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mid Groß-Gerau - Der Seat el-Born soll in 47 Minuten genug Energie für eine Reichweite von 420 Kilometer nachladen. Seat

Weltweit wurden bis Anfang 2014 kaum mehr als 400.000 Elektroautos verkauft. 2016 vervielfachte sich die Zahl der weltweit elektrisch betriebenen Fahrzeuge auf zwei Millionen. Die Europäische Kommission verfolgt nun besonders ehrgeizige Ziele.

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Weltweit wurden bis Anfang 2014 kaum mehr als 400.000 Elektroautos verkauft. 2016 vervielfachte sich die Zahl der weltweit elektrisch betriebenen Fahrzeuge auf zwei Millionen. Die Europäische Kommission verfolgt nun besonders ehrgeizige Ziele: Bis 2030 müssen 40 Prozent der neu zugelassenen Fahrzeuge emissionsfrei sein. Doch bleiben noch viele Fragen offen.

Herausforderungen stellen sich vor allem hinsichtlich Lade-Infrastruktur und Reichweiten. Aktuelle Batterien liefern eine Reichweite von 200 bis mehr als 400 Kilometern. Beim Seat-Modell el-Born beispielsweise soll die Reichweite bis zu 420 Kilometer betragen. Die tatsächliche Reichweite hängt jedoch auch von der Art der Fahrzeugnutzung ab. Anders als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor verbrauchen Elektrofahrzeuge im Stadtverkehr weniger.

"Wir bereiten derzeit ein Produktportfolio vor, bei dem die Reichweite abhängig von der voraussichtlichen Nutzung des Fahrzeugs gewählt werden kann", sagt Josep Bons, Entwicklungsleiter für Elektrik und Elektronik bei Seat. Es werde also eine Auswahl verschiedener Batteriekapazitäten geben, um den Anforderungen unterschiedlicher Nutzer gerecht zu werden.

Eine Rolle spielt auch die Ladezeit: Sie nimmt zum Glück immer weiter ab. Der Seat el-Born soll in nur 47 Minuten genug Energie für eine Reichweite von 420 Kilometer nachladen. Und mit der Einführung immer schnellerer Ladestationen könnte das vollständige Aufladen der Batterien in nur zehn Minuten möglich sein.

Aber ist ein Stromer wirklich emissionsfrei? Elektrofahrzeuge sind per Definition Fahrzeuge, die keine lokalen Emissionen erzeugen. Darüber hinaus sind sie auch nachhaltiger im Hinblick auf ihren gesamten Lebenszyklus. Sie erzeugen nach Angaben von Seat 17 bis 30 Prozent weniger Emissionen als ein Diesel- oder Benzinfahrzeug. "Und wenn die Batterie auch noch mit nachhaltig erzeugtem Strom aufgeladen wird, beispielsweise aus Wind- oder Solarenergie, dann liegen die Emissionen über den gesamten Lebenszyklus fast 90 Prozent unter denen eines herkömmlichen Fahrzeugs", erklärt Bons.

Leider sind Elektroautos nicht ganz billig. Allerdings werden sie zunehmend erschwinglich. Der VW-Konzern, zu dem unter anderem die Marken Seat und Skoda gehören, hat sich zum Ziel gesetzt, Elektrofahrzeuge "für Millionen Menschen und nicht für Millionäre" anzubieten. Technologische Verbesserungen helfen, den Preis für Elektromodelle zu senken. Beispielsweise sind die Kosten für die Batterien in den vergangenen zehn Jahren um 80 Prozent gefallen.

Hinzu kommt die Tatsache, dass die Kosten für Elektrizität deutlich geringer als die für Benzin oder Diesel sind. Außerdem fallen die Unterhaltskosten für ein Elektrofahrzeug schätzungsweise um zwei Drittel niedriger aus als für ein konventionelles Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Und nicht zuletzt haben die Käufer in den meisten Ländern beim Erwerb eines Elektrofahrzeugs Anspruch auf öffentliche Förderung wie einen Steuernachlass.

Bleibt die Struktur- und Lade-Frage: Neben öffentlichen Ladestationen können Nutzer eine Ladestation auch in ihrer privaten oder einer Gemeinschaftsgarage installieren lassen, sofern die Installation von einer autorisierten Fachkraft ausgeführt wird und allen gesetzlichen Bestimmungen entspricht.

Schätzungen gehen davon aus, dass das Aufladen zu 70 Prozent zu Hause oder am Arbeitsplatz stattfindet. Das Versorgungsnetz für das Aufladen unterwegs wächst von Tag zu Tag: Inzwischen gibt es europaweit rund 100.000 Ladestationen. Die Europäische Kommission geht davon aus, dass diese Zahl bis 2025 um das 20-fache auf zwei Millionen Stationen steigen wird. Warten wir es ab.

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