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Ratgeber: Der Winter naht - Alle Jahre wieder

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  • 8. Oktober 2019, 14:41 Uhr
  • Elfriede Munsch/SP-X
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Winterreifen sollten spätestens dann aufgezogen sein, wenn sich winterliche Straßenverhältnisse auch nur vorübergehend einstellen Foto: Goodyear

Nicht nur Weihnachten ,,passiert' jedes Jahr ganz überraschend und total unerwartet, auch der erste Frost und Schneefall kommen für viele Autofahrer immer ganz plötzlich. Wer sich nicht überraschen lassen möchte, sorgt besser vor.

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Auch die schönsten Herbsttage gehören bald der Vergangenheit an. Für Autofahrer wird also wieder Zeit, sich mit den Auswirkungen des kommenden Winterwetters zu beschäftigen. Frost, Eis und Schnee können jetzt plötzlich vorkommen, der Wechsel auf Winterreifen steht also wieder an.

Eine gesetzliche Vorschrift für den Zeitpunkt des Reifenwechsels besteht weiterhin nicht. Eine häufig zitierte Faustregel für die Nutzung von Winterreifen lautet: von O bis O, also von Oktober bis Ostern. Beide Eckpunkte lassen sich heute nicht mehr so statisch festlegen. Im Oktober und an Ostern kann es noch mild, allerdings genauso gut auch empfindlich kalt sein. Autofahrer und besonders Berufspendler sollten daher den Wetterbericht im Blick haben. Denn ab Herbst drohen Kälteeinbrüche, mit denen Sommerreifen schnell überfordert sind. Winter-Pneus haben eine andere Gummimischung als Sommerspezialisten und bieten besseren Grip auf frostigem Untergrund und verringern den Bremsweg im Vergleich zu Sommerreifen.

Winterreifen sollten spätestens dann aufgezogen sein, wenn sich winterliche Straßenverhältnisse auch nur vorübergehend einstellen. Das kann im Herbst über Nacht passieren. Überrascht erster Bodenfrost, sollte ein Auto mit Sommerreifen stehen bleiben. Zwar besteht in Deutschland keine Winterreifenpflicht, wer aber bei winterlichen Bedingungen mit Sommerreifen unterwegs ins Rutschen kommt, dem droht ein Bußgeld von mindestens 60 Euro sowie ein Punkt auf dem Flensburger-Konto.

Autofahrer, die mit ihrem Fahrzeug ins Ausland fahren, sollten zudem bedenken, dass in einigen europäischen Ländern wie etwa in Österreich eine Winterreifenpflicht vorgeschrieben ist. Auch beim Mindestprofil gibt es unterschiedliche Vorschriften. In Deutschland sind wie bei Sommerpneus mindestens 1,6 Millimeter vorgeschrieben, in der Alpenrepublik müssen es mindestens 4 Millimeter sein.

Viele Autofahrer lassen mittlerweile den Reifenwechsel in der Werkstatt vornehmen. Wer auf Nummer sicher gehen will, vereinbart frühzeitig einen Termin - möglichst vor dem ersten Schneefall. Erfahrungsgemäß sind dann die Termine schnell ausgebucht, so dass lange Wartezeiten drohen. Zumal der Reifenwechsel bei Fahrzeugen mit modernen Reifenluftkontrollsystemen (RDKS) - seit 2015 Vorschrift bei Neuwagen - durch die nötige Kalibrierung der Reifen länger dauert als frühere Wechsel. Zwar kann man solche Räder auch zu Hause selbst montieren, zum Programmieren der Sensor-Einheiten und zum Einstellen der Reifendaten wird aber in der Regel Spezialwerkzeug benötigt.

Wurden die Pneus in der Werkstatt aufbewahrt, informieren die Mitarbeiter in der Regel über den Zustand der Reifen. Waren sie in der heimischen Garage gelagert, sollte der Besitzer sie sich vor der Montage genauer anschauen: Reicht die Restprofiltiefe noch? Sind die Pneus gleichmäßig abgefahren? Gibt es Beschädigungen?

Sind neue Reifen erforderlich, lassen sich gute Winterreifen anhand der Tests der Automobilclubs und Fachzeitschriften finden. Hier werden jährlich Pneus für verschiedene Fahrzeuggattungen und -größen getestet. Die Ergebnisse sind in der Regel sehr dezidiert. Auf der sicheren Seite sind auch die Autofahrer, die sich im Fachhandel beraten lassen.

Wichtiges äußerliches Merkmal der Kältespezialisten ist das auf der Flanke befindliche Schneeflockensymbol. Ab dem 1. Januar 2018 müssen alle in Deutschland verkauften Winter- und Ganzjahresreifen das Schneeflockensymbol tragen, um den Winterregeln der StVO zu genügen. Reifen, die bis zum 31.12.17 hergestellt wurden, können aber noch bis Ende September 2024 genutzt werden. Das ,,3 Peak Mountain Snow Flake"-Symbol erhält nur ein Reifen, der zuvor einen standardisierten Vergleichstest gewinnt. Die Kennzeichnung ,,M+S" (mud + snow oder Matsch + Schnee) auf der Reifenflanke ist rechtlich nicht geschützt und gilt daher nicht mehr als Nachweis, dass es sich um einen Winterreifen handelt.

Als Alternative zu klassischen Winterreifen etablieren sich immer mehr Ganzjahresreifen. Mittlerweile gibt es sie in vielen Dimensionen und Geschwindigkeitsfreigaben. Wie der Name schon sagt, sind sie für jede Jahreszeit tauglich, stellen aber daher einen Kompromiss dar. Ihre Wintertauglichkeit hängt vom Einsatzgebiet ab. Wer viel im Gebirge unterwegs ist, fährt sicherlich mit Winterreifen besser als mit Ganzjahresreifen. Umgekehrt können Bewohner der rheinischen Tiefebene mit Ganzjahresreifen auf ihrem Fahrzeug den Launen des hiesigen Winterwetters wahrscheinlich trotzen. Testberichte veröffentlichen Automobilclubs und Fachzeitschriften.

Übrigens: Auch die beliebten Fahrzeuggattungen SUV und Geländewagen benötigen winterliches ,,Schuhwerk". Allradantrieb erleichtert zwar das Anfahren auf Schnee, ersetzt aber nicht die Winterbereifung. Ohne Winterreifen kommt auch ein 4x4-angetriebenes SUV schnell an seine Grenzen. Die Pneus sind etwa für gute Bremsergebnisse auf Eis und Schnee unverzichtbar.

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