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Sonst noch was? - Wir brauchen Alternativen

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  • 13. Oktober 2019, 10:26 Uhr
  • Günter Weigel/SP-X
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snw Foto: sps

Das beinahe tägliche Verkehrsgedrisse kann einem schon mal die autofahrerische Laune vermiesen. Gut, dass es neue Ideen gibt. Die eine oder andere hilft bestimmt.

,,Autofahren macht keinen Spaß mehr". Diesen Ausspruch hören wir zurzeit öfter von durchaus branchenfremden Menschen. Zuletzt war es die Verwandtschaft, die für den üblichen Urlaubstrip ins Voralpenland wiederholt statt der früher gewohnten sechseinhalb Stunden fast deren neun benötigte - ohne Pausen und ohne Stau. Einfach weil die Straßen voll waren, der Verkehr aber durchaus noch flüssig lief. Nämliches gilt auch für die üblichen Routen zur Arbeit rund um Ballungsgebiete, wenn es gut läuft. Weil es aber längst nicht immer gut läuft, werden altgeliebte Autoquartettangaben wie PS oder Höchstgeschwindigkeit zunehmend unwichtig für Ottonormalfahrer. Und wie wir alle wissen, reagiert die Industrie mit schönen Displays und jeder Menge Vernetzung. Stau ist schließlich ein Thema, das einen überall auf der Welt aufhält und da kommt den wohnlichen und kommunikativen Elementen eines Fahrzeugs doch gleich eine ganz andere Bedeutung zu.

Außerdem kann man da schon mal üben, wie das später so sein wird, wenn das Auto fährt und wir nur noch gefahren werden. Alles ganz sicher und ordentlich. Und das was wir unter uns oder unser Auto mit seinesgleichen und der Infrastruktur so kommuniziert, ist immer schön verschlüsselt und abhörsicher. Das weiß nur Mercedes, oder BMW oder Porsche oder VW oder wer auch immer den fahrbaren Untersatz stellt. Und die ja eigentlich auch nicht, weil ja alles verschlüsselt ist.

Jetzt mussten wir allerdings lernen, dass so rein kryptologisch auf heutigem Stand alles gut ist, sobald aber dermaleinst der erste Quantencomputer funktioniert, hat sich das Thema erledigt. Der knackt dann nämlich Codes in Sekunden, an denen heutige Supercomputer jahrelang rumrechnen. So jedenfalls die Idee. Das wiederum schreckt schon mal die Bundesregierung auf, die flugs in Form des Forschungsministeriums Fördergelder für die Verschlüsselung just von Infrastrukturdaten in der Zeit der Quantenrechner bereitstellt. Schließlich soll ja nicht jeder, der so einen Rechner hat, in jede Rechenzentrale seiner Wahl eindringen könne und Unfug treiben. Zum Beispiel, indem man per Ampelschaltung den Verkehr lahmlegt oder irgendwelche streng geheimen Dokumente leakt.

Wie wir aus Erfahrung wissen, benötigt man zum Lahmlegen von Straßenverkehr keinen Eingriff in Ampelschaltungen mehr. Das geht schon mit einem Pannenauto. Und politische Geheimnisse gibt es in Twitterzeiten auch kaum noch zu verbergen.

Weil sich das mit dem Verkehr mit und ohne Quantencomputer so schnell nicht bessern wird, bedarf es findiger Lösungen. Porsche beispielsweise, ohnehin bekannt für schnelle Ideen, arbeitet jetzt mit Boing an einer urbanen Transportlösungen, pardon Premiumtransportlösung für die dritte Dimension. Angedacht sind kleine, senkrecht startende Flugzeuge die erstmal mit, später auch ohne Pilot, ihre Insassen durch den Großstadtdschungel fliegen und auch die Mobilität im regionalen Raum stress- und staufrei regeln. So eine Art 911-Überflieger. Das könnte uns schon gefallen, zumal auch diese neue Art der Fortbewegung natürlich elektrisch und klimaneutral von statten gehen soll und kann. Allerdings steht zu befürchten, dass auch andere Premiummarken ähnliche Ideen haben werden - Studien gibt es ja schon reichlich - und dass dann der Luftraum auch knapp wird.

Für diesen Fall hat die sportliche Mercedes-Tochter AMG die richtige Lösung. In Zusammenarbeit mit dem Luxuslabel Santoni entstanden jetzt Sneaker, die sowohl ,,Klasse, wie ein gutes Gefühl für Mode vermitteln". Mobilität kann so einfach sein. Und, nur der Vollständigkeit halber, ja, auch Porsche hat schöne Sneaker für die erdgebundene Mobilität. Sonst noch was? Nächste Woche wieder.

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