Forschung

Uni Stuttgart schlägt mehrere Fliegen mit einer Bremse

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mid Groß-Gerau - Die Bremse mit der besonderen keramischen Beschichtung. IFKB / Universität Stuttgart

Ein Bremsscheibenkonzept der Universität Stuttgart könnte bald in Serie gehen. Denn die Bremsen haben laut des Instituts für Fertigungstechnologie keramischer Bauteile (IFKB) drei Vorteile: Sie sind besonders leicht, zeigen ein besseres Bremsverhalten und sind umweltfreundlicher.


Ein Bremsscheibenkonzept der Universität Stuttgart könnte bald in Serie gehen. Denn die Bremsen haben laut des Instituts für Fertigungstechnologie keramischer Bauteile (IFKB) drei Vorteile: Sie sind besonders leicht, zeigen ein besseres Bremsverhalten und sind umweltfreundlicher. Hinzu kommt: Sie sind dadurch besonders attraktiv für Elektro-Fahrzeuge. Der Einsatz in Serien-PKW wird aktuell mit einem deutschen Automobilzulieferer geprüft.

Die Besonderheit der neuen Bremsscheiben ist die keramische Beschichtung. "Mehr als 50 Prozent der ausgestoßenen Feinstaubpartikel von Fahrzeugen stammen nicht vom Abgas, sondern vom Reifen- und Bremsabrieb", erklärt Projektleiter Septimiu Popa. Dieser Bremsabrieb konnte mittels der speziellen Keramikbeschichtung reduziert werden.

Parallel haben die Forscher die Bremsperformance optimieren können. Bedeutet konkret: "Der Fahrer bekommt beim Bremsen immer das gleiche Gefühl vermittelt. Dank der thermisch gespritzten Keramikbeschichtung kommt es zu keiner temperaturabhängigen Bremspunktverschiebung", so Popa.

Die Leichtbaubremsscheiben sind ebenfalls für zukünftige Hybrid- und reine Stromfahrzeuge hochinteressant. Aufgrund der Rückgewinnung der Bremsenergie kommt hier die mechanische Bremse seltener zum Einsatz. Doch konventionelle Bremsscheiben neigen zu ausgeprägten Korrosionseffekten, was zu sicherheitskritischen Beeinträchtigungen der Bremsfunktion führen kann. Dieses Problem wird durch die korrosionsbeständige Keramikoberfläche vollständig gelöst. Auch für den Rennsport ist der Leichtbauaspekt sehr wichtig. Das Rennteam der Universität Stuttgart setzt das neu entwickelte Bremssystem schon in der dritten Saison sehr erfolgreich ein.

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