Umwelt & Eco

Die Herstellung von Elektroautos – ein Problem?

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@ stux (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Dass Elektroautos sich in Deutschland noch nicht so ganz durchgesetzt haben ist kein Geheimnis. Das Ziel der Bundesregierung bis 2020 eine Million Elektroautos in Deutschland auf den Straßen zu sehen wurde letztes Jahr auf 2022 verschoben. Im Moment sind es nämlich nur rund 400.000 E-Autos. Anfang dieses Jahres lag der Marktanteil von Elektroautos laut Center of Automotive Management in Deutschland bei 2,6 Prozent. Das Land teilt sich so mit Frankreich den vierten Platz weltweit – weit hinter Norwegens 61%. Auch in Deutschland steigen die Zahlen, nur halt nicht so schnell wie sich das die Regierung wünscht.

Einflussnehmende Faktoren gibt es viele, vom mangelnden Ladesäulen und der geringeren Auswahl und Reichweite bis zum teureren Anschaffungspreis trotz staatlicher Förderung.

Aber besonders in Deutschland ist das Problem auch eng mit der Wirtschaft verknüpft.

Autoindustrie

Bei Benzinern und Dieselautos liegt die deutsche Autoindustrie ganz weit vorne im weltweiten Vergleich. Nach Umsatz in 2017 befanden Daimler, Volkswagen und BMW unter den 10 erfolgreichsten Autobauern der Welt, Volkswagen sogar an der Spitze. Gleichzeitig waren diese drei Unternehmen 2018 laut Forbes auch unter den fünf wertvollsten Unternehmen Deutschlands.

Leider sieht das Bild bei Elektroautos etwas anders aus. Statistik der IEA (International Energy Agency) zeigt, dass im Jahr 2018 BMW und Volkswagen die einzigen deutschen Marken in den Top 10 Autoherstellern nach Verkaufsanzahl waren, und das nur auf Platz 4 und 10. Bei den 10 meist-gekauften Modellen kommen gar keine Deutschen vor – hier herrschen Tesla, BAIC, Nissan und BYD vor. Neue deutsche Modelle sollen vielerseits ab 2020 zu kaufen sein; das mag die Lage ändern, aber andere Marken haben hier einen deutlichen Vorsprung.

Herstellung

Auch durch die Herstellungsprozesse von E-Autos eröffnet sich ein Problem, denn technisch sind Elektroautos unaufwändiger. Sie brauchen weniger verschiedene Bauteile und spezialisierte Zulieferfirmen verlieren an Arbeit. Besonders bei diesen Zulieferern, die erheblich zum Erfolg der deutschen Autoindustrie beitragen, befinden sich viele der gut bezahlten Jobs. Nach der Welle der Automatisierung im Werksautobau – die Bilder von Maschinenarmen, die computergesteuert Autogehäuse zusammensetzen, nur einfache Sicherheitsvorkehrungen benötigen und menschliche Fehlbarkeit eliminieren, sind schon lange bekannt – ist das keine Überraschung. Die Autoindustrie in Deutschland ist nicht auf E-Autos eingestellt, oder jedenfalls nicht auf einen möglichen Boom. Immerhin ist die Anzahl der Standorte für die Herstellung von E-Autos steigend, zum Beispiel in Leipzig, Dresden, Wolfsburg, Bremen, Stuttgart, Ingolstadt und Saarlouis, und manche Werke produzieren auch ohne Probleme beide Arten von Auto. Wie VWs Stammwerk in Wolfsburg, welches neben dem Touran, Tiguan und Golf Versionen mit Verbrennungsmotor, dank modularen Designs auch den e-Golf am selben Band herstellen kann.

Auf Langzeit gesehen besteht hier Nachholbedarf. Denn der Verbrennungsmotor ist beim jetzigen Stand der Technik nicht endlich tragfähig und das E-Auto im Moment die Hauptalternative.

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