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Emissions-Tricksereien in der Schifffahrt - Gift kommt ins Wasser statt in die Luft

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  • 6. Oktober 2019, 09:12 Uhr
  • Holger Holzer/SP-X
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Neue Emissionsregeln für Schiffe sollen die Luft auf See und in Häfen besser machen Foto: Hafen Hamburg/ Peter Glaubitt

Neue Emissionsregeln für Schiffe sollen die Luft auf See und in Häfen besser machen. Doch die Regelungen haben eine gefährliche Lücke.

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Nicht nur Autohersteller tricksen bei den Abgas-Emissionen. Auch die Schiffsindustrie nutzt Technik, um zumindest den Geist von Schadstoffvorgaben zu umgehen, wie die britische Zeitung ,,The Independent" herausgefunden hat. Demnach sind weltweit bereits rund 3.700 Schiffe mit einer nicht korrekt funktionierenden Abgasreinigung unterwegs. Seit Jahresbeginn sind derartige Systeme von der Internationalen See-Schifffahrts-Organisation (IMO) vorgeschrieben, um die bei der Schwerölverbrennung entstehenden Schwefelverbindungen aus dem Abgas zu entfernen. Auch die mangelhaften Filteranlage tun dies, sammeln die Schadstoffe jedoch nicht bis zur Entsorgung, sondern leiten sie ins Meerwasser ab. Im Ergebnis ist das aus den Schornsteinen steigende Abgas zwar sauber, das Wasser jedoch umso schmutziger.

Diese sogenannte ,,Open-Loop Scrubbers" (,,Gaswäscher mit offenem Kreislauf") sind nach IMO-Regularien nicht illegal, Experten befürchten jedoch einen verheerenden Einfluss auf das Leben im Wasser. Eingesetzt werden sie dem Bericht zufolge vor allem bei großen Schiffstypen, etwa Containerschiffen und Öltankern.

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