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Neuer Standard für ultraschnelles Laden - China und Japan erhöhen die Spannung

  • In AUTO
  • 12. Juli 2019, 08:53 Uhr
  • Holger Holzer/SP-X
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Der Chao-Ji-Stecker soll das Laden von E-Autos beschleunigen Foto: Chademo Association

Lange Wartezeiten an der Ladesäule sollen bald der Vergangenheit angehören. Zumindest in China und Japan.

China und Japan haben einen neuen Ultra-Schnellladestandard für Elektroautos entwickelt. Die nun vom Chademo-Konsortium und dem chinesischen Elektrizitätsrat CEC unter dem Namen Chao Ji vorgestellte Technik soll Akkus mit einer Leistung von bis zu 900 kW (900 A, 1.000 V) betanken können. Das ist mehr als doppelt so schnell wie die aktuelle Ausbaustufe des europäische CCS-Standards (350 kW, perspektivisch 500 kW). Langfristig soll Chao Ji den in Japan und Europa genutzten Chademo-Standard sowie die chinesische GB/T-Technik ersetzen.

Mit Chao Ji lassen sich E-Auto nahezu so schnell mit Strom betanken wie konventionelle Fahrzeuge mit Flüssigkraftstoff. Für Minuten an der Steckdose reichen dann für 300 bis 400 Kilometer Reichweite. Bislang sind allerdings noch keine Autos verfügbar, die die immense Ladeleistung nutzen könnten. Aktuelle Modelle vertragen maximal rund 150 kW, der für 2020 angekündigte Porsche Taycan lädt mit bis zu 250 kW, später mit 350 kW. Das Ende des Ladeleistungs-Wachstums ist mit dem neuen chinesisch-japanischen Standard allerdings noch nicht erreicht, in Europa arbeitet ein Industriekonsortium aktuell an einem Ultra-Schnelllader mit bis zu 3 MW (2000 A, 1.500 V), der vor allem die Elektrifizierung von Lkw ermöglichen soll.

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