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ZF PHV-Lösungen - Endlich praxistauglich

  • In AUTO
  • 10. September 2019, 15:28 Uhr
  • Peter Maahn/SP-X
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Zulieferer ZF arbeitet an Plug-in-Hybriden, die eine Reichweiter von 100 Kilometer haben Foto: ZF

Nicht nur bei den großen Autoherstellern steht die IAA unter Strom. Auch Zulieferer wie ZF aus Friedrichshafen zeigen interessante Lösungen. Etwa zum Thema ,,Plug-In-Hybride', die in den neuesten Versionen für gut 100 Kilometer reiner lokal abgasfreie Fahrt gut sind.

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Die Plug-In-Hybrid genannten Mischlinge aus Verbrennungsmotor und an der Steckdose aufladbarem E-Antrieb stehen in der Diskussion. Zu kurze elektrische Reichweite, zu kleine Batterien, oft auch ein großer Leistungsunterschied zwischen den beiden Motoren. ,,Wir zeigen, dass Plug-In-Hybride durchaus vollwertige Elektrofahrzeuge sein können", sagt dagegen Stephan von Schuckmann, Leiter der ZF-Division Pkw- Antriebstechnik, die das neue System ,,EVplus" entwickelt hat. ,,Mit einer rein elektrischen Reichweite von mehr als 100 Kilometern wird ein damit ausgerüsteter PKW alltagstauglich für die meisten seiner Nutzer".

Als Versuchsträger ist auf der IAA ein äußerlich serienmäßiger 3er von BMW zu sehen, der ab Werk ebenfalls einen Plug-In-Hybrid hat, der aber nur über die rund halbe Reichweite verfügte. Jetzt nutzt ZF eine Batterie mit 35 kWh, die den ins Getriebe integrierten E-Motor versorgt. Kombinieren die meisten der heutigen Plug-In-Hybride einen starken Benzin- oder Dieselmotor mit einer vergleichsweise schwachen Batterie, gleicht ZF das Verhältnis der beiden Antriebsarten nach dem Motto ,,mehr Strom, weniger Verbrenner" an.

So kommt das Konzeptmodell mehr als 100 Kilometer weit, bis die Batterie leer ist. Das soll  für die normalen täglichen Fahrten ausreichen. Wenn es dann doch mal auf die Langstrecke geht, springt der Verbrenner ein. ZF hat laut Vorstandschef Wolf-Henning Scheider schon zahlreiche Anfragen von Automobilherstellern, die sich für das System mit seinem im Achtgang-Getriebe versteckten Elektromotor interessieren. Es kann ohne großen eigenen Entwicklungsaufwand in bestehende Modelle integriert werden.

,,Die höhere Reichweite von Autos dieser Art ist auch bei der Diskussion um Fahrverbote in den Städten von Bedeutung", so Scheider. Dadurch könnten die Fahrer nahezu jede Stadt lokal abgasfrei durchqueren, Sperrschilder also ignorieren. Wenn sie denn rechtzeitig daran gedacht haben, den Batteriestand an der Steckdose auf einem hohen Niveau zu halten.

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