Rallye Finnland

Jari-Matti Latvala sprang in die Herzen der Fans

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Rallye Finnland 2019. Foto: Auto-Medienportal.Net/Axel F. Busse

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Zu einem neuen Weitenrekord fehlten ihm nur noch ein paar Meter, doch der Flug von Jari-Matti Latvala gehörte zu den spektakulärsten der letzten Sonderprüfung: Am Schlusstag der Rallye Finnland legte der Toyota-Fahrer einen Satz von rund 50 Metern hin. Für das End-Klassement brachte ihm das Showstück allerdings nichts mehr ein.

Für unseren Autoren ist die Rallye Finnland selbst aber nur sein Prolog. Denn heute darf er mit einem der Driftkünstler Strecke und Auto erleben. Die Rallye Finnland gilt als die für Zuschauer effektvollste Veranstaltung dieser Motorsport-Disziplin, da die welligen Schotterpisten der mittelfinnischen Wälder die Rennautos regelmäßig abheben lassen.

Vorjahressieger Ott Tänak wiederholte am Wochenende seinen Erfolg. Gleichzeitig wahrte das Toyota Gazoo Racing Team damit seine Chance auf den nochmaligen Gewinn des Weltmeistertitels der Konstrukteure, während Tänak heißer Anwärter auf den Status des Fahrer-Champions ist.

Im zehnten Jahr seiner Rallye-Karriere ist der 31-jährige Este Tänak auf dem Weg zum Superstar des Sports: Wegen seines außergewöhnlichen Talents hatte Toyota ihn erst 2018 vom Ford-Rennstall weggelockt. Inzwischen ist fraglich, ob er für 2020 seinen Vertrag mit dem japanischen Hersteller verlängern wird, denn auch andere Hersteller äußern Begehrlichkeit. Auf alle Fälle wird Tänak Teil eines multinationalen Oktan-Spektakels bleiben.

So wie bei Gazoo Racing geht es bei vielen Rennställen zu: Dort befehligt der finnische Teamchef Tommi Mäkinen - selbst viermal Rallye-Weltmeister - drei japanische Autos, die von einem in Deutschland gebauten Motor angetrieben werden. Die beiden Balten Ott Tänak und sein Copilot Martin Jarveoja sorgen für die Siegerkränze.

Dabei sah es am zweiten Wettbewerbstag so aus, als könne Tänak sein hohes Anfangstempo nicht halten und müsste womöglich der Besatzung des zweiten Toyota Yaris mit Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila die Führung überlassen. Nach vierten und fünften Plätzen bei der mehreren Wertungsprüfungen landete der estnische Ausnahmefahrer auf der 10. Etappe nur auf dem siebten Platz. Ott sei Dank fand das Team zur Form zurück und distanzierte in der Schlussabrechnung den zweitplatzierten Lokalmatador Esapekka Lappi um knapp 26 Sekunden.

Von Glück verfolgt waren die Toyota-Autos indes nicht. Nachdem sich Kris Meeke am Samstag einen Ausflug ins Grüne geleistet hatte und sein Rennwagen an der Hinterachse aufwändig repariert werden musste, sollte er am Sonntag zur 11,75 Kilometer langen vorletzten Prüfung als Erster antreten. Doch die Schaulustigen auf der Wiese in der Nähe von Laukaa warteten vergeblich. Das Yaris-Ende war schon kurz nach dem Start gekommen, als Meeke hochmotiviert, aber vermutlich nicht hundertprozentig konzentriert ein gefährliches Loch in der Piste übersah. (ampnet/afb)

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