Plug-in-Hybrid

"EVplus" elektrisiert

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mid Groß-Gerau - ZF EVplus macht aus dem PHEV das E-Auto für alle Fälle. Das ZF-Konzeptfahrzeug fährt mehr als 100 Kilometer rein elektrisch mit einer Batterieladung. ZF

Die Frage kommt fast immer. Und in erster Linie als verpackte Kritik. 'Wie weit kommt der?', heißt es, wenn es um Elektroautos geht. Denn die Reichweite in Verbindung mit zu wenigen Ladestationen ist für viele Menschen immer noch ein Kaufhemmnis. Doch es geht auch anders, wie die ZF Friedrichshafen AG auf der IAA 2019 erstmals zeigt.

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Die Frage kommt fast immer. Und in erster Linie als verpackte Kritik. "Wie weit kommt der?", heißt es, wenn es um Elektroautos geht. Denn die Reichweite in Verbindung mit zu wenigen Ladestationen ist für viele Menschen immer noch ein Kaufhemmnis. Sie befürchten, im Alltag mit dem Stromer nicht zu bestehen, wenn sie lokal emissionsfrei fahren wollen. Doch es geht auch anders, wie die ZF Friedrichshafen AG auf der IAA 2019 erstmals zeigt.

Denn der Technologiekonzern beweist mit einem Konzept, dass Plug-in-Hybride (PHEV) als vollwertige E-Fahrzeuge gelten können: Das ZF-"EVplus"-Konzeptfahrzeug fährt rein elektrisch mehr als 100 Kilometer weit - im Realbetrieb. Das ist genügend Reichweite für die meisten Autofahrer, um ihre Pendler-Strecken und täglichen Fahrten mit nur einer Batterieladung zu absolvieren. Immerhin sind es mehr als 88 Prozent der Pendler, die mit dem Pkw täglich Strecken unter 100 Kilometern zurücklegen. Nachladen ist also in diesem Zeitraum nicht nötig.

Der Vorteil eines Plug-in-Hybrids: Für die langen Strecken in den Urlaub oder den Wochenendausflug springt der Verbrennungsmotor mit ein. Der Verbrenner soll also dafür sorgen, dass die Reichweiten-Angst abgebaut wird, ebenso wie das Kaufhemmnis.

"EVplus markiert für uns den Paradigmenwechsel bei Plug-in-Hybriden", sagt Stephan von Schuckmann, Leiter der ZF-Division Pkw-Antriebstechnik. "Plug-in Hybride der nächsten Generation sind dank EVplus alltagstaugliche E-Fahrzeuge."

PHEV können rasch für mehr rein elektrisch gefahrene Strecken und dadurch weniger lokale CO2-Emissionen im Straßenverkehr sorgen. Ein weiterer Vorteil ist, dass in PHEV im Vergleich zu batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) deutlich kleinere Batteriesysteme verbaut werden können, um diesen hohen Anteil an elektrischen Fahrten zu erzielen.

Unterfüttert wird das Konzept mit Praxistests. Die zeigen, dass diese Art der Elektrifizierung in der Realität von Pendlern und Familien bestens funktioniert. Das EVplus-Konzeptfahrzeug basiert auf einem Serien-Pkw mit 8-Gang-Plug-in Hybridgetriebe von ZF.

In die Mittelklasse-Limousine haben die Ingenieure des Technologiekonzerns eine leistungsfähigere Batterie von 35 KWh Brutto-Kapazität verbaut. Die Leistung der in das Getriebe integrierten elektrischen Maschine entspricht mit 65 kW Dauerleistung und Spitzenleistung bis 95 kW dem Serienstand.

Weiterer Effekt: Das Nutzerverhalten verbessert sich. Denn oft laden Fahrer aktueller PHEV die Batterie gar nicht erst auf. Der Grund ist die zu geringe rein elektrische Reichweite im Alltag. Die Rechnung mit EVplus sieht anders aus: Einmal in der heimischen Garage oder am Arbeitsplatz aufgeladen, sind Autofahrer auf ihren täglichen Wegstrecken rein elektrisch unterwegs.

Auch die Innenstädte lassen sich mit EVplus rein elektrisch und damit ohne lokale Stickstoffoxid-Emissionen und mit deutlich niedrigeren Feinstaub-Werten befahren. Die Diskussion um Fahrverbote und eine dadurch eingeschränkte Mobilität kann so gelöst werden.

Andreas Reiners / mid

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