letzten Stint fährt Carrie Schreiner und beendet umjubelt das Rennen. Für die Mädchen war das Ziel ihr Ziel und damit hat das Team "Girls Only" in bemerkenswerter Weise bei diesem 24-Stunden-Rennen Geschichte geschrieben.

Solveig Grewe / mid

STARTSEITE