Fahrrad

E-Scooter Sharing ist rasant expandiert

  • In FAHRRAD
  • 22. September 2019
  • Redaktion
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@ ThomasWolter (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Lange mussten wir auf die E-Scooter warten. Während zunächst in den USA und dann auch in weiten Teilen Europas die wendigen E-Tretroller sämtliche Stadtbilder geprägt haben, hat es in Deutschland etwas länger gedauert.

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Grund dafür waren Gesetzesentwürfe, die zunächst gestaltet werden mussten und den E-Scooter-Start sicher und gemäßigt einleiten sollten. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern sehen die deutschen Gesetze in Sachen E-Scooter deshalb einige Reglementierungen vor:

- Geschwindigkeitsbegrenzung auf 20 km/h
- Versicherungspflicht
- Sicherheitsausstattung wie Beleuchtung, Bremsen und Klingel

Die “Verordnung für Elektrokleinstfahrzeuge” soll dafür sorgen, dass es zu wenigen Unfällen kommt und E-Scooter ein nachhaltiges und langfristig haltbares Modell von E-Mobilität werden.

Mittlerweile sind die E-Scooter der Sharing Anbieter in deutschen Städten angekommen. Während anfangs nur wenige Anbieter in den größten deutschen Städten herumstanden, quellen diese nun aus allen Ecken und Winkeln. In den meisten großen Städten lassen sich E-Scooter ausleihen, wobei Nutzer die Auswahl zwischen verschiedensten Anbietern wie Lime, Bird, Tier, Voi oder Circ haben.

Das Sharing-Modell ist rasant expandiert: Mehr als 10.000 E-Scooter stehen derzeit in deutschen Städten bereit und warten darauf, gefahren zu werden. Mit dem E-Scooter-Boom kommen Chancen, Vorteile und neue Fans der elektrischen Flitzer. Doch auch negative Schlagzeilen kursieren und beleuchten Seiten es E-Scooter Sharings, die nicht nur Gewinner zeigt.

Die Vorteile der neuen Art von Mobilität

In Zeiten des Klimawandels und von Abgas-Skandalen ist längst klar, dass Mobilität ein neues Gesicht benötigt und wir neue Wege gehen müssen. E-Scooter sollen die Städte entlasten, kurze Autofahrten überflüssig machen und die Umwelt schonen.

Entlastung bieten E-Scooter auch für überfüllte Innenstädte, in denen parken fast unmöglich ist. Aufsteigen, fahren, abstellen - fertig. Keine Parkplatzsuche und keine überstrapazierten Nerven.

Ein weiterer Vorteil ist die geringe Geräuschbelastung der E-Scooter. Während die klassischen motorisierten Fortbewegungsmittel den Lärmpegel in der Stadt deutlich nach oben treiben, sind die E-Scooter fast geräuschlos unterwegs - das freut vor allem die Stadtbewohner.

Vorteilhaft ist das E-Scooter Sharing Modell weiterhin aufgrund der hohen Auswahl an Scootern und Anbietern. Verschiedene Anbieter stehen an jeder Ecke, die Anmeldung über die App dauert in der Regel weniger als zwei Minuten und schon geht die Fahrt los. Dieses Modell ist einfach, digital und ein moderner Ansatz von Shared Economy.

Nicht jeder befürwortet die E-Scooter

Mit der Zeit haben sich nicht nur Befürworter, sondern auch Gegner der “E-Scooter Bewegung” entwickelt. Durch die Masse an Sharing Anbietern und an E-Scootern in deutschen Städten, kommt es vermehrt zu Platzproblemen. Die Scooter stehen auf Gehwegen, in Einfahrten, auf Grünflächen und landen nicht selten auch mal in Flüssen oder gar in Müllcontainern.

Auch fährt nicht jeder den E-Scooter so, wie es die Vorschrift will. E-Scooter sind auf Gehwegen unterwegs, Fahrer stehen unerlaubterweise zu zweit auf dem Gefährt und obwohl das Mindestalter bei allen Sharing Anbietern bei 18 Jahren liegt, fahren auch Minderjährige mit den E-Scootern durch die Stadt.

Auch ein großer Kritikpunkt: E-Scooter sind nicht unbedingt so umweltfreundlich, wie anfangs dargestellt. Die Herstellung der Akkus bedarf vieler Ressourcen und E-Scooter mit leeren Akkus werden abends kollektiv von sogenannten Juicern eingesammelt - in der Regel mit Transportern mit Verbrennungsmotor.

Zwischenfazit: Pro und Contra

E-Scooter gehören mittlerweile zum Stadtbild und Sharing Anbieter wachsen weiterhin. Die kleinen Flitzer haben Fans und Vorteile, doch auch viele Gegner sowie berechtigte Nachteile.

Pro E-Scooter:

- E-Scooter fahren geräusch- und emissionsarm
- Idealer Autoersatz für kurze Stecken
- Keine lästige Parkplatzsuche ist notwendig
- Große Auswahl von Anbietern zu günstigen Preisen
- Einfache Anmeldung und Handhabung

Contra E-Scooter:

- Nicht besonders umweltfreundlich in Herstellung und Wartung
- Blockieren oft Gehwege in der Stadt
- Sicherheitsregeln werden von vielen Fahrern nicht eingehalten
- Ein Rückgang vom Autoverkehr zeichnet sich noch nicht ab

Insgesamt sind E-Scooter demnach ein guter Ansatz moderner und nachhaltiger Mobilität - jedoch mit einigen Schwächen. Anbieter sollten vor allem an ihrer Klimabilanz arbeiten, die Herstellung der Akkus umweltfreundlicher und nachhaltiger gestalten sowie eine Lösung gegen ein Chaos von zu vielen E-Scootern finden.

Shared Economy, elektrische Mobilität sowie die Vernetzung mit Apps sind die Zukunft der Mobilität, doch auch hier gilt es noch viel zu lernen und zu verbessern, bis wir wirklich von einem nachhaltigen Konzept sprechen können.

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